Wird Zeit!

weiterbildung

Erste Hilfe … da war doch was? Genau. Und Markus Prinz sorgt mit seinem Unternehmen Prinomed dafür, dass da auch wieder was ist. Frisches Wissen zur Lebensrettung – frisch vermittelt!

 

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Alle weg! Schock!

im notfall: prinz

Der Wipperfürther Experte für Notfalltraining und Erste Hilfe gibt Tipps und Hilfestellungen. Diesmal zum Thema Defibrillator.

In vielen öffentlichen Gebäuden und in einigen Firmen sind so genannte AEDs (Automatisierte Externe Defibrillatoren) verfügbar. Aber was ist Defibrillation? Und was Kammerflimmern? 

Ich beschreibe es in meinen Kursen gern so: Stellen Sie sich vor, Sie sind Lehrer in einer siebten Klasse. Sie stellen eine Frage und bekommen prompt eine Antwort. Ähnlich funktioniert das Herz (einfach gesagt) auch. Es ist selbsterregend. Ein Taktgeber (der Sinusknoten) sendet einen „elektrischen“ Impuls an die umgebenden Zellen. Der wird von Zelle zu Zelle geordnet weitergeleitet, bis sich das Herz zusammenzieht und „schlägt“. 

In vielen Klassen gibt es einen Klassenclown – nennen wir ihn Herzinfarkt –,
der mit Störungen ein Lachen auslöst. 

Der Lehrer kann nun fragen, wie er möchte, er bekommt von der lachenden Klasse keine Antwort mehr. Aufs Herz übertragen heißt das: Jede Zelle macht, was sie möchte, das Herz schlägt nicht mehr. Das EKG zeigt wilde Zacken. 

Nun kann der Lehrer das Klassenbuch aufs Pult schlagen und „RUHHEE!“ brüllen. Und folgende Ergebnisse erzielen:

1. Die Klasse erschrickt und macht gar nichts mehr. Das ist ein Anfang. Denn eine Klasse, die nicht lacht, wird nicht müde (ein Herz, das nicht flimmert, verbraucht keinen Sauerstoff) und durch gezieltes Fragen (Herz-Lungen-Wiederbelebung) kann ich die Klasse wieder zum Mitmachen animieren.

2. Die Klasse erschrickt kurz, merkt, dass der Unterricht weitergeht und macht wieder mit. Das ist natürlich der beste Fall! 

3. Die Klasse interessiert sich nicht dafür, was der Lehrer da vorne macht. Sie ermüdet, das Lachen wird leiser (das Kammerflimmern wird feiner), bis sie eingeschlafen ist (Nulllinie). 

Der Einsatz des AED lässt sich mit dem Schlagen des Klassenbuchs vergleichen. Je eher die Defibrillation durchgeführt wird, desto erfolgversprechender. Mit dem AED können Sie nichts falsch machen, das Gerät erklärt dem Laien, was er tun muss. Und gibt einen Schock nur frei, wenn es sicher ist, dass es sich um ein Kammerflimmern handelt. Während des Schocks sollte niemand den Patienten berühren. Und keine Angst, er fliegt nicht wie im Fernsehen in die Höhe. Wichtig: Die Defibrillation ersetzt NICHT die Herzdruckmassage. Die ist wichtiger! Lassen Sie bestenfalls von jemand anderem das Gerät holen und beginnen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. 

http://www.prinomed.de

Stayin‘ Alive!

im notfall: prinz

Der Wipperfürther Experte für Notfalltraining und Erste
Hilfe gibt in ENGELBERT echt gesund! Tipps und
Hilfestellungen. Diesmal zum Thema Reanimation.

Die Monate September und Oktober waren in der Notfallmedizin geprägt von Aktionstagen rund um die Wiederbelebung. Im September gab es die so genannte „Woche der Wiederbelebung“, im Oktober den „World Restart a Heart Day“. Beide Veranstaltungen wurden mit unterschiedlichen Aktionen rund um das Thema Wiederbelebung begleitet. 

Warum diese Aktionen so wichtig sind, habe ich in meinem letzten Beitrag schon angesprochen. Aber: Wie ist das denn überhaupt noch mal mit der Wiederbelebung? Fühlen Sie sich noch sicher darin? 

In unseren Kursen werden wir oft mit Aussagen wie „Das ändert sich ja jedes Jahr“ oder ähnlichem konfrontiert. Fakt ist indes: Die Grundsätze haben sich seit 2005 nicht mehr geändert. Laien, die einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben und sich zur Beatmung in der Lage sehen, sollen im Wechsel 30 Brustkompressionen und zwei Beatmungen durchführen.

Zu mancher Verwirrung führte die Aussage der Kampagne „Ein Leben retten“, in der dazu angeleitet wird, ausschließlich Brustkompressionen durchzuführen. Dies gilt aber „nur“ für alle, die keine Erste-Hilfe-Ausbildung haben ODER sich nicht zur Beatmung in der Lage fühlen. 

Die Initiative empfiehlt das Vorgehen „Prüfen!-Rufen!-Drücken!“:

Prüfen: Keine normale (etwa zwei Atemzüge in zehn Sekunden) oder gar keine Atmung wird festgestellt? Dann: Rufen: Rufen Sie den Rettungsdienst über die 112! Drücken: Führen Sie die Brustkompression durch! In diesem Fall soll die Brustkompression bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Der Druckpunkt ist in der Mitte des unteren Brustbeindrittels, etwa in Höhe der „Brustwarzenlinie“. Die Brust soll dabei mit einer Frequenz von etwa 100 bis 120 mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter tief eindrückt werden. Für die Frequenz kann man sich Songs zur Hilfe nehmen: „Stayin´ Alive“ von den BeeGees oder „Atemlos“ von Helene
Fischer bieten sich hier beispielsweise an. Mit diesem Vorgehen werden Sie
zum Lebensretter! 

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

Zurück ins Leben

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Freund von Ihnen erleidet auf offener Straße plötzlich einen Herzstillstand. Um ihn herum stehen viele Menschen und schauen – es hilft aber niemand. Immerhin setzt jemand den Notruf ab. Nach gut fünf Minuten ist der Rettungsdienst vor Ort, aber leider kommt diese Hilfe zu spät. Und das, obwohl jede Menge potenzielle Lebensretter daneben standen …

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bleiben dem Betroffenen rund drei bis fünf Minuten, bevor das Gehirn unwiederbringlichen Schaden nimmt – und die Überlebenswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt. Wenn man bedenkt, dass
bis zum Eintreffen professioneller Hilfe  rund zehn Minuten vergehen können, ist das eine erschreckende Zahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Ersthelfer reagieren und Maßnahmen einleiten, wie beispielsweise die Herzdruckmassage beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor kurzem sind neue Zahlen zur Ersthelferquote herausgekommen. Es gab einen Rückgang zu verzeichnen. Nur bei rund 39 Prozent der Fälle führen Ersthelfer eine Wiederbelebung durch. Aber woran liegt es, dass man nicht hilft oder an einem Unfall vorbeifährt? Zumal helfen so einfach ist!

Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Oft sind es ganz simple Denkmuster:
Ich hab´s eilig! Warum ich und nicht die anderen? Wenn keiner was macht, kann´s wohl nicht so schlimm sein! Aber natürlich liegen die Gründe auch in der Angst vor Fehlern oder Ekel. Gerade im nahen Umfeld spielt sicherlich auch Panik eine Rolle. Ganz wichtig ist aber: Sie können nichts falsch machen – außer Sie machen nichts!

Mein Tipp, auch wenn es banal klingt: Atmen Sie tief durch, sammeln Sie sich und legen Sie los. Am besten sprechen Sie andere Umstehende an und motivieren Sie diese zum Mitmachen. So überwinden Sie die Hürde und retten Leben! Denn Sie sind die wahren Lebensretter – nehmen Sie also das Herz im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand!

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

www.prinomed.de