umfassend versorgt

Frau Dr. Weishap, von einem Mitarbeiter der Ärztekammer ist das Brustzentrum am Klinikum Oberberg kürzlich als „klein, aber fein“ bezeichnet worden. Wie finden Sie denn das?

Dr. Anja Weishap: „Ich finde, das trifft es ganz gut. Von der Struktur und Anzahl der Patientinnen her sind wir klein. Wir haben rund 160 Erstdiagnosen im Jahr hier in Oberberg, andere Zentren haben 500. Unsere Patientinnen kommen aus dem gesamten Kreis, aber auch aus dem Märkischen und zum Teil dem Sieg-Kreis. Und fein, weil wir hier für jede Patientin ein individuelles Therapiekonzept finden, sie umfassend betreuen, auch psychosozial mit einer Psycho-Onkologin. Wir beraten zur Reha nach einer Behandlung und wir legen großen Wert auf die Vorsorge. So laden wir jedes Jahr zu einer Infoveranstaltung ein, was jedes Mal bis zu 70 Frauen gerne annehmen. Bei uns kann man sogar an einem
Silikonmodell lernen, wie man die eigene Brust selbst abtastet.“

Wenn die Mammographie erfolgt ist, wie geht es dann weiter?

Dr. Anja Weishap: „Wenn ein negativer Befund vorliegt, ist ja alles gut. Ist er positiv, bekommt die Patientin binnen drei oder vier Tagen einen neuen Termin. Übrigens unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert ist. Dann wird ein genaueres bildgebendes Verfahren eingesetzt, zum Beispiel Ultraschall. Wir setzen auch die so genannte Stanzbiopsie ein. Hierbei wird in Hochgeschwindigkeit eine Gewebeprobe genommen. Die Brust wird örtlich betäubt, das Ganze verläuft fast ohne Schmerzen. Und dann sichten wir die Befunde. Insbesondere die Stanzbiopsie gibt uns gute Informationen darüber, wie ein Tumor wächst und wie man ihn bekämpfen kann. Es gibt ja die verschiedensten Arten von Tumoren. Schnell wachsende, aggressive und ebenso langsam wachsende. Wir hatten hier auch schon Patientinnen, die hatten in einer Brust acht kleine Tumore.“

Wie reagieren betroffene Patientinnen auf eine Krebsdiagnose?

Dr. Anja Weishap: „Viele Frauen sagen zuerst: Weg, weg, weg damit! Das ist der erste Reflex, nach dem Motto: Bloß raus mit dem Tumor, und wenn die Brust dafür abgenommen werden muss. Dabei ist wichtig zu wissen: Es gibt heute neben der Chemotherapie und der Operation weitere Behandlungsmethoden, die auch sehr gut wirken. Eine Antikörperbehandlung oder eine antihormonelle Therapie zum Beispiel. Gerade Antikörper wirken auf bestimmte aggressive Tumorzellen sehr gut. Manchmal hilft auch eine Kombination aus mehreren Therapien, das ist alles hochindividuell.“
Wir geben den betroffenen Patientinnen zudem immer Bedenkzeit und empfehlen auch, sich eine Zweitmeinung einzuholen. Letztlich sind die meisten Tumoren binnen vieler Monate oder Jahre gewachsen. Da hat man dann in der Regel auch noch einmal zwei oder drei Wochen Zeit, um in Ruhe zu überlegen, welche Behandlung es denn sein soll. Und ob nicht die Nebenwirkungen im Kontrast zum Ergebnis stehen. Nur in rund einem Viertel der Fälle ist eine Amputation der Brust notwendig. Zum Beispiel dann, wenn in einer Brust mehrere Tumore gefunden werden oder ein Tumor in der Brustwarze sitzt und wir die Brust nach deren Entfernung nicht mehr erhalten können.“

Die Angst vor der Amputation – ist das auch eine Altersfrage?

Dr. Anja Weishap: „Nein. Das ist für eine 75-jährige Frau genauso schlimm wie für eine junge. Man ist ja im Alter nicht weniger Frau. Krebs in der Brust wird anders wahrgenommen als etwa im Finger, das hat viel mit dem Körperbild zu tun. Und dazu gehört bei einer Frau natürlich ihre Brust. Sie hat etwas Symbolhaftes, Ureigenes. Mit der weiblichen Brust kann man ein Kind komplett ernähren. So etwas verliert man nicht. Und wenn, dann hat das viel mit dem Verlust von Attraktivität zu tun. Davor haben die Frauen Angst. Auch deshalb haben wir eine Psycho-Onkologin im Team, die die Patientinnen psychologisch betreut und sie auch nach einer Operation besucht.“

Viele Frauen haben auch Angst, dass sie das Krebsrisiko geerbt haben könnten.

Dr. Anja Weishap: „Das stimmt, dabei ist diese Angst eigentlich unbegründet. Brustkrebs ist nur zu etwa 1,5 Prozent genetisch bedingt. Und bei unseren Patientinnen lässt sich die Ursache nur zu maximal fünf bis sieben Prozent auf
die Gene zurückführen. Ein Hinweis auf familiären Brustkrebs ist, wenn zwei
Verwandte ersten Grades in jungen Jahren betroffen waren.“

Im Schnitt bekommt trotzdem jede achte Frau in Deutschland Brustkrebs. Welche Risikofaktoren gibt es?

Dr. Anja Weishap: „Es sind immer mehrere Faktoren. Ungesunde Ernährung, viel Alkohol, wenig Sport, spät das erste Kind bekommen – jeweils ja, aber das ist nicht alles. Letztlich spielt das Alter eine Rolle. Je öfter sich die Zellen teilen müssen, desto höher wird das Risiko eines Fehlers durch einen Ausfall der Reparaturenzyme.“

Wenn eine Brust amputiert werden muss, bietet das Klinikum Oberberg auch einen Brustaufbau an?

Dr. Anja Weishap: „Ja, und das zahlt, wenn es eine medizinische Ursache gibt, auch die Krankenkasse. Wichtig ist hierbei aber immer zu wissen: Ein Brustimplantat ist und bleibt ein Fremdkörper. Die Hersteller von Silikonimplantaten geben im Schnitt acht bis zehn Jahre Garantie, das heißt, je nach Alter der Patientin stehen auch noch einige weitere Operationen an. Wenn wir trotz einer Operation die Brustwarze erhalten können, bleiben übrigens meistens die Empfindungen. Müssen wir sie neu formen, ist das leider nicht der Fall.“

Neben der medizinischen Versorgung bietet das Brustzentrum Oberberg noch eine Reihe weiterer Hilfen und Services. Welche zum Beispiel?

Dr. Anja Weishap: „Wir arbeiten mit dem Haarkompetenzzentrum Gummersbach zusammen, für den Fall, dass Patientinnen wegen einer Chemotherapie die Haare verlieren. Wir bieten auch Kosmetikseminare an, zeigen, wie sich die Frauen die Augenbrauen schminken können und auch, wie sie sich ein Tuch binden, wenn eine Perücke nicht infrage kommt. All das tut den Frauen unendlich gut. Wir arbeiten ja mit manchen Patientinnen über viele Jahre zusammen, in dieser Zeit wachsen sie einem schon ans Herz. Aber am liebsten ist es mir, wenn ich nur einmal im Jahr einen Befund bekomme und sehe: Okay, alles in Ordnung. Dann mache ich drei Kreuze. Letztlich ist Brustkrebs der am häufigsten vorkommende Tumor bei der Frau. Die Heilungschancen sind aber heute exzellent. Sie liegen bei 80 Prozent.“

Zurück ins Leben

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Freund von Ihnen erleidet auf offener Straße plötzlich einen Herzstillstand. Um ihn herum stehen viele Menschen und schauen – es hilft aber niemand. Immerhin setzt jemand den Notruf ab. Nach gut fünf Minuten ist der Rettungsdienst vor Ort, aber leider kommt diese Hilfe zu spät. Und das, obwohl jede Menge potenzielle Lebensretter daneben standen …

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bleiben dem Betroffenen rund drei bis fünf Minuten, bevor das Gehirn unwiederbringlichen Schaden nimmt – und die Überlebenswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt. Wenn man bedenkt, dass
bis zum Eintreffen professioneller Hilfe  rund zehn Minuten vergehen können, ist das eine erschreckende Zahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Ersthelfer reagieren und Maßnahmen einleiten, wie beispielsweise die Herzdruckmassage beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor kurzem sind neue Zahlen zur Ersthelferquote herausgekommen. Es gab einen Rückgang zu verzeichnen. Nur bei rund 39 Prozent der Fälle führen Ersthelfer eine Wiederbelebung durch. Aber woran liegt es, dass man nicht hilft oder an einem Unfall vorbeifährt? Zumal helfen so einfach ist!

Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Oft sind es ganz simple Denkmuster:
Ich hab´s eilig! Warum ich und nicht die anderen? Wenn keiner was macht, kann´s wohl nicht so schlimm sein! Aber natürlich liegen die Gründe auch in der Angst vor Fehlern oder Ekel. Gerade im nahen Umfeld spielt sicherlich auch Panik eine Rolle. Ganz wichtig ist aber: Sie können nichts falsch machen – außer Sie machen nichts!

Mein Tipp, auch wenn es banal klingt: Atmen Sie tief durch, sammeln Sie sich und legen Sie los. Am besten sprechen Sie andere Umstehende an und motivieren Sie diese zum Mitmachen. So überwinden Sie die Hürde und retten Leben! Denn Sie sind die wahren Lebensretter – nehmen Sie also das Herz im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand!

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

www.prinomed.de

Haar für Haar eine gute Geschichte

Sie schreibt auch. Mal Abgründiges, mal mitten aus dem Leben. Geschichten findet Petra Dehler genug. Und entwickelt sie dann als Mitglied der SchreibFedern Gummersbach. Sollte sie jemals ihre eigene Geschichte aufschreiben, dürften es spannende Seiten werden. Sie erzählen von einer leidenschaftlichen Unternehmerin. Die als gelernte Friseurmeisterin, Zweithaarspezialistin und Heilpraktikerin seit 22 Jahren ihr Haarkompetenz-Zentrum in Gummersbach führt. Die Menschen aus dem Oberbergischen und weit darüber hinaus, von Frankfurt bis zum Niederrhein, mit Haarersatz versorgt. Es sind vor allem Frauen. Sie haben Krebserkrankungen zu verkraften und in der Regel nach gut zwei Wochen Chemotherapie ihr Haar verloren. Oder ihnen fiel schon in jungen Jahren aufgrund einer Autoimmunerkrankung ihr gesamtes Körperhaar aus. Oder sie haben im Alter das Problem, dass ihr Haar vor allem auf dem Oberkopf immer dünner wird. Für sie alle nimmt sich Petra Dehler Zeit. Insbesondere für die Erstberatung: „Die dauert immer mindestens eine Stunde.“ Denn die Haarexpertin möchte die Menschen kennenlernen, mit denen sie unter Umständen über Jahre zusammenarbeiten wird. Als Heilpraktikerin hilft sie auch jenen, die nicht wissen, warum ihnen die Haare ausfallen. So kommen in ihre Haarsprechstunde nicht nur Menschen, die zu einem Haarersatz beraten werden möchten. Manche bringen auch die Laborberichte mit und Petra Dehler sucht mit ihnen nach Gründen für den Haarverlust.

Welche Erkrankung liegt vor? Soll es eine Synthetikperücke sein oder eine Echthaarperücke? Wo ist die Kundin versichert und was übernimmt die Krankenkasse? Diese und viele weitere Fragen klärt die Expertin. Sie weiß: „Bei Chemo-Patienten übernehmen verschiedene Krankenkassen alle sechs bis zwölf Monate die Kosten für einen Haarersatz.“ So lange hält dieser im Schnitt, wobei sich das nicht pauschalisieren lässt. Synthetik ist übrigens einfacher zu pflegen als Echthaar; dieses wiederum empfiehlt sich wegen der Optik und Tragbarkeit, wenn eine Kundin eine längere Perücke haben möchte. Manch anderem reicht vielleicht auch ein Haarteil, welches sich wiederum in Farbe und Look dem verbliebenen Haar perfekt angleichen muss. „Und das geht nur mit Echthaar“, rät die Expertin. Ihre Maxime: „Ein Haarersatz muss unsichtbar sein.“ Sprich, man darf ihn nicht als solche erkennen. Mit entscheidend ist hierfür der vordere Haaransatz. Dieser muss, möglichst von Hand, so fein gearbeitet sein, dass, auch wenn der Wind das Haar nach oben weht, darunter ein natürlicher Haarwuchs erscheint. Wichtig ebenfalls: Alle paar Wochen zur Intensivpflege und Perückenanpassung ins Haarkompetenz-Zentrum kommen, damit aus unsichtbar nicht sichtbar wird. Wie perfekt sich ein Haarteil ins vorhandene Haar integrieren lässt, hat Petra Dehler mit ihrem Team Anfang Juni im PORTAL by Volksbank demonstriert, beim diesjährigen Haarspende-Aktionstag. Aber Halt! Das ist ja schon der nächste Teil der Petra-Dehler-Geschichte.

Und der erzählt von der engagierten Ehrenamtlerin, die jedes Jahr zahlreiche Charity-Aktionen initiiert oder sich an ihnen beteiligt. Denn sie sammelt regelmäßig Echthaar von ihren Kundinnen, aus dem dann Perücken hergestellt werden können. Binnen zwölf Monaten kommen im Schnitt bis zu 30 Zöpfe zusammen. Pro Zopf spendet sie einen festen Betrag an die Klinikclowns der Kinderklinik am Kreiskrankenhaus Gummersbach. Die Zöpfe schickt sie zum Bundesverband der Zweithaarspezialisten. Dort wird bundesweit gesammelt und im Frühjahr des Folgejahres für einen Guten Zweck versteigert. Spenden kann sein Haar, wer mindestens 25 Zentimeter Haarlänge abgeben kann – und nur, wenn sie chemisch unbehandelt ist. Also keine Dauerwelle, Tönung und Farbe. „Nur dieses Haar kann für eine Perücke chemisch weiter bearbeitet werden“, erklärt Petra Dehler. 

Fester Bestandteil ihrer eigenen Charityaktionen ist der besagte der Haarspendeaktionstag im PORTAL by Volksbank, wo auch dieses Jahr wieder viele Frauen (und auch Männer) ihr Haar spendeten. Bei der Lesung am Abend unterstützten dann rund 60 Zuschauer die Aktion. Zu der gehört auch, das Thema Haarersatz offensiv zu thematisieren, weil es leider, gerade bei Frauen, noch viel zu oft ein Tabu ist. Eine von Petra Dehlers Kundinnen mit kreisrundem Haarausfall stellte sich für eine Vorführung zur Verfügung. Sprich: Sie ließ sich vor allen Zuschauern die Perücke abnehmen, zeigte ihre Glatze und stand dann als Model für eine Vielzahl von anderen Perücken zur Verfügung, die Petra Dehler ihr aufsetzen ließ. Jede wirkte anders, alle hatten eins gemeinsam: Sie sahen absolut natürlich aus. Ebenso wie besagter Haarersatz, den sie symbolisch dem PORTAL-Filialleiter Mario Schevardo verpasste. Er bekam einen „Metal-Zopf“, passend zum letzten Song des „The Höösch“-Gitarristen Christoph Rüßmann, der die Lesung auch in diesem Jahr wieder musikalisch begleitete – und als Zugabe Metallicas „Nothing else matters“ spielte. Charity und Aufklärung darf bei aller Ernsthaftigkeit des Thema durchaus mal mit Augenzwinkern daherkommen. Auch dafür steht Petra Dehler. Zuletzt sammelte sie übrigens Zöpfe beim Nick & Co. Cup zugunsten von Kindern mit Behinderungen, den Bettina Hühn von den Helfenden Händen Oberberg jährlich veranstaltet (mehr dazu in ENGELBERT Ausgabe 1/2019). Auch hier ging der Erlös an die Klinikclowns. Direkt im Anschluss blickte die Gummersbacherin begeistert auf das Fußballturnier zurück: „Ich glaube, die Leute haben die Welt an diesem Wochenende ein bisschen besser gemacht.“ 

Sie ist übrigens sicher: Es lassen sich noch viel mehr echte Haare gewinnen, aus denen dann Perücken hergestellt werden können für Menschen, die aus kosmetischen oder Krankheitsgründen einen Haarersatz brauchen. Dafür wird Petra Dehler auch in den nächsten Jahren voller Engagement aktiv sein – und schreibt damit Haar für Haar eine echt gute Geschichte.

Komm, da laufen wir mal mit!

Kurz hinter Kilometer 30 geht mir der Regen so richtig auf den Keks. Der zigste Schauer ergießt sich über uns, keine zehn Grad. Ein finsteres Aprilgrau verschluckt die Höhen um Hückeswagen. Der erste Schlechtwettertag seit Wochen fällt genau auf diesen Samstag. Und jedes Mal, wenn meine Jacke und meine Hose gerade getrocknet sind, meist nach einem längeren Waldstück mit mal sanften und mal steilen Anstiegen, erreichen wir wieder eine Ebene. Ohne Wald. Ohne Schutz. Und es schüttet. So geht das an diesem
27. April ständig. Aber wir wandern weiter. Und die Wanderlust kehrt zurück. An der Wupper-Vorsperre, als der Himmel aufreißt, für kurze Zeit einer warmen Sonne Platz macht und Kilometer 35 eher kommt als erwartet. Und ich denke: Zwei Drittel haben wir schon mal.

Wie ich auf die irre Idee gekommen bin, als reiner Freizeitwanderer, der mit seinen Hunden normalerweise zwar zügig, aber doch kaum mehr als zehn Kilometer am Stück unterwegs ist, ausgerechnet bei den Bergischen 50 mitzumachen? Also 50 Kilometer von Wipperfürth aus an einem einzigen Tag zu wandern? Am Stück? Keine Ahnung. Ich hörte halt davon. Fand den Event spontan gut. Auch, dass er fünf Jahre hintereinander von der Hansestadt aus starten soll. Als dann Frank Rütten, Landscape-Fotograf und Immobilienmakler aus Dohrgaul, spontan sagte: „Jo, da gehe ich mit“, kam ich aus der Nummer auch nicht mehr raus. Nein, im Ernst: Ich wollte es so. Was machen, was ich noch nie versucht hatte. Schauen, wie weit ich komme.

Also Wanderschuhe gekauft, eingelaufen, die Hunderunden morgens verdoppelt, bisschen Vorbereitung muss ja sein. Am Veranstaltungstag gegen sieben Uhr morgens kurz überlegt: Soll ich mir die Fersen mit Pflaster tapen? Soll ich besser nach den alten Laufsocken kramen? Antwort: Zweimal nein. Ein Fehler.

Kein Fehler war es dagegen, dass ich mir meine Anmeldeunterlagen schon am Vorabend geholt habe, denn am Wettkampftag ist auf dem Klosterplatz in Wipperfürth so viel los, dass der Marsch mit gut zehn Minuten Verspätung beginnt. Bis Frank, seine Frau Anke und ich auf die Strecke gehen, ist es schon exakt 8.18 Uhr. Es folgen ein ordentliches Getümmel in der Altstadt und der erste Engpass schon kurz darauf an der schmalen Wupperbrücke zur Alten Drahtzieherei. 1330 Wanderer auf einmal hat diese Stadt wohl auch noch nicht gesehen. Und die meisten kommen nicht mal von hier.

Als wir uns auf den Weg Richtung Egen machen, fallen die ersten Tropfen. Und Frank fällt alles aus dem Gesicht, als sein Handy klingelt. „Ja. Ja, verstehe. Sie probieren das erst mal so. Okay, melden Sie sich, wenn es nicht klappt.“ Er legt auf und wendet sich an seine Frau: „Da kommt jemand mit seinem Auto nicht weg, wo du geparkt hast.“ Anke fackelt nicht lange: „Alles klar, dann steige ich jetzt aus und laufe zurück.“ Wir sind gerade erst gut fünf Kilometer unterwegs. Anke und Frank sind total sicher, dass sie genügend Platz gelassen haben beim Parken. Haben sie auch. Drei Funklöcher und einige Kilometer später kommt der erlösende Anruf: Hat geklappt, Anke kann ihren Wagen stehen lassen. Und weiterwandern. Wir ziehen ein wenig das Tempo an, ich spüre meine Beine, sie werden ordentlich gefordert, aber ich komme klar. Wie ich das über 50 Kilometer durchhalten soll, daran denke ich lieber nicht. Besonders anstrengend: Nach einer kurzen Pinkelpause muss ich Anke und Frank bergauf einholen. Puh! Aber ich schaffe es. Und weil wir auf völlig überflüssige helle Weizenbrötchen an den ersten Verpflegungsständen verzichten und stattdessen auf Bananen und Äpfel setzen, kommen wir auch gut voran. 2:50 Stunden für die ersten 15 Kilometer – unser heimliches Ziel, in unter zehn Stunden anzukommen, wenn wir denn ankommen, scheint machbar. Aber wir backen, um im Bild zu bleiben, lieber kleine Brötchen, schauen von Etappe zu Etappe. Zumal der Regen nicht nur zunimmt, sondern auch horizontal fällt, als wir uns von Egen aus Richtung Rade aufmachen. Wir passieren Hochebenen, kleine Höfe, Waldstücke, Auen, die ich noch nie im Leben gesehen habe, obgleich sie doch Teil meiner Heimat sind. „Wenn ihr mich jetzt hier stehen lasst, hab ich keinen Plan, wo ich hin muss“, frotzele ich und nehme mir vor, die Hunderunden künftig mal zu variieren. Neue Routen zu entdecken. Zum Glück ist die Strecke vom Sponsor McTrek so idiotensicher ausgeschildert, dass sich niemand verlaufen kann.

Immer wieder lasse ich den Blick schweifen, auch zu den anderen Wanderern. Menschen jeden Alters, in jeder Art von Outfit, in den verschiedensten Schuhen. Echte Cracks, aber auch Freizeitwanderer. Was mir auffällt: Viele scheinen sich gar nicht groß umzuschauen. Stur nach vorne starrend machen sie Strecke. Wie bei einem Laufevent. Wandert man nicht, um die Gegend, die man da erkundet, auch zu betrachten? Machen Frank, Anke und ich zwischendurch zum Glück immer wieder. Wir stoppen kurz und halten schöne Ecken trotz Regen und Wolken im Foto fest. Natürlich auch alle Etappenziele.

Beim vierten ist Anke raus. Sie hatte sich ohnehin vorgenommen, maximal die Hälfte mitzugehen, bei Kilometer 20 verabschiedet sie sich. Schade, finde ich, sehe aber zu, dass ich mit Frank, der das Tempo etwas anzieht, mitkomme.
Wir reden über alles Mögliche, über unsere Jobs, über Reisen, tauschen Ideen aus – und halten uns nicht nur gegenseitig bei Laune, wenn der Regen mal wieder quer schießt. Wir puschen einander auch. Wie Berglöwen marschieren wir die Anstiege rauf, überholen dort immer wieder andere Wanderer.

Etwa bei Kilometer 23 spüre ich das erste Mal, wie der Schaft meiner an sich super bequemen Schuhe an den Achillesfersen scheuert. Wie war das mit den Pflastern? Ich hab welche dabei, aber jetzt, mitten im Wald, stehen bleiben? Und hätte ich mir vielleicht doch besser die hohen Wanderschuhe besorgt, die ich neulich im Schuhhaus Flossbach in Wipperfürth gesehen habe? Fürs nächste Mal!

Als ich mir endlich Zeit für ein Tapen der Füße nehme, beim ersten und einzigen warmen Essenssnack kurz vor Kilometer 30 auf einem Campingplatz an der Bever, hat sich die Haut schon leicht gelöst. Pflaster drauf, frische Socken an, hoffen. Vergeblich. Es scheuert munter weiter. Bei jedem Schritt. Frank weiß zwischendurch nicht, was ihn mehr nervt, die linke Fußsohle oder die Schulter, und so langsam meldet sich auch unsere Muskulatur.

Und doch: Es geht uns gut. Rein vom Kopf her. Wir stapeln weiter beide tief, denken von Schritt zu Schritt, sind einfach gut gelaunt. Als wir das Hückeswagener Schloss erreichen, die Sonne endlich mal länger scheint, ich einen unfassbar schlechten Kaffee getrunken habe und wir entlang der Wupper Richtung Wipperfürth marschieren, bin ich sicher: Wir schaffen das. Kurz darauf bestätigt uns das Kilometer-40-Schild, dass das kein Wunschtraum ist.

Um meine aufgescheuerten Füße zu ignorieren, frage ich Frank über Immobilien als Kapitalanlage aus, er erzählt davon so informativ, dass ich spontan mögliche Mieteinnahmen addiere und den nächsten Anstieg kaum merke. Als wir ein Stück Weide Richtung Bever-Staumauer hinauf laufen, mache ich den vielleicht einzigen Fehler. Als es wieder mal zwickt, ziehe ich die Hosenbeine nacheinander ein Stück hoch. Rechte Socke rot. Linke Socke rot. Au Backe.

Frank blutet zum Glück nicht, spürt aber langsam auch jeden Stein, auf den er tritt, im ganzen Körper. „Ich habe gerade ein Bild vor Augen, das einfach nicht kommt. Es ist das Kilometer-45-Schild“, unkt er. „Ich hab dafür eins vor Augen, das ich nicht wegschieben kann. Das meiner blutigen Socken“, antworte ich. Und er: „Das solltest du aber wegschieben.“ Recht hat er. Und es geht! Jetzt, da wir die ewig lange Bever-Staumauer fast überquert haben und ich es irgendwie schaffe, meine Füße so zu setzen, dass das Scheuern nur leicht zwiebelt und mich auch die inzwischen langsam wachsenden Blasen unter meinen Fußsohlen kaum nerven, wird mir klar: Wir werden nicht nur ankommen, wir sind auch echt schnell! „Das wird maximal halb sechs“, sage ich zu Frank, „wir schaffen das hier in gut neun Stunden!“ Und er wieder: „Noch sind wir nicht da.“

Doch kurz darauf wandern wir die Sanderhöhe hinunter. Frank, der hier aufgewachsen ist, entdeckt die Spielwiesen aus seiner Kindheit wieder. Im Tal erstreckt sich die Altstadt von Wipperfürth und der befürchtete letzte Schauer aus einem wieder mal bedrohlich schwarzen Himmel bleibt aus. Nur eine letzte Gemeinheit wartet auf uns: Zwei rote Ampeln auf der Westtangente. Nach 49,3 Kilometern eine Minute lang stehen bleiben zu müssen und dann nach wenigen Schritten noch mal, ist eine Zumutung. Aber wir kommen wieder in Gang, wandern durch die Altstadt, den Klosterberg hoch, marschieren Arm in Arm durchs Ziel. 9:01 Stunden zeigt die Zeitmessung am Ende an. Später werde ich erfahren, dass wir Platz 218 belegt haben unter den mehr als 1300 Startern.

Zeit fürs erste Bier des Tages. Zeit, um das, was wir da gerade geleistet haben, Revue passieren zu lassen. Zu genießen. Inzwischen ist dieser Trip, sind die Bergischen 50, zwei Monate her. Die Blasen sind längst verheilt, der böse Muskelkater vom Abend und Tag darauf war schnell wieder weg. Wir haben das einfach gemacht. Es war großartig. Und ich weiß jetzt schon: Wir machen das wieder. Im nächsten Jahr.

Zurück ins Leben

Es passiert. Einfach so, von jetzt auf gleich. Mitten im Satz. Während einer einfachen Bewegung. Und dann ist alles anders. Denn ein Schlaganfall verändert das Leben unter Umständen komplett. Das des Betroffenen. Und das der Angehörigen. Zahlreiche Kliniken, auch in Oberberg, haben inzwischen Stroke Units eingerichtet, um schnellstmögliche Hilfe zu bieten. Aber was ist mit der Zeit danach? Der Reha? Dem Weg zurück ins Leben? Auf diesem begleiten zum Beispiel die eigens ausgebildeten Schlaganfall-Fachberater von
Goll & Schracke Massing die Menschen. 

Das Unternehmen versorgt seine Kunden ganzheitlich. Jene, die einen Schlaganfall erlitten haben, und ihre Angehörigen.

Das Ziel: Sie umfassend zu versorgen. Während der gesamten Behandlungsdauer. Und immer aus einer Hand. Was bedeutet das? „Dass wir schon ab dem Moment für die Menschen da sind, da sie aus der Klinik entlassen werden“, erklärt Andreas Koch, selbst zertifizierter Schlaganfall-Fachberater bei Goll & Schracke Massing. Er kümmert sich zum Beispiel darum, dass seine Kunden fachgerecht und mit den für sie geeigneten Hilfsmitteln versorgt werden, auch bei einem möglichen Notfall. 

Wichtig ist es, die Menschen wieder mobil zu machen. Ihnen alle Möglichkeiten zu bieten, so schnell und gut es geht ins Leben zurückzufinden. Dazu trägt natürlich auch eine umfassende Beratung im häuslichen Umfeld bei. 

Denn jeder Schlaganfall verläuft anders, und jede Familie hat jeweils andere Lebensumstände, Wohnverhältnisse und so weiter. Da kommt es darauf an, die beste Lösung für jeden Einzelfall zu finden. Und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten:
„Wir erklären ausführlich und umfassend, wie die jeweiligen Hilfsmittel angewendet werden. So können Patienten und Angehörige diese selbstständig einsetzen und ihren Alltag besser bewältigen“, erläutert Koch. Das kann für das Pflegebett ebenso gelten wie für einen Rollator. Im Fachgeschäft in Wipperfürth bekommen die Kunden übrigens viele der benötigten Alltagshilfen. 

Goll & Schracke Massing greift in seiner Beratung auf ein breites Wissen und eine hohe Fachkompetenz aus der Rehatechnik, Orthopädie und Pflege zurück. Denn es ist wichtig zu wissen, was in Sachen Hilfe alles möglich ist, unterstreicht Andreas Koch und nennt ein Beispiel: „Für manche Menschen bedeutet nach einem Schlaganfall jeder Schritt eine Sturzgefahr. Grund dafür ist oft eine Fußheberschwäche. Ihnen hilft die funktionelle Elektrostimulation (FES), um wieder mehr Selbstständigkeit und Sicherheit beim Gehen zu erlangen.“

Ebenfalls gut zu wissen: Wer einen Angehörigen mit anerkanntem Pflegegrad zu Hause pflegt, hat pro Jahr einen Anspruch von 480 Euro auf Pflegehilfsmittel, welche die Pflege und den Patientenalltag erleichtern sollen.

Smoothie? Klar … aber grün!

 

Sie gelten als Vitaminbomben. Aber Obacht: Smoothies, die nur aus Früchten bestehen, sind auch Fruktosebomben. Besser sind grüne Smoothies mit einer ordentlichen Portion an frischem Gemüse. Hat auch Peter Wittfeld vom Geschenkhaus Waldmann in Wipperfürth festgestellt, der sich in den letzten Jahren intensiv mit den passenden Zutaten und der perfekten Zubereitung befasst hat. Nicht nur das: Eine komplette Mahlzeit hat er durch einen gesunden grünen Smoothie ersetzt. Ergebnis: Nicht nur die Pfunde purzelten. „Das allbekannte Hungergefühl zwischen zehn und halb elf war weg. Meine Gelenkbeschwerden gingen komplett weg. Es ging mir besser, insbesondere auch dem Darm.“ Für den perfekten Smoothie braucht man den passenden Mixer. Er selbst nutzt zum Beispiel die des Kölner Herstellers bianco, die er auch seinen Kunden empfiehlt – diese können den Mixer auch gerne testen.

Sein Tipp für Grüner-Smoothie-Beginner: Ausprobieren! Als Basis dienen in der Regel Äpfel und/oder Bananen. Aber dann: „Frischer Spinat eignet sich sehr gut, ebenso Grünkohl. Ab dem Frühsommer auch ganz hervorragend Brennnesseln und andere essbare Wildkräuter. Etwas Ingwer ist auch immer eine gute Idee.“

Was dagegen gar nicht geht, sind Lebensmittel, die zunächst erhitzt werden müssen, wie zum Beispiel Kartoffeln oder Bohnen. Besser weglassen! Stattdessen mit Obst und Gemüse munter variieren und am besten mit kleineren Portionen anfangen. Bis der Favorit gefunden ist.

Ansonsten einfach mal ausprobieren!

So, und wenn der Smoothie dann im Glas ist – wie kriege ich den Mixer sauber? Ganz einfach: Nicht schrubben! Wasser und Spülmittel ins Gefäß geben und – aufdrehen! Dann reinigt sich der Mixer von ganz alleine. Hier gibt es ihn:

http://www.geschenke-gesund-kochen.de

Das ENGELBERT-Rezept:
Grüner Smoothie

  •  eine Banane
  •  zwei Äpfel
  •  zwei Birnen
  •  zwei Handvoll frischer Spinat
  •  zwei Handvoll Brennesseln
  •  300 ml Wasser
  •  eine Handvoll Nüsse
  •  ein Stückchen Ingwer

Alles zusammen in den Mixer. Kräftig durchmixen. Abschmecken. Fertig!

Gutes tun

Manchmal ist es der Zufall, der ein Leben verändert. Das eigene. Und das vieler anderer. „Haben Sie schon vom Sohn meiner Cousine gehört? Von Nick? Der ist erst vier und hat einen Gehirntumor, der nicht operiert werden kann. Die Ärzte haben ihn zum Sterben nach Hause geschickt.“ Es ist das Jahr 2011, als Bettina Hühn diese wenigen Sätze hört über eine Familie und ihr Kind, die sie noch nie im Leben gesehen hat. Aber diese Sätze brennen sich ein. „Das war wie ein Unfall, der einem passiert. Und nicht mehr loslässt“, erinnert sich die gelernte Hotelfachfrau heute zurück. Was genau sie daran so bewegt hat? Vielleicht diese suggerierte Endgültigkeit. Da wird einer Familie gesagt: So, das war es. Dein Kind wird sehr bald sterben. Sieh mal zu. „Mit Nick hat alles angefangen. Er ist quasi unser Gründungskind“, sagt Bettina Hühn heute, sieben Jahre, nachdem sie „Helfende Hände Oberberg“ ins Leben gerufen hat. 

In dieser Zeit hat sie viele schwer kranke Kinder begleitet. Auch bis in den Tod. Hat am Sterbebett gesessen. Vor allem aber hat sie helfen können. Denn sie setzt sich für Familien ein, die scheinbar jede Hoffnung verloren haben. Sie kämpft für sie. Zum Beispiel für
Zuschüsse von Krankenkassen für dringend benötigte Hilfsmittel oder Therapien, die diese oft zunächst nicht finanzieren wollen. Bettina Hühn fackelt nicht lange, wenn ihr eine Sache wichtig ist. Sie macht, packt an. Kurz nachdem sie Nick und seine Familie kennen lernte, besorgte sie sich über private Kontakte unter anderem eine Inkontinenzmatratze, Desinfektionsmittel und weitere wichtige Utensilien. Denn es fehlte an vielem: „Da schickt man ein Kind zum Sterben nach Hause, ohne, dass die Versorgung gewährleitet ist.“ Bei diesem Satz hebt die toughe, souveräne, starke Frau ihre Stimme. Weil sie auch nach Jahren nicht versteht, warum manche Krankenkassen manche Leistungen einfach nicht gewähren. Deshalb ist sie zum Sprachrohr geworden und vertritt Eltern, die sich an sie wenden, bei Kassen, Ärzten oder auch Kliniken. Die Familien, die sie betreut, kennt Bettina Hühn alle persönlich.

Aber es geht ihr nicht nur um eine gerechte medizinische Versorgung. Sondern auch um ein bisschen Lebensfreude für schwer kranke Kinder und ihre Eltern, um Halt für Familien, deren komplettes Leben die Krankheit auf den Kopf gestellt hat, was insbesondere die Mütter oft stark belastet. Es geht um das Erfüllen von (manchmal letzten) Wünschen, um Ausflüge und Events. Und manchmal auch darum, einen Begleithund mitzufinanzieren, wie etwa für den schwer kranken Paul. Und ja, es geht auch um Öffentlichkeit. Um auf das Schicksal betroffener Kinder aus dem Oberbergischen und ihren Bedarf an Hilfe aufmerksam zu machen. Helfende Hände Oberberg ist Bettina Hühns private Initiative, die
2013 als Projekt in die Ursula-Barth-Stiftung integriert wurde  – deren Vorsitzende Bettina Hühn seit 2013 ebenfalls ist. Die Stiftung finanziert sich über Spenden. Und wer die sammeln möchte, muss über das Gute sprechen, das er tut. 

Bettina Hühn ist froh, sich über die Jahre ein gutes Netzwerk aufgebaut zu haben. Und was sie für die Kinder in den letzten Jahren erreicht hat, beeindruckt sehr. Am 15. und 16. Juni findet zum sechsten Mal der Nick & Co. Cup statt, ein Jugendfußballturnier der SpVg Dümmlinghausen-Bernberg, zu dem nationale und internationale Top-Teams nach Gummersbach kommen, unter anderem vom 1. FC Köln, FC St. Pauli und Juventus Turin. Sie alle kicken für den guten Zweck. Am 8. November veranstaltet Bettina Hühn „Eine Nacht für Nick & Co.“ in der Halle 32, eine Spendengala mit Drei-Gänge-Menü und großem Showprogramm samt anschließender Party. 

Die Erlöse kommen direkt den Kindern zu Gute. Auch Heiner Brand, Schirmherr und Sonderbotschafter der Helfenden Hände, wird bei der Gala zu Gast sein. 

Bettina Hühn müsste all das nicht tun. Sie könnte weiter, wie früher einmal, als Reiseleiterin auf Kreuzfahrtschiffen um die Welt reisen. Aber sie will es so. Das Ehrenamt erfüllt sie so sehr, dass sie ihren Job inzwischen aufgegeben hat. „Ich selbst habe davon nichts“, sagt sie bescheiden. „Aber die Familien, denen ich helfe, haben davon alles.“ Auch die von Nick, dem Kind, das einst zum Sterben nach Hause geschickt wurde. Sein Tumor ist seit einigen Jahren inaktiv.
Nick wird im Juni zwölf Jahre alt.