Stayin‘ Alive!

im notfall: prinz

Der Wipperfürther Experte für Notfalltraining und Erste
Hilfe gibt in ENGELBERT echt gesund! Tipps und
Hilfestellungen. Diesmal zum Thema Reanimation.

Die Monate September und Oktober waren in der Notfallmedizin geprägt von Aktionstagen rund um die Wiederbelebung. Im September gab es die so genannte „Woche der Wiederbelebung“, im Oktober den „World Restart a Heart Day“. Beide Veranstaltungen wurden mit unterschiedlichen Aktionen rund um das Thema Wiederbelebung begleitet. 

Warum diese Aktionen so wichtig sind, habe ich in meinem letzten Beitrag schon angesprochen. Aber: Wie ist das denn überhaupt noch mal mit der Wiederbelebung? Fühlen Sie sich noch sicher darin? 

In unseren Kursen werden wir oft mit Aussagen wie „Das ändert sich ja jedes Jahr“ oder ähnlichem konfrontiert. Fakt ist indes: Die Grundsätze haben sich seit 2005 nicht mehr geändert. Laien, die einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben und sich zur Beatmung in der Lage sehen, sollen im Wechsel 30 Brustkompressionen und zwei Beatmungen durchführen.

Zu mancher Verwirrung führte die Aussage der Kampagne „Ein Leben retten“, in der dazu angeleitet wird, ausschließlich Brustkompressionen durchzuführen. Dies gilt aber „nur“ für alle, die keine Erste-Hilfe-Ausbildung haben ODER sich nicht zur Beatmung in der Lage fühlen. 

Die Initiative empfiehlt das Vorgehen „Prüfen!-Rufen!-Drücken!“:

Prüfen: Keine normale (etwa zwei Atemzüge in zehn Sekunden) oder gar keine Atmung wird festgestellt? Dann: Rufen: Rufen Sie den Rettungsdienst über die 112! Drücken: Führen Sie die Brustkompression durch! In diesem Fall soll die Brustkompression bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Der Druckpunkt ist in der Mitte des unteren Brustbeindrittels, etwa in Höhe der „Brustwarzenlinie“. Die Brust soll dabei mit einer Frequenz von etwa 100 bis 120 mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter tief eindrückt werden. Für die Frequenz kann man sich Songs zur Hilfe nehmen: „Stayin´ Alive“ von den BeeGees oder „Atemlos“ von Helene
Fischer bieten sich hier beispielsweise an. Mit diesem Vorgehen werden Sie
zum Lebensretter! 

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

Zurück ins Leben

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Freund von Ihnen erleidet auf offener Straße plötzlich einen Herzstillstand. Um ihn herum stehen viele Menschen und schauen – es hilft aber niemand. Immerhin setzt jemand den Notruf ab. Nach gut fünf Minuten ist der Rettungsdienst vor Ort, aber leider kommt diese Hilfe zu spät. Und das, obwohl jede Menge potenzielle Lebensretter daneben standen …

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bleiben dem Betroffenen rund drei bis fünf Minuten, bevor das Gehirn unwiederbringlichen Schaden nimmt – und die Überlebenswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt. Wenn man bedenkt, dass
bis zum Eintreffen professioneller Hilfe  rund zehn Minuten vergehen können, ist das eine erschreckende Zahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Ersthelfer reagieren und Maßnahmen einleiten, wie beispielsweise die Herzdruckmassage beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor kurzem sind neue Zahlen zur Ersthelferquote herausgekommen. Es gab einen Rückgang zu verzeichnen. Nur bei rund 39 Prozent der Fälle führen Ersthelfer eine Wiederbelebung durch. Aber woran liegt es, dass man nicht hilft oder an einem Unfall vorbeifährt? Zumal helfen so einfach ist!

Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Oft sind es ganz simple Denkmuster:
Ich hab´s eilig! Warum ich und nicht die anderen? Wenn keiner was macht, kann´s wohl nicht so schlimm sein! Aber natürlich liegen die Gründe auch in der Angst vor Fehlern oder Ekel. Gerade im nahen Umfeld spielt sicherlich auch Panik eine Rolle. Ganz wichtig ist aber: Sie können nichts falsch machen – außer Sie machen nichts!

Mein Tipp, auch wenn es banal klingt: Atmen Sie tief durch, sammeln Sie sich und legen Sie los. Am besten sprechen Sie andere Umstehende an und motivieren Sie diese zum Mitmachen. So überwinden Sie die Hürde und retten Leben! Denn Sie sind die wahren Lebensretter – nehmen Sie also das Herz im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand!

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

www.prinomed.de