15 Minuten im … Zinnober

genuss

Neue kulinarische Ideen für besondere Zeiten?
Ja, genau. Stefanie Jansen und Alexandra Liebrenz beweisen in Engelskirchen, wie das funktionieren kann.

Eigentlich hatten sie ja auf Hundefutter gesetzt. Nach der Barf-Methode – frisch zubereitet, aus bestem Fleisch. Lief gut in Engelskirchen. So gut, dass Stefanie Jansen und Alexandra Liebrenz dort einen zweiten Laden aufmachen wollten. Geplant, gesucht, gefunden: Das Café Zinnober sollte neu verpachtet werden. Die beiden Wahl-Wipperfürtherinnen, die eigentlich aus Berlin stammen, bekamen den Zuschlag. Und schnell war klar: Das wird kein zweiter Barf-Laden, das bleibt ein Café für zweibeinige Gäste. Nur anders. Mit leckerem, täglich frisch zubereitetem Mittagstisch und Eventabenden mit Jazz und Tapas. Dann war klar: Bei aller Liebe, aber beides, Barf und Zinnober, geht nicht. Also das Hundefutter-Fachgeschäft abgegeben. Alles auf eine Karte gesetzt. Das Zinnober komplett neu eingerichtet, investiert in Möbel und Speisenkonzept. Und dann kam … genau, Sie ahnen es. Das, was eben kam. Also zugemacht, monatelang. Und jetzt? Alles hinwerfen? Nix da. Die beiden erfahrenen Gastronominnen haben die Ruhezeit genutzt, um sich einmal mehr neu zu erfinden.

Denn Erfahrung in der Branche, vom Restaurant bis zur Konditorei, haben sie ebenso wie mit der Organisation von Events. Den Sommer über setzten sie auf Tapas. Nicht auf irgendwelche: Jakobsmuschel neu interpretiert, Iberico-Schwein, Backpflaumen, dazu ein guter Rotwein. Immer frische Zutaten, möglichst von hier, in bester Qualität vom Metzger oder Bio-Hof. Das kam an.
Und deshalb wird das Zinnober auch künftig für viele kleine, mit Liebe und Können zubereitete Tapasgerichte stehen. Und für leckeres Mittagessen.
Okay, im Dezember von freitags bis sonntags noch zum Mitnehmen – übrigens in kompostierbaren Behältern. 

Aber es wird eine andere Zeit kommen. Die, in der man im Zinnober auch wieder gemütlich sitzen, schlemmen und klönen kann. Und sich kulinarisch von einem Duo verwöhnen lässt, das nachhaltig denkt, lebt und kocht. Für Menschen, die gutes Essen schätzen. Weil das Zinnober die ganze Welt auf einen Teller bringt.

Jetzt erst recht

dark-rock-oper

Die Halle 32 geht neue Wege: In „Sonnenmarsch“, einer Koproduktion von Autor Martin Kuchejda, Komponist Jens Berens und Regisseur Georg Leschig, laufen junge Menschen um ihr Leben. Und die Kulturschaffenden selbst setzen erstmals auf Crowdfunding. Jeder kann das unterstützen.

Lockdown, Sommerpause, Lockdown light. Verschiebung, Absage, Absage, Verschiebung. So in etwa sah das Kulturjahr 2020 in der Halle 32 aus. Nein, da fehlt ein wichtiger Punkt: Neuausrichtung. Weitermachen. Denn das Kulturzentrum mit Halle und Studiobühne ist digitaler geworden, es geht neue Wege. So wie jetzt mit „Sonnenmarsch“. Eine Dark-Rock-Oper. Mit Schauspielern aus den verschiedensten Jahrgängen. Uraufführung? Mal schauen. April hoffentlich. Wie viele Zuschauer sind dann erlaubt? Jo, mal sehen …



Nur ein Ziel ist klar gesteckt: Denn Sonnenmarsch ist das erste Crowdfunding-Projekt in der Geschichte der Halle 32. 5.000 Euro lautet das erste Funding-Ziel auf Startnext, einer Plattform, die schon Beginn für viele erfolgreiche Crowdfunding-Projekte war – 10.000 Euro sollen in der zweiten Stufe gesammelt werden. Das Geld soll die Basis bilden zur Umsetzung eines wahrlich besonderen Projekts. Denn eine Dark-Rock-Oper, und eine solche wird „Sonnenmarsch“ sein, haben Texter Martin Kuchejda und Komponist Jens Berens auch noch nicht umgesetzt. Darin geht es um einen fiktiven, diktatorisch regierten Staat, in dem jedes Jahr Jugendliche beim Sonnenmarsch ihr Leben lassen, falls sie nicht durchhalten.
Nur einer oder eine bleibt am Ende übrig. Doch jemand will sich das nicht mehr gefallen lassen und plant ein Attentat auf den Diktator. Klingt ein bisschen nach den Tributen von Panem? Darf es auch, denn es ist eine finstere Dystopie.

Martin Kuchejda brennt für das neue Projekt. Und er geht es offen an: „Ganz ehrlich? Kein Mensch weiß, ob das erfolgreich wird. Aber es ist ein interessanter neuer Weg. Und wir haben hier alle große Lust, was Neues auf die Beine zu stellen. Die wenigen, einzelnen Events, die wir machen konnten, die haben so gut getan – Künstler auf der Bühne und Menschen davor. Allein diese Grundsituation, diese Kreativitätsexplosion, die ist einfach wunderschön. Und das wollen wir wieder erleben.“ Dafür wird auch Gregor Leschig sorgen, der mit dem Ensemble, zu dem unter anderen der erfahrene Theater- und Filmschauspieler Ulrich Bärenfänger als Diktator gehört, bereits probt.

Die Produktion richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene – bei den Akteuren wie auch beim Publikum. Darstellerinnen und Darsteller werden im Wesentlichen junge Menschen aus dem oberbergischen Raum sein, die dem Publikum eine bewegende, kraftvolle Show bieten wollen. Und: Es werden auch noch Rollen vergeben. Wichtig zu wissen: Die Dark-Rock-Oper mit Bezug zum Hier und Jetzt ist zu etwa vier Fünfteln durchkomponiert, mit einem
entsprechend hohen Anteil an Gesang und Musik. Deshalb ist auch ein Gesangscoach mit an Bord. 


„Eine Rockoper braucht relativ große Ressourcen, von einer ausgefeilten Bühnentechnik über passende Kostüme bis zur Bühnenbildgestaltung“, erläutert Martin Kuchejda. Gerade in Zeiten von Corona halten es die Macher für wichtig, ein bewegendes Live-Spektakel auf die Bühne zu bringen. Nach dem Motto „Let‘s roll“ soll in Gummersbach also etwas in Bewegung gebracht werden, gerade für und mit jungen Menschen.
Das Fundraising soll in der ersten Stufe vor allem dazu dienen, das Stück überzeugend auf die Bühne zu bringen. In einer zweiten Stufe geht es um die überregionale mediale Vermittlung, etwa per Livestream. Eine neue Richtung also auch hier für den Sonnenmarsch.

Und Grund genug, die Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. Die Bandbreite der möglichen Zuwendungen reicht von fünf bis 1000 Euro – und dafür gibt es Dankeschöns wie etwa Eintrittskarten oder signierte Programmhefte.
Je höher die Spende, desto attraktiver das Dankeschön. Mitmachen kann man bis zum 21. Dezember 2020. Und dazu beitragen, dass im nächsten April hoffentlich eine mitreißende düstere
Oper die Halle 32 rockt.

Er bringt‘s einfach

genuss 

Was tun, wenn das Restaurant geschlossen ist? Genau: Die Speisen bringen! Hat Peter Hartkopf mit seinem Team des
Hotels und Restaurants „Zum Holländer“ gemacht. Mit viel
Engagement. Inzwischen dürfen die Gäste wieder kommen.

Er war unterwegs und ist es noch. Kopf in den Sand? Nix da. Nicht mit Peter Hartkopf. Klar, als Gastronom hatte es der Küchenchef und Inhaber des Lindlarer Traditionsrestaurants Zum Holländer seit Mitte März ebenso schwer wie viele seiner Kollegen. Sie waren zum Schließen verdammt. Über Sinn und Zweck lässt sich streiten, bringt nur nix. Was viel bringt, ist Machen. Und Peter Hartkopf ist ein Macher: „Wir haben vorher schon Essen auf Rädern angeboten. Das haben wir deutlich ausgebaut und viele, viele Menschen in der Stadt, insbesondere ältere, jeden Tag mit einem guten, frischen, warmen Essen beliefert.“ In mehreren Tagestouren fährt das Holländer-Team zu den Kunden. In den Thermoboxen bleibt das Essen bis zu zwei Stunden lang warm, das Porzellan holen die Mitarbeiter am nächsten Tag ab. Als die Kontaktbeschränkungen noch sehr streng waren, lief die gesamte Belieferung komplett kontaktlos ab. Was menschlich gesehen nicht immer leicht war, weil mancher Kunde doch gerne noch an der Tür ein bisschen geschnackt hätte. Ging nicht, zumal die Touren eng getaktet waren und regelmäßig die Lieferfahrzeuge desinfiziert werden mussten. Ein großer zeitlicher Aufwand, den die Kunden zu schätzen wissen. 

Den Aufwand hat Hartkopf mit seinem Team auch betrieben, als er Mitte Mai wieder öffnen durfte. Da waren die Frühjahrsevents wie Kommunion, Konfirmation und diverse Schulungen von Unternehmen schon alle weggebrochen, dafür durften wieder Restaurantgäste rein. 

Ein Hygienekonzept konzipieren und umsetzen, das bedeutet: Schilder, Aufsteller, Plexiglasscheiben, zahlreiche Desinfektionsspender, dafür insgesamt weniger Tische – und trotzdem eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Der große Tisch mit Glasumrahmung, den die vielen Stammgäste kennen, hilft da natürlich. 

Das Angebot hat der Küchenchef anfangs etwas reduziert, die beliebten Highlights und Klassiker aber natürlich auf der Karte gelassen. Und die Gäste kommen. Weil sie wissen, was sie am Restaurant Zum Holländer haben. Weil sie wissen, dass Peter Hartkopf das hinbekommt. Mit der Gemütlichkeit. Und mit den leckeren Speisen sowieso.

alle neu seit Mai

mobilität

Erst Umbau, dann Ausnahmezustand. Und jetzt? Fährt das Autohaus Bengelsträter weiterhin zweigleisig in die Zukunft: Als Nissan
Vertragshändler und mit seiner Top-Werkstatt.

Fassade neu. Werbung neu. Decke und Boden neu. Büros neu. Showroom neu. Kunden-Wartelounge mit Kaffeemaschine und Flatscreen neu. Wer Anfang des Jahres in Rönsahl im Autohaus Bengelsträter zu Gast war und Ende Mai noch einmal, der hat es nicht wiedererkannt. Denn die Bengelsträters haben ordentlich investiert. Geld, Zeit, Energie. Um die neuesten Modelle der japanischen Automarke Nissan, die Lifestyle-Roadster ebenso herausbringt wie SUVs und Nutzfahrzeuge und in Sachen E-Mobilität weltweit führend ist, noch besser zu inszenieren. Um den Kunden das Warten auf ihr Auto, das vielleicht gerade noch in der Inspektion ist, noch angenehmer zu verkürzen.

Apropos verkürzen … war in Zeiten des Lockdowns eigentlich Kurzarbeit angesagt? Nein. „Die Werkstatt war ausgelastet, wir sind gut über die Zeit gekommen“, resümiert Lena Bengelsträter. Die Werkstatt, die durchgehend geöffnet hatte, ist für den hervorragenden Service im gesamten Oberbergischen Kreis bekannt. Und während das Autohaus geschlossen bleiben musste, blieb genug Zeit, dieses komplett umzubauen. In einer Branche, die sich in der Region in den vergangenen Jahren massiv verändert hat (was auch zu manchen Autohausschließungen führte), setzen die Bengelsträters selbstbewusst auf das Prinzip „Mach neu“. Und fahren mutig Richtung Zukunft.

The Art of Bart

beauty

In Engelskirchen betreibt Friseur Hagen einen
Barbershop. Der kommt an beim Mann: Die Kunden strömen aus der ganzen Region herbei. 

Ich gebe zu, mein Blick folgt dem blitzenden Rasiermesser schon einen Moment lang. Und der Hinweis meiner besseren Hälfte („Ja, und jetzt bitte am Hals ansetzen …“), beruhigt mich auch nicht gerade. Und als plötzlich ein Feuerzeug aufglimmt und sich meinem Ohr nähert, schlucke ich kurz. Alles unbegründet, wie ich eine halbe Stunde später weiß. Aber ich habe ja auch zum ersten Mal einen Barbershop besucht. Hans-Wilhelm Hagen betreibt ihn seit einiger Zeit in Engelskirchen. Der erfolgreiche Friseur-Unternehmer, der im Oberbergischen Kreis drei Läden betreibt, hat den Trend erkannt, der vor einigen Jahren nach Deutschland schwappte: Mann trägt nicht nur wieder verstärkt Bart.
Mann möchte auch, dass den ein Profi bearbeitet. Und den passenden Haarschnitt, gerne im Fifties-Rockabilly-Style, gleich mit macht. Bei Hagen bekommt er beides, weil die vier Friseurinnen und Friseure auch Barbiere sind – und umgekehrt. Auch mehrere syrische Barber gehören zum Team.

„Wir haben hier vor drei Jahren komplett umgebaut und in den Friseurladen einen Barbershop integriert. Wir waren die ersten. Und die Männer kamen vom ersten Tag an. Aus der halben Region und sogar aus Köln“, berichtet Hagen, der in der langen Zeit seiner Selbstständigkeit eines immer beherzigt hat: „Sie müssen Ihren Kunden ständig etwas Neues und anderes bieten.“

Zumal diese, gerade auch die Herren, immer anspruchsvoller werden. Und: Er selbst muss „am Kunden“ sein. Sprich: Regelmäßig arbeitet er in seinen Friseurläden und im Barbershop mit. Hat ein Gespür für Wünsche und Trends. Und ist für sein Team immer ansprechbar. Termine vergibt er im Barbershop nicht, wer kommt, der kommt. Und weil das Team, das Hagen eigens dafür hat fort- und weiterbilden lassen, groß genug ist, gibt es kaum lange Wartezeiten. 

Seinen Bart pflegen oder sich gepflegt rasieren zu lassen, das hat etwas Kontemplatives. Zurücklehnen, die Augen schließen, spüren, wie der Schaum ins Gesicht einmassiert und später mit dem Messer Millimeter für Millimeter rasiert wird. Ja, das dauert. Zum Glück! Eine Alltagspause ohne Handy, ohne alles, Mann hat einfach mal ein paar Minuten für sich. Und die Rasur ist so gründlich, das schafft wohl kaum jemand zu Hause. Was aber hat es jetzt mit dem Feuerzeug auf sich? Kleiner Barbertrick: Damit werden die feinen, aber oft störenden Härchen an den Ohren entfernt. Keine Sorge, niemand wird dabei angeflemmt, denn die Flamme brennt nur für Sekundenbruchteile, dafür zigmal, das kribbelt herrlich und ist effektiv.

Neuester Trend in Sachen Männerbeauty: „Die Haare in den Ohren mit Wachs entfernen. Das zwiebelt einmal kurz, dann hat man aber für Wochen Ruhe“, weiß Hans-Wilhelm Hagen. Ruhe hat Hagen weder im Damensalon, noch im Barbershop. Das Team wächst, zumal immer mehr Männer ein ganz neues Beautyempfinden entwickeln. Und immer mehr Jugendliche, denn auch wenn bei ihnen in Sachen Bart noch nicht viel läuft – die coole Retrofrisur mit über den Schläfen bis auf null Millimeter herunterrasierten Haaren gönnen sich auch immer mehr Teenager. Und wissen natürlich, wo sie später hingehen werden, wenn es an die erste Bartpflege geht …

http://www.friseur-hagen.de

Bisschen verliebt

fahrspaß

Er zeigt weniger Kante als sein Vorgänger. Dafür hat er mehr Charme. Steckt voller Ideen. Macht das Fahren zum Vergnügen. Und zum Kinderspiel, wenn man möchte. Willkommen im Juke!

So, fühlt sich gut an hier. Gleich im ersten Moment. Sieht auch gut aus. Ein bisschen Retrostyle in den Armaturen. Ein bisschen Verspieltheit ausgerechnet am Startknopf – denn den umrahmt ein schwarzes Karomuster.
Darauf muss man auch erst mal kommen. Okay, dann drücken wir den doch mal … wow. Das klingt ja richtig gut. Irgendein Popsong, keine Ahnung, aber ein Sound wie in der besten Disco. Auf den zweiten Blick sehe ich auch, warum das so ist: Die Boxen des Bose Personal Plus Audiosystems sind nicht einfach irgendwo verbaut. Sondern bei Fahrer und Beifahrer rechts und links in den ohnehin schon saucool gestalteten Kopfstützen! Das rockt ja nun wirklich und macht aus dem neuen Juke eine Jukebox.

Ja, der Crossover von Nissan war schon immer anders. Sein Vorgänger hat polarisiert. Und der Neue? Zeigt außen weniger Kante, tritt dafür aber deutlich dynamischer auf. Allein schon diese super schmalen Frontleuchten. Mutig! „Okay, und wohin fahren wir jetzt?“, überlege ich am Veilchendienstag Ende Februar halblaut, als wir vom Parkplatz des Autohauses Bengel-
sträter in Rönsahl abbiegen. Meine bessere Hälfte schaut versonnen einem fernen Lichtstrahl nach, der sich irgendwo hinter einer Wolke hervorwagt. Und frohlockt: „Der Sonne hinterher, heyo, was geht! Los, ich will ein Sonnenfoto mit dem Juke.“ Jo, dann mal los. Und so fahren wir zum ersten Mal für ENGELBERT ein Auto ganz ohne Ziel. Cruisen über Land, vorbei am Fuchsloch, irgendwie Richtung Kierspe oder so, keine Ahnung. Eine niedliche Ortschaft reiht sich an die nächste, die Straßen werden schmaler, ich probiere die Fahrmodi aus und stelle fest, dass der Sportmodus den Juke schön auf Touren bringt. Ab und an kann ich die Finger nicht von den Schaltwippen am Lenkrad lassen, nehme der Automatik die Arbeit ab, schalte selber. 

So viel Selbermachen muss man sich im neuen Juke gar nicht antun, denn er macht einem das Fahren sehr leicht – dank des neuen ProPILOT-Systems. Dieses ist in allen Modellen mit dem DCT-Doppelkupplungsgetriebe enthalten und passt sich automatisch dem jeweiligen Fahrstil an. Es schreitet ein, um zu bremsen, zu lenken oder zu beschleunigen, wenn man möchte. Wenn also irgendein Schlaukopf wieder mal am Kreisverkehr steht statt einzufädeln, bleibt der Juke ganz locker und bremst wenn nötig selbstständig, bis er ebenfalls steht. Kreisverkehre finden wir aber nicht, sondern ein wunderschönes Bachtal. Gut, dass dieses Auto nicht nur ein Riesendisplay, sondern auch ein Navi an Bord hat – ohne finde ich hier nie wieder raus. Und dank Rundum-Kamera mit Vogelperspektive („Around View“ nennt Nissan die) manövriere ich den Juke auch elegant in die schmalste Ausweichbucht. Gleich daneben steht eine Bank. Prima. Zumal wir die Sonne gefunden haben! 

Der Juke strahlt, wir strahlen ebenfalls, leise plätschert der Bach und ich denke: Ja, das könnten wir jetzt jedes Wochenende machen. Rein in den Juke und raus mit uns. Zumal wir, das sieht man dem kurzen Heck gar nicht an, auch einiges mitnehmen könnten. Denn, ähnlich wie übrigens auch beim Handschuhfach vorne, verbirgt sich hinter der Klappe viel mehr Stauraum als man zunächst denkt. Klar, dass ein Nissan der neuesten Generation auch verdammt gut vernetzt ist. Ich könnte jetzt vom Smartphone aus ein Fahrtziel ans Navi senden. Oder den Juke damit ver- und entriegeln. Und so vieles mehr. 

Praktisch, clever und einfach schick.

Dieses Auto verdient noch eine andere Location. Weiter geht die Fahrt, bis wir am Haus Rhade ankommen, dem alten Wasserschloss, wo man toll feiern und auch übernachten kann. Und immer noch scheint die Sonne. Sieht gut aus für den Juke. Und für jeden, der ihn fahren darf. Ja, denke ich, als wir den Schlüssel wieder abgeben, so ein bisschen habe ich mich verliebt …

Der Figur auf der Spur

wandern

Michael Wittschier aus Wipperfürth wandert gern durch sein Leben. In seinem ersten Wanderbuch beschreibt der pensionierte Lehrer 14 Wege, die, von oben betrachtet, Figuren ergeben. 

Traue keinem Gedanken, der dir nicht beim Wandern gekommen ist.“ Na, wer hat‘s gesagt? Richtig, Friedrich Nietzsche. Und Michael Wittschier hat sich diesen Satz nicht nur gemerkt, weil er als ehemaliger Deutsch- und Philosophielehrer eine ganze Menge schlauer Sätze von Vor- und Querdenkern kennt. Sondern, weil er selbst ein solcher Querdenker ist. Und: Weil er wandert. Seit Jahren und aus Leidenschaft. Gerne auch, um Ideen zu durchdenken. Er nimmt dann einen bestimmten Gedanken ganz bewusst mit auf einen seiner Wege durchs Bergische Land, wo er am liebsten unterwegs ist. „Und am Ende bin ich das Ganze dann im wahrsten Wortsinne durchgegangen“, erzählt er und lächelt. Über 15 Bücher hat der ehemalige Lehrer des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums in Wipperfürth schon geschrieben, alles Sachbücher zu Deutsch und Philosophie … bis sein erstes Wanderbuch dazu kam. 

Nicht irgendeines, das wäre ja zu einfach, zumal es übers Bergische auch schon einige gibt. Nein, Wittschier hat, und das haben ihm seine Lektoren beim renommierten J.P. Bachem-Verlag in  Köln auch bescheinigt, dem Wanderbuchgenre etwas Frisches, ja etwas einzigartig Neues verleihen können. Denn „Der Figur auf der Spur“, so heißt das kompakte, knapp 200 Seiten lange Werk, erzählt die Routen von 14 Wegen im Bergischen Land – und sie alle beschreiben, aus der Luft betrachtet, eine bestimmte Figur. Die bergische Kuh zwischen Ledder und Dhünn. Der Zirkusclown bei Dabringhausen. Der Cocker-Spaniel zwischen Lindlar und Linde. 

Wie kommt man denn bitteschön auf so eine Idee? „Ich habe mich schon immer dafür begeistert, wie bestimmte geografische Orte eine Figur abbilden. Das fing mit Italien als Stiefel an“, erzählt Michael Wittschier, der auch begeisterter Maler ist. Ein kreativer Kopf, der eines Tages für sich selbst eine Wanderung ausarbeitete und dabei entdeckte: Mensch, dieser Weg zeichnet, wenn man ihn komplett abgeht, die Umrisse einer Figur nach. Diese hat er dann, ganz Maler, gleich mit Innenleben, sprich Details und einem Gesicht gefüllt. Wie zum Beispiel die Kuh oben links. Oder einen Nikolaus, einen Schmetterling, eine Wandertaube. Wittschier liebt es, Figuren in allem Möglichen zu entdecken. Während des Interviews überreicht er
ENGELBERT sein Foto der Wipperfürther Wolke, in der ganz links ein verliebtes Pärchen zu sehen ist. Und einen Schnappschuss, der eine Baumkrone zeigt, in der sich die Silhouette eines Wanderers verbirgt.

Okay, nun ist ja das Wandern und Entdecken die eine Sache – ein Buch schreiben aber eine ganz andere. Diese Erfahrung hat auch Michael Wittschier gemacht. Bei Bachem war man angetan von seiner Idee, hatte aber auch gewisse Vorstellungen: Er möchte doch bitte nicht nur alle Strecken absolut stichfest und nachvollziehbar aufarbeiten, sondern sämtliche Fotos mitliefern – möglichst auch mit Kindern darauf, da sich das Buch ja an Familien richtet. Der Wipperfürther machte: Er investierte in eine gute Kamera und ein Wander-Navi, lief die Strecken mehrfach ab, schrieb detailliert auf, wo es lang geht – alles auf eine andere, frische Art. In seinem Buch läuft man eben nicht nach Süden, sondern auf den Nasenflügel der jeweiligen Figur zu. Für Kinder gibt es nicht nur Hinweise, was am Wegesrand alles zu entdecken ist, sondern auch viele kleine Rätsel für zwischendurch. Und: Es geht hier nie um Gewaltmärsche. Die längste beschriebene Wanderung, „Rund um den Räuber Hotzenplotz“, geht über 13 Kilometer – und wie fast alle anderen lässt sie sich halbieren, falls Lust, Kondition oder Wetter mal nicht mitspielen. Denn es geht hier vor allem um einen unbeschwerten, schönen, gesunden Zeitvertreib. Aktiv sein, Neues über die Region lernen und dabei eine Figur erlaufen. Übersichtlich gestaltete Karten sowie Tipps zur Anfahrt und zum Einkehren bietet das Buch ebenfalls. 

Sind denn weitere Wanderbücher geplant? Zumal Wittschier insgesamt
18 Strecken ausgearbeitet hat, von denen es vier nicht ins Buch schafften? Wenn es nach dem Autor und Maler geht, dann schon. Aber vielleicht über die linksrheinische Region. Oder über die Eifel. „Hier habe ich auch schon die ersten Figurenwanderwege entdeckt“, erzählt er. Denn wer suchet, der findet.

Das Bike einfach leasen

mobilität & finanzen

Gesund unterwegs sein und clever sparen – das Firmenfahrrad macht es möglich. Und das Team von RR-Bikes in Wipperfürth weiß, warum es für Arbeitgeber wie Mitarbeiter ziemlich ideal ist.

Herr Schmidt möchte sich ein Fahrrad kaufen. Ein schönes E-Bike mit gutem Akku. Kann er machen. Kostet so ab 2500 Euro. Ohne Versicherung und Inspektion natürlich. Wird es geklaut oder versagt der Akku … tja, Pech. Herr Schmidt kann aber auch zu seinem Chef gehen und sagen: „Du, ich würde gerne künftig die paar Kilometer ins Büro mit dem Fahrrad zurücklegen. Ist umweltschonend, gesund und wir hätten beide was davon – wenn du das Bike als Firmenfahrrad leasen würdest.“ Eigentlich muss der Chef dann nicht lange überlegen. Weil dieses Bikeleasing, das immer stärker im Kommen ist, für ihn wie für seinen Mitarbeiter nur Vorteile bietet – wie die Fahrradexperten von RR Bikes in Wipperfürth wissen. 

Denn: Der Arbeitgeber kann den Preis des Rades komplett steuerlich geltend machen und das Rad abschreiben. Er bucht automatisch ein komplettes Sorglos-Versicherungspaket direkt dazu (und kann dieses auch erweitern), mit dem in jedem Fall Diebstahl, Produktionsfehler und ein Ausfall des Akkus versichert sind. Herr Schmidt wiederum kann sein Rad nicht nur für den Weg ins Büro, sondern unbegrenzt privat nutzen. Diese Nutzung versteuert er nur mit 0,25 Prozent des Anschaffungspreises, was salopp gesagt Peanuts sind. Das Ganze funktioniert über eine Gehaltsumwandlung. Voraussetzung ist also, dass
der Arbeitgeber einen Teil von Herrn Schmidts Monatsgehalt
als Leasingrate direkt einbehält. Das sind je nach Modell in
etwa 35 bis 60 Euro. 

Insgesamt lassen sich so während der in der Regel dreijährigen Leasingzeit bis zu 40 Prozent des eigentlichen Kaufpreises sparen. „Bei der Wahl der Marke und auch beim Anbieter des jeweiligen Leasingpakets sind unsere Kunden völlig frei“, erläutert Ralf Röttel, Geschäftsführer von RR Bikes. Ob Fahrrad oder E-Bike, Mountainbike, Rennrad oder die immer beliebter werdenden Lastenräder – die Auswahl ist groß. Auch die der Leasinganbieter: RR Bikes arbeitet hier mit gleich acht verschiedenen Firmen zusammen, darunter Jobrad und Bikeleasing.

Und wie geht es nach dem Ablauf der drei Jahre Leasingzeit weiter? Ganz einfach: Herr Schmidt kann das Rad entweder zurückgeben oder zum Restwert kaufen. Dieser wiederum wird von der jeweiligen Leasingbank (zum Beispiel Jobrad, Bikeleasing, Businessbike) schon zum Beginn der Laufzeit festgelegt – so lässt sich prima planen. In der Regel sind am Ende etwa zehn bis 18 Prozent des Kaufpreises zu zahlen. Und das für ein bis dato wegen der Inspektionspauschale topgepflegtes Fahrrad. Dank des Firmenbike-Modells ist gutes Rad also nicht teuer.

http://www.rr-bikes.de

Oh nein, nur noch 50 Sekunden!

erlebnis

Klettern und Bouldern im 2T in Lindlar – kennt man. Mag man. Aber knobeln? Genau. Im ersten Escape- Room der Region. Wir sind dem „Geheimnis der 2 Tiger“ auf die Spur gekommen. Naja. Fast.

Na toll, jetzt haben wir den Salat. Die Uhr läuft ab. Erbarmungslos. Keine Minute mehr Zeit. Nur noch ein letztes Rätsel, diese eine Aufgabe, die uns vom großen Schatz trennt. Aber wenn wir ehrlich sind: Wir sitzen hier und haben keine Ahnung, was wir machen sollen. „Ich kann es von hier aus sehen. Und ihr könnt das eigentlich auch“, ruft uns Marcel Besgen zu. Er ist nicht nur der Spielleiter des ersten oberbergischen Escape-Rooms, er hat diesen auch entwickelt. Und wenn wir ehrlich sind – er hat uns schon einige Male geholfen bei unserem sechzigminütigen Selbstversuch. Bisher hat sich das ENGELBERT-Quartett wacker durch die einzelnen Rätsel gekämpft, kombiniert, Schlösser geknackt … aber jetzt kommen wir ins Stocken. Die Uhr tickt weiter. Und wir blicken bange zu Marcel Besgen …

Wer schon den ein oder anderen
Escape-Room gespielt hat, für den mag das zunächst ungewohnt erscheinen – nicht alleine im Raum zu sein. Sondern mit Spielleiter. Meine erste Befürchtung: Oh Mann, wir stellen uns da gleich total dämlich an, und der sieht uns auch noch dabei zu. Aber diese Sorge legt sich. Zum einen, weil wir uns so schlecht gar nicht schlagen (wenngleich wir zu Anfang viel zu kompliziert denken, das Offensichtliche übersehen und die ersten 20 Minuten so schnell vergehen, dass ich es kaum glauben kann). Und zum anderen, weil Marcel Besgen angenehm im Hintergrund bleibt, aber immer mit dem Gespür für den Augenblick. Wenn er merkt, dass sich das Team verrennt, hilft er. Wer in sechzig Minuten mehrere Rätsel lösen soll, um aus dem Escape-Room zu entkommen, der soll dabei Spaß haben und nicht verzweifeln. 

Spaß haben wir, zumal die Geschichte stimmt. Ein Verdienst von Marcel Besgen und seinem Team. Der Leiter der
2T-Kletter- und Boulderhalle ist selbst großer Spiele- und Escape-Room-Fan – und war doch immer wieder enttäuscht, dass es in anderen Locations, wo er spielte, an der Geschichte haperte. Umso mehr Energie haben er und sein Bruder in „Das Geheimnis der 2 Tiger“ gesteckt, das es seit Herbst in Lindlar zu lüften gilt. Und weil Sie das mit Familie, Freunden oder Kollegen ja vielleicht bald selbst machen, wird jetzt hier auch nicht gespoilert, sprich: Wir verraten keine Details. 

Nur so viel: Es darf gerätselt, geknobelt, gerechnet, gelauscht und auch mal
geschnuppert werden. Am Anfang spricht eine düstere, vermummte Gestalt zu den Spielerinnen und Spielern, aber gruselig wird es zu keiner Zeit. Aus gutem Grund: „Wir wollten gerade beim ersten Escape-Room hier in der Region nicht mit einem komplett abgedunkelten Raum beginnen“, erklärt Marcel Besgen. 

Nicht nur das: Eigentlich war das gesamte Spiel als Outdoor-Event geplant, um die großen Freiflächen vor dem 2T gerade im Sommer noch besser nutzen zu können. „Dann aber mussten wir schon unseren Testspielern so oft wegen des Wetters absagen, dass wir lieber doch nach drinnen gegangen sind.“ Andererseits: Vielleicht wäre ja gerade ein Survival-Game, das man bei Wind und Wetter spielt, auch eine reizvolle Ergänzung? 

Wie auch immer: Der neue Escape-Room ist jedenfalls bei erfahreneren Spielern wie auch Debütanten schon so gut angekommen (vor allem natürlich vor Weihnachten), dass weitere Räume geplant sind. Die dann sicher noch einmal ganz anders gestaltet werden und das 2T als Freizeit-Ziel für einen ganzen Tag noch attraktiver machen werden. Zuerst Klettern, dann in den Escape-Room, dann Bouldern, dann in den nächsten Escape-Room, dann in Ruhe was essen und trinken. Passt. Und praktischerweise kann man via Onlinekalender auch gleich einen Wunschtermin hinterlegen und wird zwecks Anmeldung vom 2T-Team kontaktiert. So wie
ENGELBERT. Ach, stimmt, da war 

doch noch was …

… zehn, neun, acht … drei, zwei, eins … und Ende. Und: Nix is! Ja, wir geben zu, wir haben das letzte Rätsel nicht gelöst. Dabei war es wirklich nicht das Schwierigste von allen. Wir haben einfach nur … nicht richtig hingeschaut? Keine Ahnung. Ist aber auch nicht schlimm, weil die gefühlt kürzeste Stunde seit der Erfindung der Zeitmessung im Escape-Room des 2T ja trotzdem großen Spaß gemacht hat. Das Spiel funktioniert, die Geschichte auch, alles baut logisch aufeinander auf und überrascht mit Wendungen, die sicher nicht jeder auf dem Schirm haben dürfte. Weil es das so noch nicht gab. Viel Spaß bei der Alltagsflucht!

http://www.2t-klettern.de

Zum Holländer

löffelweise

Bei Peter Hartkopf in Lindlar gibt es noch traditionelle
deutsche Küche – aber mit dem gewissen Etwas.

Mmmh … wie das schon wieder duftet! Da läuft einem glatt das Wasser im Mund zusammen.
ENGELBERT ist heute noch einmal zu Gast bei Peter Hartkopf. Um genau zu sein in seinem Restaurant „Zum Holländer“ in Lindlar. Hier zaubert der Koch heute zartes Rinderschmorsteak mit einer Portweinsauce, Gemüsestreifen und einem Kartoffel-Schnittlauch-Püree. Klingt fantastisch. Schmeckt auch so …
Peter Hartkopf beginnt mit den Steaks. Diese brät er in einer Pfanne von beiden Seiten scharf an, sodass sie von innen aber noch roh sind. Denn nach dem Braten kommen sie für ungefähr eine Stunde zum Schmoren in einen großen Topf mit Rinderfond. Gleichzeitig braten in einer Pfanne rote Zwiebeln an. Um die Farbe zu verstärken gibt der Koch Tomatenmark hinzu und löscht sie mit Rotwein ab. Das Ganze kommt dann mit in den Schmortopf.
In einem anderen Topf köchelt die Portweinsoße vor sich hin. Sie besteht aus einer selbst gemachten Bratengrundsoße und – wie es der Name schon sagt – selbstverständlich aus Rot- und Portwein.
Für das Beilagengemüse wählt Peter Hartkopf Kohlrabi, Möhren, Zuckerschoten, Brokkoli und Keniabohnen. Sein Tipp für das Gemüse: „Immer ein gutes Stück Butter und eine Prise Zucker zum Glasieren hinzufügen. Schmeckt nicht nur lecker, sondern gibt dem Gemüse auch einen tollen Glanz.“
Als zweite Beilage fehlt jetzt nur noch das selbst gemachte Kartoffelpüree. Dieses wird ganz klassisch aus gestampften Kartoffeln, Butter und einem Schuss Sahne zubereitet. Das Fleisch ist nun auch fertig geschmort und zerfällt schon fast beim Zuschauen. Peter Hartkopf richtet alles geschmackvoll auf einem Teller an.
Den alten DDR-Gasherd, von dem wir beim letzten Besuch berichtet haben, gibt es übrigens seit Kurzem nicht mehr in der Küche – und der Koch-Meister trauert ihm noch ein wenig nach. Doch trotz der technischen Umstellung schafft es das Team vom Holländer immer wieder, seine Gäste glücklich zu machen. Und nach diesem super leckeren
Gericht ist es ENGELBERT auch!