Vorbild sein

gesundheit

In ihrem Haarkompetenz-Zentrum in Gummersbach haben Petra Dehler und ihr Team die Menschen in den letzten Monaten mit Zweithaar versorgt, darunter viele Chemopatientinnen. Mit Geduld, Zeit und viel Empathie.

Verzweifelt? Nein. Ich suche in der Krise immer die Chance, um sie so gut wie möglich bewältigen zu können. Ich möchte ein Vorbild sein und zeigen, dass es weitergeht. Und dass du dich als Unternehmerin zuerst einmal selber führen musst!“ Petra Dehler nimmt sich Zeit für diesen Satz, Zeit für ein kurzes Interview, Zeit, die sie eigentlich gar nicht hat. Denn die Zweithaar-Spezialistin und Heilpraktikerin aus Gummersbach arbeitet seit Wochen um die 13 Stunden pro Tag. Sie hatte auch zu Lockdown-Zeiten den Zweithaar-Bereich geöffnet, weil sie für die medizinische Grundversorgung von Menschen zuständig ist – jedoch mussten die Patienten ein ärztliches Attest mitbringen. Wer wegen einer Chemotherapie Haare verliert und binnen weniger Tage eine Perücke benötigt, kann nicht lange warten. Und eben darauf hat sich Petra Dehler spezialisiert. Sie versorgt Kunden aus dem gesamten Bergischen Land mit Zweithaar, zuletzt kamen welche aus Remscheid. Sie ist gefragter denn je. Auch, weil sie mit ihrem Team sehr schnell sehr konsequent gehandelt hat. 

„Ich hatte vorher schon drei in sich abgeschlossene Bedienboxen für den Zweithaarbereich, das kam mir zu Gute. Wir arbeiten mit dem Team in Schichten, haben den Friseurbereich von dem der Zweithaarversorgung getrennt, lassen nur eine begrenzte Anzahl Kunden herein“, erzählt die Unternehmerin. Den Kunden erklären sie und ihr Team mit Geduld und zur Not auch immer wieder, wie das mit dem Mundschutz läuft, mit der Desinfektion, mit dem Abstandhalten und warum die Vorgaben eingehalten werden müssen. Sie betreibt einen immensen Aufwand, allein für das x-fache Desinfizieren der Arbeitsbereiche, Scheren, Bürsten, Waschzone und so weiter: „Pro Kunde brauchen wir im Schnitt 15 Minuten länger. Aber das ist es uns wert.“ Und wie klappt das mit dem Mundschutz? „Wir tragen hier alle die FFP2-Masken, da müssen wir jede Stunde die Filter wechseln. Ich hab mich dran gewöhnt, alles machbar.“

Petra Dehler erzählt das mit einer beinahe stoischen Ruhe und Souveränität. Kein bisschen gestresst nach Wochen im Ausnahmezustand? Nein. Zumal ihr auch die Digitalisierung zugute kommt: „Ich habe auch schon Perücken per Kurier verschickt und die Kunden dann über Facetime oder Skype beraten und ihnen gezeigt, wie sie sie aufsetzen und pflegen.“ Besondere Zeiten brauchen besondere Menschen. So wie Petra Dehler und ihr Team.

Immer ein Auge und Ohr für die Kunden

optik und akustik

Schnapszahl! Optiker und Akustiker Köhler in Gummersbach feiert sein 55-jähriges Bestehen. Und beweist: Wer sich
viel Zeit für seine Kunden nimmt, dem halten diese
Kunden über lange Zeit die Treue. 

Was Optik und Akustik mit Zeit
zu tun hat? Eine Menge.

Wenn sich echte Experten jeden Tag genau so viel Zeit nehmen, wie nötig ist, um für einen Kunden die perfekte Brille zu finden. Oder die passende Hörhilfe. Wenn, vor allem in der Akustik, über viele Monate gemeinsam mit dem Kunden feinjustiert wird, bis das Hörgerät perfekt eingestellt ist. Wenn ein Expertenteam viel Zeit und Energie investiert, um Produkte anzubieten, die qualitativ über jeden Zweifel erhaben sind.

Und wenn ein Fachgeschäft im Herzen von Gummersbach gerade wegen all dieser Eigenschaften über eine lange Zeit seine Kunden immer wieder begeistert. 

So wie Optiker und Akustiker Köhler. Bereits 1965 wurde das Familienunternehmen gegründet und zog zehn Jahre später ins EKZ Bergischer Hof, wo es auch heute noch zu finden ist – und dieser Tage mit einer Gutscheinaktion sowie der Verlosung eines E-Scooters sein 55-jähriges Bestehen feiert.

Die Seh- und Hörtechnik hat sich in den Jahren immer weiterentwickelt, und mit ihm das Know-how des Geschäftsführerpaares Justus und Kerstin Köhler und seiner Mitarbeiter, von denen viele seit mehr als 30 Jahren an Bord sind. 

Geblieben sind über all die Jahre die Leidenschaft und der hohe Anspruch der Optiker und Akustiker, jedem Kunden zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.
Wer das einmal selbst erlebt hat, gerade auch in besonderen Zeiten, der geht mit dem beruhigenden Wissen nach Hause: Ja, hier bin ich richtig. 

Urlaub kulinarisch

genuss

Mit Probierpaketen, einem Lieferservice und telefonischer Beratung schaffte es das Team von Wein und Tee bei E, seine Kunden auch in herausfordernden Zeiten zu begeistern.

Geöffnet? Ja. Die rund 25 Frühjahrs-Events, für die normalerweise größere Mengen Wein und Feinkost bestellt werden? Fehlanzeige. Und jetzt? Weiter machen! Anders machen! „Wir haben bei Wein und Tee bei E immer schon einen Versandservice angeboten, das haben wir jetzt ausgebaut. Wir verschicken per DHL und beliefern im näheren Umfeld die Kunden auch persönlich, das kommt gut an. Insbesondere die Älteren, die uns die Treue halten, aber nicht so gern rausgehen, wissen diesen Service zu schätzen“, berichtet Dr. Jörg Sachse. Gemeinsam mit seiner Frau führt er in Lindlar und Wiehl seine Fachgeschäfte für Wein, Tee und Feinkost. Er hatte durchgehend geöffnet in den letzten Monaten, musste aber wegen besagter weggefallener Veranstaltungen und weniger Privatfeiern, bei denen man ja auch gerne mal Wein verschenkt, umdenken: „Wir sind auf Facebook jetzt viel stärker vertreten, dort erreichen wir genau unsere Zielgruppe. Und wir informieren regeläßig per Newsletter über Angebote und Aktionen.“ 

Den beliebten Schnittchenservice haben die Sachses deutlich ausgebaut haben.
Aus gutem Brot vom heimischen Bäcker, mit köstlichen Aufstrichen und Gewürzen aus der Region, von Wiehl bis Nümbrecht, zaubern sie Schnittchen, die genauso großartig schmecken wie sie aussehen, dazu gibt es auch mal einen frischen Salat. All das zum Vor-Ort-Einkaufen oder in der Kühlbox geliefert, ganz wie es die Kunden wünschen, ob privat oder gewerblich. „Wir haben auch einige individuelle Probierpakete entwickelt mit Weinen und Feinkost aus den Ländern, in die man zuletzt nicht reisen konnte, wie Spanien, Griechenland, Italien. Nach dem Motto: Wenn du nicht wegfahren kannst, bringen wir den Urlaub kulinarisch zu dir“, erzählt Sachse, der wie seine Frau immer häufiger auch telefonisch berät.

Das persönliche, zugewandte Verhältnis zu den Kunden macht Wein und Tee bei E aus – und das pflegen die Sachses mit ihrem großartigen Team auch weiterhin, nur eben ein bisschen anders als sonst. Und sie erleben echte Dankbarkeit. Sachse ist überzeugt, dass er bald auch wieder seine Weinverkostungen wie früher in den beiden Läden anbieten kann. Und, dass sich die Kunden auch in Zukunft gerne beliefern lassen. Weil es einfach gut klappt.

Er bringt‘s einfach

genuss 

Was tun, wenn das Restaurant geschlossen ist? Genau: Die Speisen bringen! Hat Peter Hartkopf mit seinem Team des
Hotels und Restaurants „Zum Holländer“ gemacht. Mit viel
Engagement. Inzwischen dürfen die Gäste wieder kommen.

Er war unterwegs und ist es noch. Kopf in den Sand? Nix da. Nicht mit Peter Hartkopf. Klar, als Gastronom hatte es der Küchenchef und Inhaber des Lindlarer Traditionsrestaurants Zum Holländer seit Mitte März ebenso schwer wie viele seiner Kollegen. Sie waren zum Schließen verdammt. Über Sinn und Zweck lässt sich streiten, bringt nur nix. Was viel bringt, ist Machen. Und Peter Hartkopf ist ein Macher: „Wir haben vorher schon Essen auf Rädern angeboten. Das haben wir deutlich ausgebaut und viele, viele Menschen in der Stadt, insbesondere ältere, jeden Tag mit einem guten, frischen, warmen Essen beliefert.“ In mehreren Tagestouren fährt das Holländer-Team zu den Kunden. In den Thermoboxen bleibt das Essen bis zu zwei Stunden lang warm, das Porzellan holen die Mitarbeiter am nächsten Tag ab. Als die Kontaktbeschränkungen noch sehr streng waren, lief die gesamte Belieferung komplett kontaktlos ab. Was menschlich gesehen nicht immer leicht war, weil mancher Kunde doch gerne noch an der Tür ein bisschen geschnackt hätte. Ging nicht, zumal die Touren eng getaktet waren und regelmäßig die Lieferfahrzeuge desinfiziert werden mussten. Ein großer zeitlicher Aufwand, den die Kunden zu schätzen wissen. 

Den Aufwand hat Hartkopf mit seinem Team auch betrieben, als er Mitte Mai wieder öffnen durfte. Da waren die Frühjahrsevents wie Kommunion, Konfirmation und diverse Schulungen von Unternehmen schon alle weggebrochen, dafür durften wieder Restaurantgäste rein. 

Ein Hygienekonzept konzipieren und umsetzen, das bedeutet: Schilder, Aufsteller, Plexiglasscheiben, zahlreiche Desinfektionsspender, dafür insgesamt weniger Tische – und trotzdem eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Der große Tisch mit Glasumrahmung, den die vielen Stammgäste kennen, hilft da natürlich. 

Das Angebot hat der Küchenchef anfangs etwas reduziert, die beliebten Highlights und Klassiker aber natürlich auf der Karte gelassen. Und die Gäste kommen. Weil sie wissen, was sie am Restaurant Zum Holländer haben. Weil sie wissen, dass Peter Hartkopf das hinbekommt. Mit der Gemütlichkeit. Und mit den leckeren Speisen sowieso.

In bund läuft es rund

technik

Videochats, digitales Lernen
– in Zeiten wie diesen ist schnelles Internet systemrelevant. Die BEW sorgt mit der Glasfaserkabel-Verlegung dafür, dass es in Hückeswagen und Wipperfürth genau so schnell läuft, wie es muss.

Fotos: BEW

Hallo? Ist da wer? Ich höre was, aber ich sehe nur ein Standbild?! Und das ist auch nur verpixelt … ja, so hat es mancher in den letzten Monaten erlebt. Beim Videochat mit den Kollegen aus dem Homeoffice. Beim digitalen Schulunterricht von zu Hause aus. Kann frustrierend sein. Wird aber bald in Hückeswagen und Wipperfürth in 3000 Haushalten, einhundert Unternehmen und 18 Schulen Vergangenheit sein. Denn der Ausbau des Glasfasernetzes durch die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) in der Region geht im Eiltempo voran – auch dank des milden Winters und des super Wetters im Frühjahr. 

Dass die Anschlüsse direkt in die Häuser gehen, hat einen entscheidenden Vorteil, denn die Übertragung ist damit deutlich schneller und nahezu unbegrenzt leistungsfähig. Heißt: Surfen in Lichtgeschwindigkeit rund um Welt, das Hoch- und Runterladen großer Datenpakete geht in Sekundenschnelle, Videospiele mit den Freunden im Nachbarort ohne Störung, digitales Lernen ohne Pixel und Standbild. Dafür mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbits/s.

Die Versorgung ist zeitlich eng durchgetaktet. Ende Mai wurde der zentrale Glasfaser-Hauptverteiler für Wipperfürth mit einem 160-Tonnen Kran in der Bahnstraße aufgestellt. Bereits bis Ende 2021 plant die BEW gemeinsam mit innogy TelNet das Glasfasernetz im gesamten Gebiet fertigzustellen – mit einer Gesamtlänge von dann 1.270 Kilometern. 

Das ist wichtig und notwendig, denn die neue Zeit zeigt eines ganz deutlich: Internet ist systemrelevant. Egal ob Bankengeschäfte, Online-Portale des Einzelhandels, die Logistik oder die Verwaltung: Die Wirtschaft ist so stark digitalisiert, dass sie auch jenseits der aktuellen Lage nur mit einem verlässlichen Internetzugang funktioniert. „Leistungsstarkes und schnelles Internet ist die Basis dafür, dass all die vielen beruflichen und privaten Aktivitäten gleichzeitig und störungsfrei online stattfinden können“, sagt BEW-Geschäftsführer Jens Langner. „Diese Voraussetzung schaffen wir gerade.“

 

Schutz auf kreative Art

kooperationen

Das Karin Glasmacher-Modelabel aus Engelskirchen und Wiehl stattet die Bielsteiner Erzquell-Brauerei mit individuell gestalteten Mund-Nasen-Masken aus – eine oberbergische Zusammenarbeit, von denen es noch viel mehr geben müsste.

Foto: C.Rothe

Was hat ein Damenmodehersteller aus Wiehl und Engelskirchen mit einer Brauerei in Bielstein zu tun? Bei dieser Frage hätte man vor Monaten noch die Schultern gezuckt. Hm … nix? Oh doch. Spezielle Zeiten erfordern ungewöhnliche Kooperationen. So wie diese: Karin Glasmacher, einzigartig in der Region mit hochwertiger und zeitloser Damenmode, hat schon zu Beginn des Lockdowns im März umgeplant. „Mode ist unsere Leidenschaft, aber ungewöhnliche Zeiten erfordern Flexibilität und Einsatz. Wir haben das Know-how, wir haben die Maschinen, was lag da näher, als Alltagsmasken anzufertigen“, erklärt Geschäftsführer Georg Konrad. So kreativ wie beim Entwerfen und Herstellen der Damenmode ist er auch bei den Masken. Die gibt es in den verschiedensten Farben und Looks als kölsche Edition mit Sprüchen in rheinischer Mundart oder aber auch im Corporate Design mit Logo-Aufdruck für Unternehmen. Stichwort Brauerei: Die Mitarbeiter von Erzquell in Wiehl, insbesondere im Außendienst und in der Logistik, brauchen ständig Masken. Zuerst haben sie die selbst genäht. Jetzt haben sie neue von Konrad – inklusive des Slogans „Heimat ist für uns Zusammenhalt“ – und dieser meint die Unternehmen untereinander als auch die Verbraucher vor Ort. Christian Teipel Werbung und Werbetechnik aus Engelskirchen hat den Druck ermöglicht.

Christina Rothe (Unternehmenskommunikation bei Erzquell) und Georg Konrad sehen in der Kooperation von regionalen Unternehmen eine Chance für nachhaltigen Erfolg. Erzquell hat seinen Gastronomiepartnern unter anderem Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, welches im Bergischen hergestellt wurde. Es gelte, Zeichen zu setzen: „Hier gibt es so viele hervorragende Firmen und Manufakturen“, unterstreicht Konrad. „Gemeinsam können wir eine neue oberbergische Qualitätsmarke erschaffen. Mit Produkten und Leistungen, die hier in der Region entstehen – und die die Menschen vor Ort kaufen und wertschätzen.“ So wie Mode und Masken von hier. So wie das Bier von hier.

alle neu seit Mai

mobilität

Erst Umbau, dann Ausnahmezustand. Und jetzt? Fährt das Autohaus Bengelsträter weiterhin zweigleisig in die Zukunft: Als Nissan
Vertragshändler und mit seiner Top-Werkstatt.

Fassade neu. Werbung neu. Decke und Boden neu. Büros neu. Showroom neu. Kunden-Wartelounge mit Kaffeemaschine und Flatscreen neu. Wer Anfang des Jahres in Rönsahl im Autohaus Bengelsträter zu Gast war und Ende Mai noch einmal, der hat es nicht wiedererkannt. Denn die Bengelsträters haben ordentlich investiert. Geld, Zeit, Energie. Um die neuesten Modelle der japanischen Automarke Nissan, die Lifestyle-Roadster ebenso herausbringt wie SUVs und Nutzfahrzeuge und in Sachen E-Mobilität weltweit führend ist, noch besser zu inszenieren. Um den Kunden das Warten auf ihr Auto, das vielleicht gerade noch in der Inspektion ist, noch angenehmer zu verkürzen.

Apropos verkürzen … war in Zeiten des Lockdowns eigentlich Kurzarbeit angesagt? Nein. „Die Werkstatt war ausgelastet, wir sind gut über die Zeit gekommen“, resümiert Lena Bengelsträter. Die Werkstatt, die durchgehend geöffnet hatte, ist für den hervorragenden Service im gesamten Oberbergischen Kreis bekannt. Und während das Autohaus geschlossen bleiben musste, blieb genug Zeit, dieses komplett umzubauen. In einer Branche, die sich in der Region in den vergangenen Jahren massiv verändert hat (was auch zu manchen Autohausschließungen führte), setzen die Bengelsträters selbstbewusst auf das Prinzip „Mach neu“. Und fahren mutig Richtung Zukunft.

Neustart

immobilien

Pierre Schildberg ist seit Anfang des Jahres Inhaber von Schmitz Immobilienservice in Wipperfürth. Ein Gespräch über Verlässlichkeit, Markenaufbau und digitales Arbeiten in besonderen Zeiten

Beruflicher Neustart. In Zeiten wie diesen. Da sagt sicher nicht jeder: Jo, mach ich! Pierre Schildberg hat Ja gesagt. Seit Anfang des Jahres ist er der Inhaber von Schmitz Immobilienservice in Wipperfürth. Und was seit vielen Jahren geplant war, haben er und sein Schwiegervater und bisheriger Geschäftsführer Berthold Schmitz durchgezogen: Den Generationenwechsel. Was nicht heißt, dass Berthold Schmitz mit knapp sechzig in den Ruhestand geht. Beide haben sich die Projekte, die sie betreuen, aufgeteilt. Berthold Schmitz ist nach wie vor im Büro und steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Das Know How aus 25 Jahren Erfahrung möchte der neue Inhaber auch nicht missen und ist froh, darauf noch einige Jahre bauen zu können. Der Firmenname wird selbstverständlich bleiben, wie der gebürtige Berliner Pierre Schildberg unterstreicht: „Ich selbst bin jetzt zehn Jahre hier, habe an dieser Marke mitgebaut. Klar, dass der Name bleibt. Und auch unser Standort in der Wipperfürther Innenstadt. Der ist optimal.“ Was macht die Marke Schmitz aus? Pierre Schildberg zögert keine Sekunde: „Dass wir vor Ort sind, dass wir verlässlich, verbindlich und transparent arbeiten. Wir verwalten insgesamt 1600 Wohneinheiten und haben bei unseren Kunden wie auch den Institutionen den Ruf: Was von Schmitz bearbeitet wird, daran gibt es nichts zu meckern. Und das soll so bleiben.“ Dafür sorgt inzwischen ein zehnköpfiges Team. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren die eigene Auszubildende übernommen, eine weitere Mitarbeiterin eingestellt und somit nach den guten Jahren in der Immobilienwirtschaft nachhaltig ins eigene Unternehmen investiert – in Fachkräfte. 

Das hat sich in den letzten Monaten ausgezahlt, als bereits fest vereinbarte Eigentümerversammlungen abgesagt und zum Teil digital veranstaltet werden mussten. Und als die Arbeit im Homeoffice ausgebaut und für alle Mitarbeiter ermöglicht wurde, sowie diverse Abrechnungen viel eher gemacht wurden als sonst, weil auch die Kunden plötzlich mehr Zeit hatten sich damit zu befassen.  „Dass wir zum 31. Mai schon 98 Prozent unserer Wohnungseigentümer-Gemeinschaften abgerechnet haben, gab es glaube ich noch nie“, sagt Schildberg mit Stolz auf sein Team. Schnelle, digitale Prozesse wie eine Online-Kassenprüfung und die Videomeetings halfen dabei. 

Apropos digital: Ob sich Tools wie virtuelle Hausführungen für potenzielle Käufer in den kommenden Jahren durchsetzen werden? Als Ergänzung ja, aber Pierre Schildberg stellt klar: „Ein Haus oder eine Wohnung kaufen Sie nicht am Rechner. Das ist eine Gefühlsentscheidung, bestenfalls eine für Jahre, und dafür müssen sie das echte Objekt sehen und erleben.“ Um die Kunden dabei zu beraten, und, so sie denn Wohnung oder Haus als Kapitalanlage sehen, diese zu verwalten, ist Pierre Schildberg mit seinem Team da. Jetzt und in Zukunft: „Ich arbeite gerne und es war immer mein Ziel, dieses Familienunternehmen in die zweite Generation zu führen.“

Es geht weiter

kultur

134 Veranstaltungen haben Martin Kuchejda und sein Team
von der Halle 32 in Gummersbach abgesagt. Haben Reparaturarbeiten in und an der Halle vorgezogen. Jetzt beginnen wieder Veranstaltungen. Anders als zuvor. Mit mehr Auflagen. Mit weniger Zuschauern. Und großen Herausforderungen.

Herr Kuchejda, was hat Ihr Job als Leiter der Halle 32 und der Ihres Teams im Moment mit einer Punkband zu tun?

Dass wir beim Machen lernen. In den frühen Punkbands haben die Gitarristen im Grunde erst auf der Bühne das eigentliche Spielen gelernt. Wir müssen nun bei den ersten Veranstaltungen, die wir nach den Monaten, in denen wir schließen mussten, wieder anbieten werden, auch lernen. Und das obwohl wir uns natürlich seit Wochen die Köpfe über das „Wie“ zerbrechen, bis sie rauchen. Wie Helmut Schmidt einst sagte: Du kommst leicht rein, aber schwer wieder raus.

Wie kommt die Halle 32 denn wieder raus, um im Bild zu bleiben?

Wir werden am 28. Juni unsere Musical-Eigenproduktion Kuno Knallfrosch nachholen, die vom April verschoben wurde. Dann geht es im Herbst weiter. Alles unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften und Abstandsregelungen. Das bedeutet bei Theaterstücken und Konzerten zum Beispiel, dass wir von insgesamt 323 Sitzplätzen nur 107 besetzen dürfen. Und das ist noch viel; ich kenne Theater, die dürfen von 500 Plätzen nur 50 nutzen. Da ist es natürlich praktisch unmöglich, eine Veranstaltung unter wirtschaftlich akzeptablen Bedingungen anzubieten.

Sie setzen das Programm zum Glück trotzdem fort. Schwierig dürfte das bei größeren Konzerten und allem werden, was mit Rockmusik zu tun hat, oder?

Wir könnten jetzt aufklebbare Punkte kaufen und als Markierungen auf den Boden setzen. Aber mal ehrlich: Ein Rockkonzert lebt vom Schreien, Schwitzen, Springen. Wie das auf Dauer gehen soll, weiß ich momentan auch nicht. Anderes Beispiel: Wir hätten im Herbst die Bayer-Philharmoniker da gehabt, mit 150 Sängern. Die kann ich aber nicht vor den erlaubten gut hundert Leuten auftreten lassen. Das haben wir gleich mal um zwei Jahre verschoben. Wir müssen, gerade was Konzerte betrifft, auch über digitale Veranstaltungsalternativen nachdenken.

Wie können die aussehen? Stichwort Digitalisierung.

Ich glaube, dass die Halle 32 durch die Krise einen Digitalisierungsschub erlebt. Wir haben eine neue Website, arbeiten intensiv an unserem YouTube-Kanal, denken über Aufzeichnungen und Live-Streaming nach. Ich denke, dass es künftig beide Formen für Kulturdarbietungen nebeneinander geben kann. Die Veranstaltungen bei uns vor Ort und eben die Online-Angebote – auch für Menschen, die einfach noch Angst haben zu den Veranstaltungen zu gehen.

Blicken wir kurz zurück. Als der Lockdown kam, war schnell klar, dass die Halle 32 für viele Wochen komplett schließen wird. Wie haben Sie und Ihr Team die Zeit verbracht?

Wir haben es seinerzeit kommen sehen, nichtsdestotrotz hat es uns mit voller Wucht getroffen. Um es klar zu sagen: Uns ist nichts aufgedrückt worden, wir haben in enger Abstimmung mit dem Gummersbacher Bürgermeister, der sich als hervorragender Krisenmanager gezeigt hat, beschlossen, dass wir komplett zu machen. Alles andere wäre inkonsequent gewesen. Wir haben mit dem Team seither durchgearbeitet, keine Kurzarbeit oder so. Denn: 134 Veranstaltungen, die letztlich von der Schließung betroffen waren, sagen sich nicht von selbst ab. Da muss jeweils öffentlich drüber informiert werden, es braucht Aufhebungsverträge und so weiter. Und wir haben die Zeit für aufwändige Renovierungs- und Umbauarbeiten an und in der Halle genutzt, die eigentlich für den Sommer vorgesehen waren. Unsere Leute haben mehr gearbeitet als sonst, nur eben nicht abends. 

Bald werden sie wieder regelmäßiger abends zum Einsatz kommen …

… ja, und ich hoffe, dass wir bei allen Vorschriften hier eine schöne Atmosphäre erschaffen, sodass die Gäste gerne zu den Veranstaltungen kommen. Letztlich wird uns das Thema nach meinem Dafürhalten noch über Jahre begleiten. Und ich hoffe, dass die Menschen die entsprechenden Schutzmaßnahmen so sehen wie zum Beispiel früher die Gurt- oder Helmpflicht: Am Anfang will das erst mal keiner, aber dann sehen die Leute ein, dass sie dadurch sicherer sind. Ich persönlich bin übrigens der Ansicht, dass der Lockdown absolut erforderlich war. Und dass wir in Deutschland auch deswegen so vergleichsweise geringe Fallzahlen haben.

Passt einfach

einkaufen

Klasse Beratung. Top-Qualität. Und sogar ein Bringservice. Michael Flossbach vom gleichnamigen Schuhhaus weiß, was seine Kunden brauchen.

Super-Nummer. Wir sind nach 24 Kilometern in unserem Outdoorcamp im Hunsrück angekommen, nachdem wir in den Wochen zuvor schon das halbe Bergische Land durchwandert haben – und Sohnemann hat den Zeh blutig. Ich drücke vorne auf den Trekkingschuh und bin entsetzt: Da beginnt schon der Fuß? Klarer Fall, das Ding ist zu klein. Okay, wir kriegen die beiden folgenden Tage irgendwie hin, und dann heißt es: Guten Tag, Herr Flossbach, mein Sohn braucht von Ihnen vernünftige neue Wanderschuhe. Das kann ich deswegen bestens Gewissens sagen, weil ich in seinem Wipperführter Schuh-Fachgeschäft Anfang des Jahres gleich zwei Paar gekauft habe und ziemlich begeistert war von der Beratung. Für die nimmt sich Michael Flossbach auch diesmal viel Zeit. Die Juniorenserie in Größe 42? Ja, passt so gerade. Aber fürs Wandern lieber eine Nummer größer. Sohnemann hat Glück, das passende Erwachenenmodell in halbhoch ist da, also direkt mitnehmen. Meines hat Michael Flossbach mir seinerzeit bestellt. Aus gutem Grund: „Sie haben sehr breite Füße. Es gibt von Meindl hierfür eine spezielle Serie. Ich besorg Ihnen da mal ein Modell und dann schauen wir.“ Besorgt, probiert, begeistert: Dieser Schuh, wie alle von Meindl übrigens in Deutschland gefertigt, trägt mich seitdem bei jeder Wanderung. Und das Beste ist: Wenn die Sohle mal abgelaufen ist, kann Michael Flossbach sie reparieren. Das ist nachhaltiger und günstiger als einen neuen Wanderschuh zu kaufen. 

Wer nicht wie mein Sohn und ich in den Laden kommen kann, den beliefert der Fachhändler auch.  Das hat er Ende März eingeführt, er nimmt dann nach einer kurzen telefonischen Vorab-Beratung mehrere Markenmodelle zu den Kunden mit, wartet, während diese sie anprobieren und verkauft sie dann. Eine Flexibilität, die funktioniert und bei den Kunden bestens ankommt. Zum Beispiel auch, was das Einpassen von Einlagesohlen angeht (für die er übrigens auch Abdrücke macht): Schuhe und Einlagen bringen, an- und einpassen lassen. Von einem Fachhändler, der Qualität führt und die Beratung lebt.