15 Minuten im … Zinnober

genuss

Neue kulinarische Ideen für besondere Zeiten?
Ja, genau. Stefanie Jansen und Alexandra Liebrenz beweisen in Engelskirchen, wie das funktionieren kann.

Eigentlich hatten sie ja auf Hundefutter gesetzt. Nach der Barf-Methode – frisch zubereitet, aus bestem Fleisch. Lief gut in Engelskirchen. So gut, dass Stefanie Jansen und Alexandra Liebrenz dort einen zweiten Laden aufmachen wollten. Geplant, gesucht, gefunden: Das Café Zinnober sollte neu verpachtet werden. Die beiden Wahl-Wipperfürtherinnen, die eigentlich aus Berlin stammen, bekamen den Zuschlag. Und schnell war klar: Das wird kein zweiter Barf-Laden, das bleibt ein Café für zweibeinige Gäste. Nur anders. Mit leckerem, täglich frisch zubereitetem Mittagstisch und Eventabenden mit Jazz und Tapas. Dann war klar: Bei aller Liebe, aber beides, Barf und Zinnober, geht nicht. Also das Hundefutter-Fachgeschäft abgegeben. Alles auf eine Karte gesetzt. Das Zinnober komplett neu eingerichtet, investiert in Möbel und Speisenkonzept. Und dann kam … genau, Sie ahnen es. Das, was eben kam. Also zugemacht, monatelang. Und jetzt? Alles hinwerfen? Nix da. Die beiden erfahrenen Gastronominnen haben die Ruhezeit genutzt, um sich einmal mehr neu zu erfinden.

Denn Erfahrung in der Branche, vom Restaurant bis zur Konditorei, haben sie ebenso wie mit der Organisation von Events. Den Sommer über setzten sie auf Tapas. Nicht auf irgendwelche: Jakobsmuschel neu interpretiert, Iberico-Schwein, Backpflaumen, dazu ein guter Rotwein. Immer frische Zutaten, möglichst von hier, in bester Qualität vom Metzger oder Bio-Hof. Das kam an.
Und deshalb wird das Zinnober auch künftig für viele kleine, mit Liebe und Können zubereitete Tapasgerichte stehen. Und für leckeres Mittagessen.
Okay, im Dezember von freitags bis sonntags noch zum Mitnehmen – übrigens in kompostierbaren Behältern. 

Aber es wird eine andere Zeit kommen. Die, in der man im Zinnober auch wieder gemütlich sitzen, schlemmen und klönen kann. Und sich kulinarisch von einem Duo verwöhnen lässt, das nachhaltig denkt, lebt und kocht. Für Menschen, die gutes Essen schätzen. Weil das Zinnober die ganze Welt auf einen Teller bringt.

Jetzt geht’s aber los!

shopping

Im Wipperfürther Einzelhandel bricht eine neue Ära an:
Die WippCard, die neue aufladbare Gutscheinkarte, ist da. Sie soll die Kaufkraft in der Hansestadt deutlich erhöhen. Knapp 40 Händler, Gastronomen und Dienstleister sowie engagierte Sponsoren und Arbeitgeber sind von Anfang an dabei. Perfekt geeignet ist die Card als Geschenk – auch zu Weihnachten.

Vor Ort einkaufen und Genuss und Dienstleistung neu erleben. Bei Händlern, Dienstleistern und Gastronomen in Wipperfürth. Im Lebensmittel- oder Schreibwarengeschäft. Im Mode- oder Buchladen. Beim Bäcker oder Metzger. Im Café oder Restaurant.

Ganz einfach und bargeldlos. Das alles geht mit der WippCard – der neuen
aufladbaren Gutscheinkarte für die Hansestadt. Die ist jetzt zu haben.

Damit ist sie das perfekte Geschenk, denn sie funktioniert im Scheckkartenformat wie Bargeld und kann in den Verkaufsshops in der Stadt variabel aufgeladen werden. In der neutralen oder weihnachtlich gestalteten Kartenhülle legt die schneeweiße Karte mit dem Schriftzug in Petrol obendrein einen schicken Auftritt hin.
Und sie eignet sich sehr gut für lokale Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden anstelle der Weihnachtsfeier einen attraktiven Gutschein schenken möchten. Was einige große Firmen bereits zum Start der WippCard machen und größere Mengen für Weihnachten geordert haben. Nicht nur das: Auch nach dem Arbeitgebermodell ist die Gutscheinkarte sehr attraktiv, denn bis zu 44 Euro können monatlich als geldwerter Vorteil pro Mitarbeitendem aufgeladen werden. Das alles ergibt in der Summe schon zum Start eine große Kaufkraft in fünfstelliger Summe für
Wipperfürth, um den Einzelhandel nachhaltig zu stärken. Denn die WippCard,
so das Prinzip, kann ausschließlich in den teilnehmenden Partnershops in der Hansestadt eingelöst werden. Kaufkraft lokal binden, ehe sie ins Internet abwandert. Das Angebot vor Ort stärken und dazu beitragen, dass es noch vielfältiger wird – auch darum geht es. Zum Start sind bereits knapp 40 Geschäfte mit an Bord der WippCard.


Absolut leichtes Handling

Für die Händler wie für die Kartenbesitzer ist die WippCard auch deshalb ein absoluter Gewinn, weil das Handling sehr smart ist. Per PC-Kasse oder Handy-App werden die Karten über einen QR-Code aufgeladen und das Guthaben eingelöst.

Betrieben wird die neue Gutscheinkarte von der eigens gegründeten WippCard GmbH. Die beiden Geschäftsführer und Gesellschafter Frank Rütten und Daniel Juhr sowie die Gesellschafter Jochen Offermann und Simon Lorscheid sind dafür ins persönliche Risiko gegangen und arbeiten ehrenamtlich. Wenn die GmbH einen Gewinn erzielt, soll dieser gespendet werden, für konkrete Projekte vor Ort.
Die komplette Software zur Verwaltung der Karte stammt vom erfahrenen Anbieter Stadtguthaben.de, der deutschlandweit bereits mit knapp fünfzig Städten und Gemeinden erfolgreich Gutscheinkarten an den Start gebracht hat. 

Dank an starke Sponsoren

„Unser besonderer Dank gilt unseren bislang drei Hauptsponsoren BEW, Jokey und der WEG in Wipperfürth, die uns mit ihrer Unterstützung helfen, die WippCard auch langfristig zu etablieren“, unterstreichen Frank Rütten und Daniel Juhr. Die Sponsorenlogos sind unter anderem auf der Rückseite der Gutscheinkarte sowie auch auf Postern und Aufklebern gedruckt. 


Diese werden ebenso wie das von Beginn an regelmäßig erscheinende WippCard-Extrablatt an die teilnehmenden Partnershops verteilt – sodass jeder Karteninhaber schon beim Blick aufs Schaufenster des Geschäfts erkennen kann, ob die WippCard dort gekauft und/oder eingelöst werden kann. Und im
Extrablatt immer aktuelle Infos zu Aktionen rund um die WippCard bekommt.

Ihren Ursprung hat die WippCard übrigens im WippWerk, das Rütten und Juhr gemeinsam mit Marcel Wilms im Sommer 2019 ins Leben riefen und zu dem sich über 50 Mitmacher, vor allem von Wipperführter Unternehmen, trafen, um Ideen für die Stadt zu entwickeln. Coronabedingt konnten bereits geplante Projekte wie die Wirtschaftsmesse WippMade sowie das neue Stadtfest noch nicht stattfinden. Umso glücklicher sind die WippCard-Betreiber, dass es mit der Gutscheinkarte in 2020 geklappt hat.

Die Macher hoffen nun darauf, dass die WippCard die Bürger wie auch die Einzelhändler und Unternehmen in Wipperfürth gleichermaßen begeistert. Frank Rütten und Daniel Juhr arbeiten bereits an Werbeaktionen für das Jahr 2021:  „Wir wollen in unserer Stadt, die wir lieben und in der wir leben, nachhaltig etwas bewegen. Mit der WippCard sind wir auf dem besten Wege.“ 

Das Kartenguthaben

Wer die WippCard verschenken möchte, kann sie in einem der aktuell 14 Verkaufsshops (siehe nächste Seite) mit einem Betrag von 5 bis 200 Euro aufladen lassen und sie zum Beispiel verschenken. Der Beschenkte kann dann mit der Karte, die wie Bargeld funktioniert, in Wipperfürth einkaufen und genießen.

Zum Beispiel so: Erst ein gutes Frühstück in einem teilnehmenden Gastro-Betrieb, danach ein Buch oder Schuhe kaufen, später noch Lebensmittel – und jedes Mal kann mit der WippCard bezahlt werden, so lange genügend Guthaben drauf ist. Dieses wird im Shop über den QR-Code auf der Karte einfach abgebucht. Ist es aufgebraucht, kann man
sie in einem der Einlöseshops abgeben. Oder sie in einem der Verkaufsshops wieder aufladen lassen. 

Die Webseite http://www.wippcard.de

Auf http://www.wippcard.de kann man sich jederzeit das aktuelle Guthaben auf der Karte ansehen, indem man die Kartennummer und den PIN eingibt. Und: Dort werden auch alle teilnehmenden Partnershops, Arbeitgeber sowie die Sponsoren und Unterstützer mit Fotos, Logo und kurzen Infos vorgestellt. 

Der Webshop
Die Internetseite der WippCard bietet noch mehr: Eine praktischen Webshop für Online-Gutscheine. Auch sie können variabel aufgeladen werden und enthalten einen QR-Code. Der wird als pdf-
Datei heruntergeladen und ausgedruckt oder auf dem Smartphone gespeichert und kann genau so wie die Card in den teilnehmenden Partnershops eingelöst werden. Ideal für Kurzentschlossene, nicht nur zu Weihnachten.

Anne für alle

porträt

Anne Loth ist Wipperfürths erste Bürgermeisterin. Sie bringt mehr mit als Führungserfahrung und eine Karriere in der freien Wirtschaft. Denn sie ist sie selbst geblieben. Und sie hat sich die Hansestadt bewusst ausgesucht. Dort hat sie viel vor.

Ding Dong. Wieder einmal. Und Anne Loth hat keine Ahnung, wer gleich öffnet. Aber genau darum geht es ja in diesem so anderen Sommer 2020. Einfach klingeln. Die Ratspolitiker von SPD und CDU, die ihre Bürgermeisterkandidatin bei ihren Hausbesuchen abwechselnd begleiten, kennen das mit dem Ding Dong schon – und so wird gerade das Ungewisse zum Reizvollen. Denn hinter jeder Tür lebt ein Bürger dieser Stadt. Ein Mensch, für den sich Anne Loth einsetzen will und wird. Deshalb lautet die Botschaft, wenn die Tür sich öffnet, auch nicht: Guten Tag, bitte wählen Sie uns. Sondern: Guten Tag, wir möchten uns bei Ihnen bewerben. Das kommt an. Auch bei einem Hundertdreijährigen und seiner kaum jüngeren Frau, der ihr am liebsten gleich seine ganze Wohnung zeigen möchte.



Es sind Begegnungen wie diese, die der 48-Jährigen jetzt, da sie keine Kandidatin mehr ist, sondern Wipperfürths erste Bürgermeisterin, noch am stärksten in Erinnerung sind am Ende eines nicht gerade ereignisarmen Jahres. Weil sie direkt mit den Menschen sprechen konnte. Hautnah erlebte, wie sie wohnen und leben. In der Innenstadt. In den Kirchdörfern. Und dass daraus eines der wichtigsten Themen ihrer ersten Amtszeit werden dürfte: Wohnraum schaffen. Für alle.
Für Familien. Und eben auch für jene Senioren, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Aber natürlich braucht eine Stadt noch so vieles mehr, um jetzt und auch in Zukunft lebens- und liebenswert zu sein. Klimaschutz, Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung, Ansiedlung von Unternehmen, Tourismus, Einzelhandel – alles wichtig, alles elementar, keine Frage. Anne Loth, die sich Wipperfürth zum Leben und Arbeiten bewusst ausgesucht hat, die den Stolz und die Liebenswürdigkeit der Menschen im Oberbergischen Kreis und insbesondere in der Hansestadt schätzt, stellt noch einige andere Fragen vorne an: „Wo wollen wir eigentlich insgesamt hin mit dieser Stadt? Können wir überall alles umsetzen? Oder müssen wir uns nicht auf bestimmte Dinge fokussieren? Und welche sollten das sein?“ Auch darum wird es gehen. Und dafür wird Anne Loth alles geben. Mit einem guten Team und klarer Kommunikation.

So, wie sie es immer schon gemacht hat. In der freien Wirtschaft, wo sie unter anderem in Frankfurt am Main tätig war. Und zuletzt als Geschäftsführerin der Ökumenischen Initiative in Wipperfürth. Schnell ist sie. Im Denken. Im Handeln. „Ich muss dann immer zusehen, dass ich nicht zu schnell werde. Dass ich die anderen mitnehme“, gibt sie zu. Das ist gar nicht so einfach, wenn einem das eigene Tempo überhaupt nicht schnell vorkommt, weil man es gewohnt ist.
Und auch volle Termintage wie ihre ersten im Amt als Bürgermeisterin nicht als anstrengend oder gar belastend, sondern als bereichernd und herausfordernd empfindet.

Anne Loth liebt die Arbeit, denn sie ist damit aufgewachsen. „Ich komme aus der Landwirtschaft, bin auf einem großen Bauernhof aufgewachsen damals im Emsland. Da gab es immer etwas zu tun, von morgens bis abends, es gab eigentlich nie ein Ende der Arbeit“, erzählt sie. Und das hat sie auch nie gestört. Als Mutter von vier Kindern hat sie neben ihrem Job auch deren Alltag und den Haushalt gemanagt, unter anderem in einer Zeit, als ihr Mann beruflich oft im Ausland unterwegs war. Hat geklappt – und jetzt hält er ihr den Rücken frei.
Denn Bürgermeisterin ist man entweder ganz oder gar nicht, das ist Anne Loth klar. Den gesamten Wahlkampf hat sie neben ihrem Job bei der Ökumenischen Initiative gestemmt und sich immer wieder auf neue Mitbewerber eingestellt. Erst der Amtsinhaber Michael von Rekowski, der dann schon im Frühjahr beschloss, den Job zu wechseln, wegen der Pandemie doch bis zum Herbst blieb, und später die Gegenkandidaten Stefan Liedholz und Frank-Michael Müller. Und natürlich die Pandemie, die so vieles veränderte. Anne Loth nahm es, wie es kam. Mit all ihrer Erfahrung in Management und Menschenführung.
Sie weiß: Sie kann das. Deshalb hat sie auch damals nicht allzu lange gezögert, als man sie fragte, ob sie sich einen solchen Job denn vorstellen könne.
Den Familienrat einberufen, sich auf die eigenen Stärken besonnen und beschlossen: Ja, ich mache das. Und ich weiß auch, wie: „Ich möchte gerne das Scharnier sein zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern. Und gerade die Bürger so gut in die Gestaltung dieser Stadt einbeziehen, wie es nur geht. Wir als Verwaltung sind hierbei der Dienstleister.“

Wie das gehen kann, haben schon die ersten Bürgersprechstunden gezeigt: Kommunikation, Kommunikation und noch einmal Kommunikation. Die Sprache der Menschen sprechen. Ihre Sorgen ernst nehmen. Mit den Unternehmern auf Augenhöhe im Kontakt bleiben. Diese schätzt Anne Loth übrigens sehr: „Ich bin absolut beeindruckt, welch großartige Firmen wir hier haben, die zum Teil weltweit eine Rolle spielen und deren Inhaber absolut bodenständig und heimatverbunden sind. Und von denen einige auch die oft so schwierige Nachfolge schon geregelt haben.“ Mit ihnen und den Bürgern, die in so vielen Vereinen und Institutionen engagiert sind, will Anne Loth Zukunft gestalten. Dafür langt es nicht, nur auf eine Amtszeit zu blicken, das weiß die 48-Jährige. Dafür braucht es einen Masterplan über zehn oder zwanzig Jahre. Klar, einen Plan gibt es, Gemeindeentwicklungskonzept lautet das Wort-Ungetüm dazu. Auch der Umbau des Busbahnhofs am Surgères-Platz taucht darin natürlich auf.

Konzepte erwachen zum Leben durch mutige Visionen. Durch clevere Ideen. Durch notwendige Kompromisse. Durch Mut zur Entscheidung. Und durch eine gemeinsame Geschichte, an der so viele Menschen wie möglich mitschreiben dürfen. Damit sie zu einem Erfolg wird.

Anne Loths Geschichte als Bürgermeisterin hat gerade erst begonnen. Sie muss die Menschen, mit denen sie arbeitet, erst noch alle kennen lernen und dann zusammenbringen. Sie wird sicher hier und da Strukturen verändern. Und sie will die Bürger mit ihrer wertschätzenden, authentischen und positiven Art anstecken. Um eine Stadt, die mehr als 800 Jahre alt ist, fit zu machen für die Zukunft.

Jetzt erst recht

dark-rock-oper

Die Halle 32 geht neue Wege: In „Sonnenmarsch“, einer Koproduktion von Autor Martin Kuchejda, Komponist Jens Berens und Regisseur Georg Leschig, laufen junge Menschen um ihr Leben. Und die Kulturschaffenden selbst setzen erstmals auf Crowdfunding. Jeder kann das unterstützen.

Lockdown, Sommerpause, Lockdown light. Verschiebung, Absage, Absage, Verschiebung. So in etwa sah das Kulturjahr 2020 in der Halle 32 aus. Nein, da fehlt ein wichtiger Punkt: Neuausrichtung. Weitermachen. Denn das Kulturzentrum mit Halle und Studiobühne ist digitaler geworden, es geht neue Wege. So wie jetzt mit „Sonnenmarsch“. Eine Dark-Rock-Oper. Mit Schauspielern aus den verschiedensten Jahrgängen. Uraufführung? Mal schauen. April hoffentlich. Wie viele Zuschauer sind dann erlaubt? Jo, mal sehen …



Nur ein Ziel ist klar gesteckt: Denn Sonnenmarsch ist das erste Crowdfunding-Projekt in der Geschichte der Halle 32. 5.000 Euro lautet das erste Funding-Ziel auf Startnext, einer Plattform, die schon Beginn für viele erfolgreiche Crowdfunding-Projekte war – 10.000 Euro sollen in der zweiten Stufe gesammelt werden. Das Geld soll die Basis bilden zur Umsetzung eines wahrlich besonderen Projekts. Denn eine Dark-Rock-Oper, und eine solche wird „Sonnenmarsch“ sein, haben Texter Martin Kuchejda und Komponist Jens Berens auch noch nicht umgesetzt. Darin geht es um einen fiktiven, diktatorisch regierten Staat, in dem jedes Jahr Jugendliche beim Sonnenmarsch ihr Leben lassen, falls sie nicht durchhalten.
Nur einer oder eine bleibt am Ende übrig. Doch jemand will sich das nicht mehr gefallen lassen und plant ein Attentat auf den Diktator. Klingt ein bisschen nach den Tributen von Panem? Darf es auch, denn es ist eine finstere Dystopie.

Martin Kuchejda brennt für das neue Projekt. Und er geht es offen an: „Ganz ehrlich? Kein Mensch weiß, ob das erfolgreich wird. Aber es ist ein interessanter neuer Weg. Und wir haben hier alle große Lust, was Neues auf die Beine zu stellen. Die wenigen, einzelnen Events, die wir machen konnten, die haben so gut getan – Künstler auf der Bühne und Menschen davor. Allein diese Grundsituation, diese Kreativitätsexplosion, die ist einfach wunderschön. Und das wollen wir wieder erleben.“ Dafür wird auch Gregor Leschig sorgen, der mit dem Ensemble, zu dem unter anderen der erfahrene Theater- und Filmschauspieler Ulrich Bärenfänger als Diktator gehört, bereits probt.

Die Produktion richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene – bei den Akteuren wie auch beim Publikum. Darstellerinnen und Darsteller werden im Wesentlichen junge Menschen aus dem oberbergischen Raum sein, die dem Publikum eine bewegende, kraftvolle Show bieten wollen. Und: Es werden auch noch Rollen vergeben. Wichtig zu wissen: Die Dark-Rock-Oper mit Bezug zum Hier und Jetzt ist zu etwa vier Fünfteln durchkomponiert, mit einem
entsprechend hohen Anteil an Gesang und Musik. Deshalb ist auch ein Gesangscoach mit an Bord. 


„Eine Rockoper braucht relativ große Ressourcen, von einer ausgefeilten Bühnentechnik über passende Kostüme bis zur Bühnenbildgestaltung“, erläutert Martin Kuchejda. Gerade in Zeiten von Corona halten es die Macher für wichtig, ein bewegendes Live-Spektakel auf die Bühne zu bringen. Nach dem Motto „Let‘s roll“ soll in Gummersbach also etwas in Bewegung gebracht werden, gerade für und mit jungen Menschen.
Das Fundraising soll in der ersten Stufe vor allem dazu dienen, das Stück überzeugend auf die Bühne zu bringen. In einer zweiten Stufe geht es um die überregionale mediale Vermittlung, etwa per Livestream. Eine neue Richtung also auch hier für den Sonnenmarsch.

Und Grund genug, die Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. Die Bandbreite der möglichen Zuwendungen reicht von fünf bis 1000 Euro – und dafür gibt es Dankeschöns wie etwa Eintrittskarten oder signierte Programmhefte.
Je höher die Spende, desto attraktiver das Dankeschön. Mitmachen kann man bis zum 21. Dezember 2020. Und dazu beitragen, dass im nächsten April hoffentlich eine mitreißende düstere
Oper die Halle 32 rockt.

Die Heimat Finderin

im Gespräch

Petra Nadolny ist im Oberbergischen zu Hause. Und auf der Bühne. Und vor der Kamera. Und als Autorin. In so vielen Rollen und voller Leidenschaft. Sie bringt zum Lachen. Sie regt zum Nachdenken an. Und sie denkt bewegend an ein besonderes Jahr zurück. Das ihr trotz allem viel gegeben hat.

Ein einzelner Drehtag für eine Seriengastrolle. Oder ein halbjähriges Engagement am Theater. Ein kurzer Auftritt in einer Satireshow. Oder zweimonatige Dreharbeiten für einen Kinofilm. Immer wieder neu, immer wieder anders, immer neue Menschen. Für Petra
Nadolny ist es immer auch Heimat.

„Ich kann mich auf diese Projekte ganz und gar einlassen, mein Herz öffnen. Für einen Tag oder eine lange Zeit. Und ich kann auch loslassen, das habe ich gelernt in all den Jahren, das war ein Prozess. Und der ist wichtig, sonst würde man kaputtgehen. Ich weiß von Beginn an: Mit diesen Menschen, mit den Kollegen, den Regisseuren, arbeitest du jetzt für eine bestimmte Zeit. Das wird eine intensive Zusammenarbeit, gemeinsam geben wir alles für unser Ziel, ganz intensiv. Da durchströmt uns
die Kreativität. Aber immer ist da eine Endgültigkeit.Am Ende musst du die Menschen und das Projekt
loslassen. Weil ein neues beginnt. Damit umgehen können, das hat was mit Demut zu tun.“

Das Jahr 2020 ist bereits in den November gezogen, als die Schauspielerin, die schon in so viele Rollen geschlüpft ist, die 34 Jahre lang ihr eigenes Theater geführt und mehrere Bücher geschrieben hat, davon erzählt, wie es ist, Künstlerin zu sein. Und darin eine Heimat zu finden. Und gleichsam davon berichtet, was dieses so andere Jahr mit ihr gemacht hat. Wie soll man kreativ sein und bleiben, wenn einem die gesamte Jahresplanung um die Ohren fliegt? Wenn Dreharbeiten abgesagt und Theater geschlossen werden? Wenn niemand in der Branche wirklich weiß, wie es weitergehen soll, weil der Schockzustand aus dem Frühjahr einfach andauert?

„Man rast in eine Angst rein und fragt sich: Erinnert sich danach noch jemand an dich? Ich denke an die Premieren von zwei Kinofilmen, in denen ich mitgespielt habe, großartige Filme, die ich nicht besuchen konnte, weil der Lockdown kam. Dann die Theaterschließungen, dabei sind das doch keine Superspreader-Orte  … das ist schon alles in allem ein bedrückendes Jahr.“

Das sagt die Frau, die nicht nur durch ihre Rollen in den Kultparodie-Sendungen „Switch“ und „Switch Reloaded“ einem Millionenpublikum bekannt wurde – mehr als einhundert Charaktere hat sie hier in mehr als zehn Jahren verkörpert, unter anderem auf grandiose Weise die Literaturkritikerin Elke Heidenreich. Und die aktuell auch in der Satiresendung Extra3 zu sehen ist, weil ihr das komödiantische Talent einfach im Blut liegt. Aber selbst bei Extra3 waren die Dreharbeiten zwischenzeitlich wegen der Pandemie unterbrochen.
Was also tun? Umdenken. Sich besinnen. Auf die Heimat, ihr Lebensthema, seit sie noch vor der Wende aus der DDR ausgereist ist, weil sie mit der dortigen Ideologie nichts mehr zu tun haben wollte. So lernte sie in diesem Sommer ihre oberbergische Wahlheimat noch einmal ganz neu kennen. Noch mehr lieben. Mit ihrer Schönheit und auch ihrem Schrecken.
„Ich war so oft draußen. Habe viele
Obstbäume und Sträucher in unserem Garten gepflanzt, habe wie so viele Menschen das Wandern neu entdeckt, andere, ungewöhnliche Wanderwege kennengelernt, bin Kajak gefahren, und habe die Region dadurch noch mehr lieben gelernt. Was haben wir hier für eine traumhafte Umgebung, da geht einem doch das Herz auf. Und was haben wir gleichsam angerichtet, wenn man sich den Kahlschlag in den Wäldern anschaut. Da kommt der Klimawandel sehr nah. Deshalb habe ich beschlossen, mich noch stärker zu engagieren, Spenden zu sammeln, damit zum Beispiel andere, neue Baumarten in der Region angepflanzt werden können. Ich finde es total wichtig, direkt vor Ort etwas zu machen, was zu bewegen.“ 

Und Petra Nadolny, die nicht nur Schauspielerin, sondern auch Diplom-Journalistin ist, hat in den vergangenen Monaten auch wieder zum Schreiben
gefunden und neue Geschichten zu Papier gebracht. Auch darin spielt
Heimat eine Rolle. Heimat als Ort, an dem man lebt, als Beruf, den man liebt, als Mensch, mit dem man arbeitet. Immer geht es darum, Wurzeln zu schlagen, die bleiben werden, egal, was kommt. So wie beim Theater 1+1, das Petra Nadolny 34 Jahre lang gemeinsam mit ihrem Kollegen Wolfgang Fiebig
betrieben hat. Mit Leib und Seele.

„Wir haben alle unsere Stücke selber geschrieben, inszeniert und gespielt.
Wir haben alles selbst vermarktet. Es war einfach unser Theater.“

Es bot die komplette künstlerische Freiheit und war zugleich ein Gegenpol zur oft schnelllebigen und unkalkulierbaren Fernsehbranche. Ihr Theater im Jahr 2019 nach mehr als drei Jahrzehnten aufgeben zu müssen, weil sich Wolfgang Fiebig beruflich nach Leipzig orientierte, das war hart. Eine Heimat, die jetzt Erinnerung ist, und an die Petra Nadolny oft und gerne zurückdenkt. Aber sie blickt auch voraus, und das bei aller Nachdenklichkeit mit großer Freude und mit Optimismus. Denn mit sechzig Jahren, da geht sie einfach weiter. Weil Alter höchstens eine Nebenrolle spielt.

„Ja, die Sechzig … ich habe da gar keinen richtigen Bezug zu. Für manche Menschen mag dieses Alter sicher eine Rolle spielen. Man selbst glaubt das ja auch nicht. Man guckt in den Spiegel und denkt: Häh? Ich fühle mich frisch und gesund, bin noch fit in der Birne und fühle mich in nichts eingeschränkt. Ich weiß nicht einmal, ob ich mich als 25-Jährige besser gefühlt habe als
heute. Zumal ich ja all das, was ich mache und was ich liebe, so lange machen kann, wie es mir gut geht. Und genau das will ich, denn dafür ist dieser Beruf zu schön.“

Dieser Beruf, der sie im nächsten Jahr auch wieder auf die Theaterbühne führen wird – als Tatortreinigerin nach Vorlage der Kultserie mit Bjarne Mädel. Nur eben mit einer weiblichen Reinigungskraft in der Hauptrolle, die an den Tatorten von Verbrechen sauber macht und dort auf skurrile Charaktere trifft. Tragik trifft Komik – das ist genau ihr Ding.

Und auch ein Filmprojekt steht an, wie Petra Nadolny schon verrät. Ein WDR-Film, in dem es um eine Bäckerfamilie gehen wird, die wegen des immer noch stattfindenden Braunkohletagebaus ihr Dorf verlassen muss. Da ist es wieder, das Heimatthema, und nicht nur deshalb freut sich Petra Nadolny schon auf die Dreharbeiten zu dem Film, der in und um Aachen spielen soll. Sondern auch, weil es wieder etwas Neues ist. Weil sie wieder mit Kolleginnen und Kollegen spielen darf, die den Beruf genauso lieben wie sie. Deshalb sagt sie auch jedem jungen Menschen, der vielleicht ausgerechnet jetzt, in dieser seltsamen Zeit, überlegt, eine Karriere als Schauspielerin oder Schauspieler zu starten, Folgendes:

„Mach dein Ding. Das kann ich ganz uneingeschränkt sagen. Ja, mach dein Ding, wenn die Energie da ist, wenn du dafür brennst. Denn man kann jeden Tag eine andere Entscheidung treffen. Und jedes neue Projekt bleibt immer
eine Mutprobe.“ 

Hey, hier ist Siri

event

Von Bergneustadt über Deutschlands Theaterbühnen ins ZDF – und dann nach Netflix: Gut, dass sich Siri Nase nach dem Abi für die Schauspielerei entschieden hat.

Das ENGELBERT-Telefon klingelt. Ich gehe ran, melde mich. Und breche zwei Sekunden später in Spontangelächter aus. Denn dazwischen liegt dieser Satz: „Hey Daniel, hier ist Siri!“ Moment, das kenne ich, nur umgekehrt: „Hey Siri, spiel doch mal …!“ Und so weiter. Nun heißt die charmante Bergneustädterin am anderen Ende der Leitung nicht nur wirklich so wie die berühmte Spracherkennungssoftware, sondern sie trägt auch noch eine Nase als Nachnamen. Ohne Witz. Und natürlich ist diese Kombi der Eisbrecher schlechthin. Wir unterhalten uns keine fünf Minuten und haben uns schon dreimal kaputtgelacht. Das kann ja was werden.

Wird es auch, denn die Begrüßung ist kein bisschen aufgesetzt: Siri Nase ist so. Lustig, spontan, schlagfertig, positiv. Auch in besonderen Zeiten, die für sie als Schauspielerin durchaus herausfordernd sind. Drehs wurden unterbrochen und dann im Herbst unter anderen Bedingungen fortgesetzt, wie der für die ZDF-Serie „Der Staatsanwalt“. Und Theater hatten und haben noch immer geschlossen.

Für die 34-Jährige, die in den letzten Jahren unter anderem in der ZDF-Serie Soko Köln und dem Netflix-Erfolg „How to sell your drugs online (fast)“ zu sehen war, hat mit dem ersten Lockdown eine Zeit des Neudenkens, des Andersmachens begonnen. Sie absolviert gerade eine MBSR-Ausbildung zur Achtsamkeitslehrerin, achtet noch stärker auf die Gesundheit, auf gutes Essen, will anderen Menschen etwas von ihrem positiven Denken und ihrer mentalen Stärke abgeben. Dieses Denken, das hatte sie schon als Kind. Ist man Schauspielerin oder wird man es? Siri Nase scheint es schon immer zu sein: „Meine Mutter erzählt heute noch, dass ich als kleines Mädchen so verträumt und ständig in Rollenspielen vertieft war. Und da musste alles bis ins kleinste Detail passen.“ Mit sieben stand Siri Nase, die in Engelskirchen geboren wurde und in Bergneustadt aufwuchs, dort schon auf der Bühne des Losemund-Theaters.

Okay, mit sieben Jahren denkt man noch nicht daran, dass aus der Leidenschaft mal ein Beruf werden könnte. Siri Nase blieb zwar bei der Schauspielerei, hatte aber als Tochter eines Kinderarztes nach dem Abi ein ganz anderes Berufsziel: „Ich wollte Hebamme werden, habe auch einige Praktika gemacht, war sogar an der Uni-Klinik.“ Dann kam die Gretchenfrage: Und, wie hast du‘s mit der Schauspielerei? Zumal du in der Schauspielschule „Der Keller“ in Köln sogar eine Chance auf eine fundierte Ausbildung hättest? Siri Nase sagte Ja zur Kunst und Nein zur Hebamme. Und: Sie hat sehr tolerante Eltern, die ihr, obwohl ihr Vater ja selber Arzt ist, alle Türen offen hielten: „Meine Mutter hat immer gesagt: Die Welt ist so groß, dir bieten sich so viele Möglichkeiten. Mach das jetzt erst mal und dann schaust du weiter.“

Siri Nase machte einfach und musste erst mal gar nicht groß schauen, weil sich eins nach dem anderen ergab. Sie habe viel Glück gehabt, sinniert sie bescheiden. Na ja, eine gewaltige Portion Können dürfte auch dabei gewesen sein, wenn man nach dem Abschluss der Schauspielschule – inklusive eines Besuchs der Royal Academy of Dramatic Art in London – nicht nur direkt eine Agentur findet. Sondern nacheinander in Köln, Salzburg und Berlin auf den großen Bühnen spielt, weil man von den jeweiligen Regisseuren immer wieder engagiert wird. Und kurz danach vor der Kamera steht. Die selbst gewählte Fallhöhe, abends auf der Bühne vor Publikum oder vor dem gesamten Filmteam bei Dreharbeiten auf den Punkt abliefern zu müssen – Siri Nase liebt es, zumal sie Kreativität nach wie vor einfach zulassen kann, ohne sie zu erzwingen.

Wenngleich der Konkurrenzdruck um gute Rollen nicht klein ist in der Branche, hat sie sich eine gewisse Leichtigkeit bewahrt: „Ich halte gar nichts davon, die Ellenbogen auszufahren. Und ich wäre auch nicht stolz auf eine Rolle, die man mir nur gegeben hätte, weil ich mich da durchgeboxt habe.“

Die gebürtige Engelskirchenerin, die heute in Köln und Berlin lebt, überzeugt lieber mit dem, was sie kann. Und damit ist sie bislang gut gefahren, auf der Bühne wie im Fernsehen. Zu wissen, dass man jetzt für Jahre in seiner Rolle in einer Streaming-Serie zu sehen sein wird, was macht das eigentlich mit einem? „Ich habe mich daran gewöhnt, es ist eben eine Rolle. Und diese Rolle ist der Beruf. Aber das musste ich auch erst mal lernen“, erzählt Siri Nase, die gerne im Hier und Jetzt denkt und lebt. Sie weiß: Morgen kann die Traumrolle kommen. Oder erst in einem halben Jahr. Das geht ihr so. Und den meisten Kollegen.

Was ein Lebensmodell angeht, so hat sie aber eine klare Vorstellung – und die passt ganz gut zu ihrer Kindheit auf dem Land: „Viel Natur, am besten mit großem Garten. Barfuß im Gras stehen.“ Und dann Kreativität zu- und laufen lassen. Ideen entwickeln. Und natürlich an neuen Rollen arbeiten, zum Beispiel, weil gerade ein Regisseur wegen eines spannenden Projektes angerufen hat: „Hey Siri, spiel doch mal …“ Und dann spielt sie.

Vorbild sein

gesundheit

In ihrem Haarkompetenz-Zentrum in Gummersbach haben Petra Dehler und ihr Team die Menschen in den letzten Monaten mit Zweithaar versorgt, darunter viele Chemopatientinnen. Mit Geduld, Zeit und viel Empathie.

Verzweifelt? Nein. Ich suche in der Krise immer die Chance, um sie so gut wie möglich bewältigen zu können. Ich möchte ein Vorbild sein und zeigen, dass es weitergeht. Und dass du dich als Unternehmerin zuerst einmal selber führen musst!“ Petra Dehler nimmt sich Zeit für diesen Satz, Zeit für ein kurzes Interview, Zeit, die sie eigentlich gar nicht hat. Denn die Zweithaar-Spezialistin und Heilpraktikerin aus Gummersbach arbeitet seit Wochen um die 13 Stunden pro Tag. Sie hatte auch zu Lockdown-Zeiten den Zweithaar-Bereich geöffnet, weil sie für die medizinische Grundversorgung von Menschen zuständig ist – jedoch mussten die Patienten ein ärztliches Attest mitbringen. Wer wegen einer Chemotherapie Haare verliert und binnen weniger Tage eine Perücke benötigt, kann nicht lange warten. Und eben darauf hat sich Petra Dehler spezialisiert. Sie versorgt Kunden aus dem gesamten Bergischen Land mit Zweithaar, zuletzt kamen welche aus Remscheid. Sie ist gefragter denn je. Auch, weil sie mit ihrem Team sehr schnell sehr konsequent gehandelt hat. 

„Ich hatte vorher schon drei in sich abgeschlossene Bedienboxen für den Zweithaarbereich, das kam mir zu Gute. Wir arbeiten mit dem Team in Schichten, haben den Friseurbereich von dem der Zweithaarversorgung getrennt, lassen nur eine begrenzte Anzahl Kunden herein“, erzählt die Unternehmerin. Den Kunden erklären sie und ihr Team mit Geduld und zur Not auch immer wieder, wie das mit dem Mundschutz läuft, mit der Desinfektion, mit dem Abstandhalten und warum die Vorgaben eingehalten werden müssen. Sie betreibt einen immensen Aufwand, allein für das x-fache Desinfizieren der Arbeitsbereiche, Scheren, Bürsten, Waschzone und so weiter: „Pro Kunde brauchen wir im Schnitt 15 Minuten länger. Aber das ist es uns wert.“ Und wie klappt das mit dem Mundschutz? „Wir tragen hier alle die FFP2-Masken, da müssen wir jede Stunde die Filter wechseln. Ich hab mich dran gewöhnt, alles machbar.“

Petra Dehler erzählt das mit einer beinahe stoischen Ruhe und Souveränität. Kein bisschen gestresst nach Wochen im Ausnahmezustand? Nein. Zumal ihr auch die Digitalisierung zugute kommt: „Ich habe auch schon Perücken per Kurier verschickt und die Kunden dann über Facetime oder Skype beraten und ihnen gezeigt, wie sie sie aufsetzen und pflegen.“ Besondere Zeiten brauchen besondere Menschen. So wie Petra Dehler und ihr Team.

Immer ein Auge und Ohr für die Kunden

optik und akustik

Schnapszahl! Optiker und Akustiker Köhler in Gummersbach feiert sein 55-jähriges Bestehen. Und beweist: Wer sich
viel Zeit für seine Kunden nimmt, dem halten diese
Kunden über lange Zeit die Treue. 

Was Optik und Akustik mit Zeit
zu tun hat? Eine Menge.

Wenn sich echte Experten jeden Tag genau so viel Zeit nehmen, wie nötig ist, um für einen Kunden die perfekte Brille zu finden. Oder die passende Hörhilfe. Wenn, vor allem in der Akustik, über viele Monate gemeinsam mit dem Kunden feinjustiert wird, bis das Hörgerät perfekt eingestellt ist. Wenn ein Expertenteam viel Zeit und Energie investiert, um Produkte anzubieten, die qualitativ über jeden Zweifel erhaben sind.

Und wenn ein Fachgeschäft im Herzen von Gummersbach gerade wegen all dieser Eigenschaften über eine lange Zeit seine Kunden immer wieder begeistert. 

So wie Optiker und Akustiker Köhler. Bereits 1965 wurde das Familienunternehmen gegründet und zog zehn Jahre später ins EKZ Bergischer Hof, wo es auch heute noch zu finden ist – und dieser Tage mit einer Gutscheinaktion sowie der Verlosung eines E-Scooters sein 55-jähriges Bestehen feiert.

Die Seh- und Hörtechnik hat sich in den Jahren immer weiterentwickelt, und mit ihm das Know-how des Geschäftsführerpaares Justus und Kerstin Köhler und seiner Mitarbeiter, von denen viele seit mehr als 30 Jahren an Bord sind. 

Geblieben sind über all die Jahre die Leidenschaft und der hohe Anspruch der Optiker und Akustiker, jedem Kunden zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.
Wer das einmal selbst erlebt hat, gerade auch in besonderen Zeiten, der geht mit dem beruhigenden Wissen nach Hause: Ja, hier bin ich richtig. 

Urlaub kulinarisch

genuss

Mit Probierpaketen, einem Lieferservice und telefonischer Beratung schaffte es das Team von Wein und Tee bei E, seine Kunden auch in herausfordernden Zeiten zu begeistern.

Geöffnet? Ja. Die rund 25 Frühjahrs-Events, für die normalerweise größere Mengen Wein und Feinkost bestellt werden? Fehlanzeige. Und jetzt? Weiter machen! Anders machen! „Wir haben bei Wein und Tee bei E immer schon einen Versandservice angeboten, das haben wir jetzt ausgebaut. Wir verschicken per DHL und beliefern im näheren Umfeld die Kunden auch persönlich, das kommt gut an. Insbesondere die Älteren, die uns die Treue halten, aber nicht so gern rausgehen, wissen diesen Service zu schätzen“, berichtet Dr. Jörg Sachse. Gemeinsam mit seiner Frau führt er in Lindlar und Wiehl seine Fachgeschäfte für Wein, Tee und Feinkost. Er hatte durchgehend geöffnet in den letzten Monaten, musste aber wegen besagter weggefallener Veranstaltungen und weniger Privatfeiern, bei denen man ja auch gerne mal Wein verschenkt, umdenken: „Wir sind auf Facebook jetzt viel stärker vertreten, dort erreichen wir genau unsere Zielgruppe. Und wir informieren regeläßig per Newsletter über Angebote und Aktionen.“ 

Den beliebten Schnittchenservice haben die Sachses deutlich ausgebaut haben.
Aus gutem Brot vom heimischen Bäcker, mit köstlichen Aufstrichen und Gewürzen aus der Region, von Wiehl bis Nümbrecht, zaubern sie Schnittchen, die genauso großartig schmecken wie sie aussehen, dazu gibt es auch mal einen frischen Salat. All das zum Vor-Ort-Einkaufen oder in der Kühlbox geliefert, ganz wie es die Kunden wünschen, ob privat oder gewerblich. „Wir haben auch einige individuelle Probierpakete entwickelt mit Weinen und Feinkost aus den Ländern, in die man zuletzt nicht reisen konnte, wie Spanien, Griechenland, Italien. Nach dem Motto: Wenn du nicht wegfahren kannst, bringen wir den Urlaub kulinarisch zu dir“, erzählt Sachse, der wie seine Frau immer häufiger auch telefonisch berät.

Das persönliche, zugewandte Verhältnis zu den Kunden macht Wein und Tee bei E aus – und das pflegen die Sachses mit ihrem großartigen Team auch weiterhin, nur eben ein bisschen anders als sonst. Und sie erleben echte Dankbarkeit. Sachse ist überzeugt, dass er bald auch wieder seine Weinverkostungen wie früher in den beiden Läden anbieten kann. Und, dass sich die Kunden auch in Zukunft gerne beliefern lassen. Weil es einfach gut klappt.

Er bringt‘s einfach

genuss 

Was tun, wenn das Restaurant geschlossen ist? Genau: Die Speisen bringen! Hat Peter Hartkopf mit seinem Team des
Hotels und Restaurants „Zum Holländer“ gemacht. Mit viel
Engagement. Inzwischen dürfen die Gäste wieder kommen.

Er war unterwegs und ist es noch. Kopf in den Sand? Nix da. Nicht mit Peter Hartkopf. Klar, als Gastronom hatte es der Küchenchef und Inhaber des Lindlarer Traditionsrestaurants Zum Holländer seit Mitte März ebenso schwer wie viele seiner Kollegen. Sie waren zum Schließen verdammt. Über Sinn und Zweck lässt sich streiten, bringt nur nix. Was viel bringt, ist Machen. Und Peter Hartkopf ist ein Macher: „Wir haben vorher schon Essen auf Rädern angeboten. Das haben wir deutlich ausgebaut und viele, viele Menschen in der Stadt, insbesondere ältere, jeden Tag mit einem guten, frischen, warmen Essen beliefert.“ In mehreren Tagestouren fährt das Holländer-Team zu den Kunden. In den Thermoboxen bleibt das Essen bis zu zwei Stunden lang warm, das Porzellan holen die Mitarbeiter am nächsten Tag ab. Als die Kontaktbeschränkungen noch sehr streng waren, lief die gesamte Belieferung komplett kontaktlos ab. Was menschlich gesehen nicht immer leicht war, weil mancher Kunde doch gerne noch an der Tür ein bisschen geschnackt hätte. Ging nicht, zumal die Touren eng getaktet waren und regelmäßig die Lieferfahrzeuge desinfiziert werden mussten. Ein großer zeitlicher Aufwand, den die Kunden zu schätzen wissen. 

Den Aufwand hat Hartkopf mit seinem Team auch betrieben, als er Mitte Mai wieder öffnen durfte. Da waren die Frühjahrsevents wie Kommunion, Konfirmation und diverse Schulungen von Unternehmen schon alle weggebrochen, dafür durften wieder Restaurantgäste rein. 

Ein Hygienekonzept konzipieren und umsetzen, das bedeutet: Schilder, Aufsteller, Plexiglasscheiben, zahlreiche Desinfektionsspender, dafür insgesamt weniger Tische – und trotzdem eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Der große Tisch mit Glasumrahmung, den die vielen Stammgäste kennen, hilft da natürlich. 

Das Angebot hat der Küchenchef anfangs etwas reduziert, die beliebten Highlights und Klassiker aber natürlich auf der Karte gelassen. Und die Gäste kommen. Weil sie wissen, was sie am Restaurant Zum Holländer haben. Weil sie wissen, dass Peter Hartkopf das hinbekommt. Mit der Gemütlichkeit. Und mit den leckeren Speisen sowieso.