Spaß!

schwimmen

Bahnen ziehen. Durch einen Lichttunnel rutschen. Auch im
Winter draußen schwimmen. Im Whirlpool entspannen.
Und noch vieles mehr. Willkommen in der Wiehler Wasser Welt.

Okay, es ist ja jetzt nicht so, als hätte ich nicht schon die eine oder andere Wasserrutsche getestet. Aber eine mit Tunnel und Stroboskop-Leuchten? Im Oberbergischen? Das ist ja mal echt was anderes. Die Wiehler Wasser Welt hat sie, diese coole Speed-
rutsche, und als ich in die erste Kurve gehe, verstehe ich auch, warum die so heißt: Das geht ganz schön ab. Und diese coolen Lichteffekte, gleich drei verschiedene. Alles klar, einmal ist hier natürlich kein Mal. Noch schneller, noch rasanter, lautet das Motto. Und … Action! 

Klingt jetzt vielleicht blöd, aber: Ich bin zwar erst zwölf, aber manchmal denke ich – och, so noch mal drei oder vier sein, wäre doch auch schön. Ein bisschen neidisch schaue ich nach meiner Rutschpartie zwei Kids im Kinderbecken beim Spielen zu, wie sie um die Wasserschlange und die beiden Tiger herumturnen, zwischen Felsen und Höhlen toben und am Ende die kleine Rutsche nehmen. Okay, ich nehm dann nochmal die große … und dann ist auch gut, schließlich gibt es noch einiges zu entdecken in der Wiehler Wasser Welt. Zum Beispiel draußen. Wie jetzt, im Winter? Klar! Das Solebecken hat, wie ich später erfahre, warme 34 Grad Celsius, deshalb dampft es auch so, als ich an einem kalten Novembertag draußen schwimme. Wow, riesig ist das hier. Und da hinten blubbert es auch schon, super, schnell zur gemütlichen Whirlpool-Liege rüberlaufen. Ja, richtig gelesen, das Soleaußenbecken ist nur 1,20 Meter tief, da spare ich mir jetzt mal das Schwimmen und schlendere ganz gemütlich. 

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer, dann sieht es hier bestimmt aus wie in der Karibik. Da hinten die Beachbar, dort die große Sandfläche mit Beachliegen und Strandkörben. Saucool. Genauso wie der Sprungturm. Fünf Meter hoch … das hab ich noch nie ausprobiert, aber kann ja noch kommen. Doch so langsam wird es ein bisschen kalt auf dem Kopf, also schnell wieder rein. Auf die Rutsche? Später. Erst mal auf den Startblock. Denn richtig schwimmen kann man hier natürlich auch. Eines der fünf Becken ist das Sportbecken,
25 Meter lang, da ziehe ich mal ein paar Bahnen.
So … und jetzt muss ich doch wieder auf die Lichtrutsche. Und: ganz bald wiederkommen.

Endlich Durchblick

Optik

Bei ENGELBERT-Textchef Daniel Juhr trifft
Kurzsichtigkeit auf Hornhautverkrümmung.
Zum Glück gibt es Experten wie Optiker Köhler.

Gefühlt habe ich sie alle durch. Die Filialisten großer Ketten. Die niedergelassenen Optiker vor Ort. Ergebnis bislang: Na ja. Denn mit Hornhautverkrümmung UND Kurzsichtigkeit ist das ja so eine Sache. Soll beides korrigiert werden, sieht man am Ende zwar scharf, aber das räumliche Sehen wird doch deutlich verändert. Und jeder Monitor, ja überhaupt jeder querformatige Gegenstand mutiert visuell zu einem Trapez. Gruselig. Dazu kommt, dass in einem Haushalt mit Kind und zwei Hunden eine Brille so einiges mitmachen muss.

Was ich da meinen Augen über Monate mit dem alten Modell zugemutet habe … egal. Ich bin also kein ganz einfacher Kunde, als ich bei Optiker und Akustiker Köhler in Gummersbach hereinspaziere. „Guten Tag, ich habe keine Lust mehr, jedes Rechteck als Trapez zu sehen und meine Brille muss robust sein ohne Ende. Schick wäre auch schön.“ So in etwa beginne ich. Und dann stellt mir Inhaberin Kerstin Köhler ihren Optikermeister Burkhard Cronenberg vor. Und ich darf auf wunderbare Weise erleben, warum es sich im Oberbergischen einfach immer wieder lohnt ein echtes Fachgeschäft aufzusuchen. In dem Menschen arbeiten, die absolute Experten auf ihrem Gebiet sind. Und die ihren Job mit Leidenschaft, Akribie und Spaß machen.

So wie Burkhard Cronenberg. Ich weiß heute, da ich meine neue Brille schon einige Wochen trage, nicht mehr, wie viele Augenmessungen und Sehtests er mit mir gemacht hat. Und wie er mit modernster Computertechnik exakt errechnet hat, wo mein Blickpunkt durch das Glas ist und wie es warum geschliffen werden muss. Augenoptik ist eine Wissenschaft für sich. Ein Präzisionshandwerk. Für das man vor allem eines braucht, neben all der Fachkenntnis: Zeit. Burkhard Cronenberg nimmt sie sich. Natürlich für den Sehtest. Und was macht er als bisher erster Optiker, der mich berät? Er ermuntert mich zu blinzeln! „Ist doch klar, durch das Zwinkern animieren Sie den Tränenfilm des Auges. Der schont das Auge und verhindert ein Brennen.“ Verstanden. Ich dachte nur immer, man müsste jetzt möglichst starr durch diesen Apparat gucken, um auch ganz viel zu erkennen. Blödsinn! 

Ich lerne auch, dass sich bei einer Hornhautverkrümmung die Achslage der Hornhaut verschiebt. Dadurch entsteht eine Asymmetrie, die das Gehirn natürlich korrigiert – zu Lasten der Schärfe. Burkhard Cronenberg nimmt sich daher besonders viel Zeit, um die perfekte Balance zu finden, damit die neuen Brillengläser die Kurzsichtigkeit und die Hornhautverkrümmung korrigieren – ohne die räumliche Wahrnehmung groß zu verzerren. Was ich ebenfalls nicht wusste: „Es gibt ein Führungsauge. Ganz gleich, von welcher Seite Sie einen Reiz wahrnehmen, es wird immer von einem Auge zuerst aufgenommen. Dann vom zweiten.“ Und: Obwohl beide Augen ja scheinbar parallel schauen, fixieren sie doch immer ein und denselben Punkt. All das steuert die Muskulatur im Auge. 

Ich könnte dem Experten noch eine Ewigkeit zuhören. Spannend auch, dass sich im Alter von 25 bis 40 Jahren wenig im Auge tut, ehe die Altersfehlsichtigkeit eintritt. Die Vierzig habe ich, aber eine Lesebrille brauche ich noch nicht. 

Bei den Gläsern mache ich keine Kompromisse. High-End bitte, schließlich trage ich das Ding jeden Tag, beim Autofahren, vor dem Bildschirm. Also sind die Gläser für beides optimiert. Sie werden bei Köhler im Haus geschliffen und eingepasst. Nur … in welches Gestell? Oh je, da eins zu finden, das dauert doch sicher … überhaupt nicht lange! Kerstin Köhler hat schnell raus, was mir gefallen könnte, und schon das dritte oder vierte Modell wird zum Favoriten. Ich hatte das vielleicht beim vierzigsten erwartet. Was beim ersten Aufsetzen zwangsläufig nicht direkt passen kann, macht Burkhard Cronenberg passend. Mit einem speziellen Aufsatz justiert er das Gestell so, dass ich später genau an der richtigen Stelle durch die Gläser schaue. Denn nur wenige Millimeter zu tief würden die Sehleistung schon wieder beeinträchtigen. Passiert nicht. Weil die Optiker bei Köhler in Gummersbach ganz genau hinschauen. 

Nach zehn Tagen hole ich die fertige Brille ab.
Betrachte ein Rechteck. Kein Trapez, schon mal gut. Ich schaue in den Spiegel. Und muss sagen: Gut sehen kann echt gut aussehen!

    

Stayin‘ Alive!

im notfall: prinz

Der Wipperfürther Experte für Notfalltraining und Erste
Hilfe gibt in ENGELBERT echt gesund! Tipps und
Hilfestellungen. Diesmal zum Thema Reanimation.

Die Monate September und Oktober waren in der Notfallmedizin geprägt von Aktionstagen rund um die Wiederbelebung. Im September gab es die so genannte „Woche der Wiederbelebung“, im Oktober den „World Restart a Heart Day“. Beide Veranstaltungen wurden mit unterschiedlichen Aktionen rund um das Thema Wiederbelebung begleitet. 

Warum diese Aktionen so wichtig sind, habe ich in meinem letzten Beitrag schon angesprochen. Aber: Wie ist das denn überhaupt noch mal mit der Wiederbelebung? Fühlen Sie sich noch sicher darin? 

In unseren Kursen werden wir oft mit Aussagen wie „Das ändert sich ja jedes Jahr“ oder ähnlichem konfrontiert. Fakt ist indes: Die Grundsätze haben sich seit 2005 nicht mehr geändert. Laien, die einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben und sich zur Beatmung in der Lage sehen, sollen im Wechsel 30 Brustkompressionen und zwei Beatmungen durchführen.

Zu mancher Verwirrung führte die Aussage der Kampagne „Ein Leben retten“, in der dazu angeleitet wird, ausschließlich Brustkompressionen durchzuführen. Dies gilt aber „nur“ für alle, die keine Erste-Hilfe-Ausbildung haben ODER sich nicht zur Beatmung in der Lage fühlen. 

Die Initiative empfiehlt das Vorgehen „Prüfen!-Rufen!-Drücken!“:

Prüfen: Keine normale (etwa zwei Atemzüge in zehn Sekunden) oder gar keine Atmung wird festgestellt? Dann: Rufen: Rufen Sie den Rettungsdienst über die 112! Drücken: Führen Sie die Brustkompression durch! In diesem Fall soll die Brustkompression bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Der Druckpunkt ist in der Mitte des unteren Brustbeindrittels, etwa in Höhe der „Brustwarzenlinie“. Die Brust soll dabei mit einer Frequenz von etwa 100 bis 120 mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter tief eindrückt werden. Für die Frequenz kann man sich Songs zur Hilfe nehmen: „Stayin´ Alive“ von den BeeGees oder „Atemlos“ von Helene
Fischer bieten sich hier beispielsweise an. Mit diesem Vorgehen werden Sie
zum Lebensretter! 

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

Montag macht fit fürs Leben

fitness

ENGELBERT-Reporterin Elena Broch besucht Timo Montag
in seinem Fitnessstudio Aktivraum in Marienheide und trainiert auf eine ganz andere Art und Weise, als sie das bisher kannte.  

Ach, das schaffe ich doch locker, denke ich mir, als ich auf die Geräte in Timo Montags Fitnessstudio in Marienheide schaue. Sieht doch alles ganz entspannt aus. Der Gedanke geht schnell fliegen, als Timo Montag, Inhaber des Aktivraums, mir erst mal alles genau erklärt. Der gebürtige Marienheider ist seit mehreren Jahren mit seinem Fitnessstudio und Physiotherapie in Oberberg erfolgreich. In familiärer Atmosphäre betreut er seine Kunden. Und er weiß: Gutes Training ist anstrengend. 

Montag liegt die Fitness und Gesundheit seiner Kunden am Herzen. „Hierbei geht es mir keinesfalls um den reinen Profit. Ich möchte, dass meine Sportler hier mit einem Lächeln und einem guten Gefühl raus gehen“, erzählt er. Viele seiner Kunden stammen aus der älteren Generation. Ihnen kann er wieder Beweglichkeit schenken und ein besseres Lebensgefühl. Für ihn eine der größten Motivationen für seine tägliche Arbeit. 

Aber jetzt zurück zu meinem Training mit ihm. Währenddessen durchlaufe ich sechs unterschiedliche Geräte. Sie sehen aus, als dienten sie der Dehnung … falsch gedacht. Sie werden für den Kraftaufbau genutzt. Spezielle Muskeln werden bei den Übungen gezielt beansprucht. Und ich merke, wie schnell ich an meine persönlichen Grenzen gerate. Bei meiner ersten Übung spanne ich Bauch und Po gleichzeitig an und lehne mich nach hinten. Timo Montag erklärt mir, dass ich irgendwann anfangen werde zu zittern, da mein Gehirn es nicht gewöhnt ist, so viele Muskeln gleichzeitig so gezielt zu steuern. Und siehe da … ein paar Sekunden später zittere ich bereits wie verrückt.

Bei den ganzen Übungen kommt es vor allem auch auf die richtige Atmung an. Bei jedem Ausatmen verstärke ich meine jeweilige Trainingsposition noch ein
wenig mehr. Zehn Wiederholungen
pro Übung – mehr ist für den Anfang
erst einmal nicht vorgesehen. Also ab zur nächsten Station. Dort mache ich eine Art Spagat (natürlich nicht ganz …) und gehe auch bei jedem Ausatmen ein wenig tiefer. Ich stelle Interessantes fest: Meine beiden Beine sind sehr unterschiedlich und so komme ich mit dem rechten Bein vorne viel tiefer als links. 

Weiter geht es zum Brust-, Bein- und Po-Training. Immer begleitet von Timo Montag, der genau auf die richtige Haltung und Ausübung achtet. Der Vorteil eines vergleichsweise kleinen Studios:
Er kann all seine Kunden optimal unterstützen. So wie auch bei meiner letzten Übung, an der ich meine Füße trainiere. „Wir Menschen sind eigentlich nicht für Schuhe gemacht. Deshalb stärken wir die Füße hier gezielt“, erklärt mir Timo Montag. Zeitgleich strecke ich meine Beine durch, dehne so die Waden und halte mich an einem Gerüst fest, um meinen Rücken durchzustrecken. In den Füßen zieht es, für den Rücken ist es sehr angenehm. Das Schöne bei der Einheit ist, dass jeder nur so weit gehen muss, wie er kann. Der Trainingsparcours dient eigentlich zur Aufwärmung oder unterstützt das normale Krafttraining. 

Für mich war es total spannend zu sehen, wie viele Muskeln ich im Alltag nicht anspreche und hier trainieren und unterstützen kann. Für eine bessere Haltung, einen besseren Stand und ein besseres Körpergefühl.

So geht bio

ernährung

Juliane Bedorf vereint im Fachgeschäft an der Unteren Straße in Wipperfürth Bioladen und Reformhaus. Die Kunden schätzen die Qualität der Produkte und das Fachwissen des Teams.

Frisches Korn, das gerne auch direkt vor Ort gemahlen wird. Gesundes Brot. Brotaufstriche, Müsli, Obst. Naturkosmetik, frei von Mikroplastik. Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel. Und so vieles mehr. Denn Bio Bedorf in Wipperfürth vereint Reformhaus und Bioladen auf einzigartige Weise. Eines haben die Produkte gemeinsam: Sie werden so nachhaltig und schonend für Tier und Natur produziert, wie es nur geht.

Und die zahlreichen Stammkundinnen und -kunden von Inhaberin Juliane Bedorf wissen diese Qualität zu schätzen. Erst recht, seit sie vor sechs Jahren mit ihren Mitarbeiterinnen an die Untere Straße in größere Räume gezogen ist. Produktqualität ist das Eine, eine umfassende Beratung das andere. Die ist bei Bio Bedorf das A und O, weshalb das gesamte Team auch bestens über die Produkte, ihre Eigenschaften, ihre Herkunft Bescheid weiß. Zumal insbesondere in letzter Zeit die Fragen und auch Wünsche der Kundinnen und Kunden mehr geworden sind: „Das Bewusstsein der Leute für hochwertige, nachhaltig produzierte Lebensmittel ist deutlich gestiegen. Bei manchen geht es zudem auch um vegane Ernährung und Unverträglichkeiten“, erklärt Juliane Bedorf. Ihr hilft es nicht nur, sich und ihr Team in Sachen Bioprodukte ständig auf dem Laufenden zu halten – sie selbst bringt auch die nötige Erfahrung mit. Schon ihre Mutter war früher im Reformhaus tätig. Sie selbst hatte schon viele Jahre mit der Vorbesitzerin das damaligen Reformhauses zusammengearbeitet, ehe sie vor gut neun Jahren, damals noch am Marktplatz, die Chance bekam, sich selbstständig zu machen. 

 

Juliane Bedorf, eigentlich gelernte Tischlerin, fackelte nicht lange. Sie übernahm den Laden. Zumal sie von der Bio-Philosophie zu hundert Prozent überzeugt ist: „Wir decken unseren Bedarf an Lebensmitteln als Familie fast ausschließlich mit Bioprodukten.“ Auch ihre Kundinnen und Kunden bekommen bei ihr im Grunde alles, was sie für den täglichen Bedarf benötigen. Und sie mögen nicht nur die Beratung als solche, sondern auch das gemütliche, persönliche Ambiente. Hier kennt man sich, hier wird man mit dem Namen angesprochen, hier bleibt auch mal Zeit für einen kurzen Schnack. Und zum Stöbern. Warum nicht mal einen Adventskalender mit Biopflegeprodukten verschenken? Oder einen Heißen Hirsch-Bioglühwein in rot und weiß? 

Apropos Präsent: Die Geschenkkörbe von Bio Bedorf sind jedes Jahr zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Juliane Bedorf und ihr Team stellen sie auf Wunsch und nach Bestellung individuell und in verschiedenen Größen zusammen. Übrigens nicht nur in Wipperfürth: Vor anderthalb Jahren hat Bio Bedorf in Meinerzhagen einen zweiten Laden eröffnet.

Endlich rein in die Rauszeit

wellness

Kalt draußen? Macht nichts. ENGELBERT hat sich ja aufgewärmt.
Und wird das jetzt regelmäßig machen. Das Saunaland im
Gumbala lädt für gemütliche und gesunde Stunden einfach ein.

Tut das gut! Keine Ahnung, wie
spät es ist, ganz egal, wir haben heute nichts mehr vor. Doch,
natürlich: Gleich, wenn ich aus dieser wunderbar heißen Stollen-Sauna komme, kurz abduschen, dick einkuscheln und chillen. Ganz gemütlich am Kamin in der neuen Oberbergischen Sauna-Lounge des Gumbala.

Foto: Gumbala

Die ist so schön geworden, dass ich gar nicht wieder weg will. Muss ich ja auch nicht, jedenfalls nicht in den nächsten Stunden. Gleich noch ein gutes Buch zur Hand nehmen … perfekt. Wo mein Mann wohl gerade ist? Sicher noch in der Schiefer-Sauna. Er mag es halt nicht ganz so heiß. Aber bei 55 bis 60 Grad Celsius und angenehm feucht-warmer Luft kommt er so richtig runter. Vergisst den Alltag, den Stress in der Agentur, ist ganz bei sich. Kein Wunder, so heimelig und heimatlich, wie es hier ist.

Wir haben ein kleines Date. Gleich setzt er sich zu mir an den Kamin. Und er hat mir versprochen, später mit mir die neue Fachwerk-Sauna auszuprobieren. Die soll ja herrlich nach reiner Natur duften.
80 Grad warm, schön muckelig wird das dann. Das Tolle am Saunaland im Gumbala: Sowohl erfahrene Sauniererinnen wie ich als auch Anfänger wie mein Mann, die sich erst einmal an die Hitze gewöhnen müssen, sind hier genau richtig. Zum Beispiel im Dampfbad, das mag mein Mann total gerne, und in der Infrarotkabine, die ist ja so eher mein Ding. Natürlich hat er heute morgen auch noch einen kleinen Abstecher ins Badeland gemacht. In den Whirlpool? Ja, da hat er sich auch kurz reingesetzt. Gerutscht ist er vor allem. Das Kind im Manne eben.

Wir machen diese kleinen Kurzurlaube jetzt regelmäßig. Wenn es nach mir geht, sind wir jede Woche hier im Gumbala. Das ist so entspannend! Eine Eintagesauszeit gleich um die Ecke. Ach, da ist er ja, mein Mann. Ob ich Hunger habe?
Och … wenn ich mir die leckeren und
frischen Gerichte hier in der
Oberbergischen Sauna-Lounge so anschaue … warum nicht? Ein kleiner Snack zwischendurch. Und dann geht es auf die Relax-Liegen. Die Augen schließen, die Gedanken fliegen lassen, vielleicht ein bisschen wegdösen. Und anschließend weiter gesund schwitzen. In diesem zeitlos schönen, gemütlichen Saunaland. Einfach herrlich.

Kaffee ist Magie!

reportage

Bei einem Barista-Seminar in der Rösterei und Manufaktur
von Rigano caffe erfährt man, warum das so ist. Und was Wunderbares dabei herauskommt, wenn Menschen tun, was sie lieben. Vier Wipperfürther haben dort mal vorbeigeschaut.

Wer liebt, was er tut, muss nie mehr arbeiten. Wer Menschen dabei zusehen darf, wie sie tun, was sie lieben, dem geht das Herz auf. Und wer bei einem Barista-Seminar bei Rigano caffe dabei sein durfte, versteht schnell, warum die Unternehmer im Kaffee pure Magie sehen. So wie Alexandra Rigano, die als Coach die Teambuildingevents bei Rigano organisiert. Weil sie weiß, wie Kaffee die Menschen zusammenbringt.

So wie Lorenzo Rigano, der das Unternehmen vor zwanzig Jahren gegründet hat, anfangs als reinen Vertrieb und für die Wartung von Kaffeemaschinen.

So wie Stephanie Rigano, seine Frau, die „es liebt, Kaffee zu rösten“. Die das auch seit zehn Jahren mit Hingabe, viel Kreativität und großem Erfolg macht. Und dabei im Social Marketing immer menschlich und nachhaltig denkt und handelt. Denn die Riganos, die in Remscheid ihre Rösterei nebst Verkaufs-, Schulungs- und Showroom betreiben, machen Kaffee mit Leib und Seele. Sie machen ihn gut. Weil sie alles darüber wissen. Dieses Wissen haben sie mit dem ENGELBERT-Team sowie Andrea und Jörg Pramor vom iMed aus Wipperfürth geteilt.

„Wir reisen mindestens einmal im Jahr in die Anbaugebiete“, erzählt Stephanie Rigano. Immer ist ihr dabei die Unterstützung der lokalen Landwirte wichtig. Gemeinsam mit einigen anderen Unternehmen hat das Ehepaar Rigano in der Dominikanischen Republik eine kleine Plantage gekauft. „Dort waren wir auch schon mit unseren Kindern. Wir haben in der örtlichen Schule eine Küche und Toilette eingebaut, neue Tafeln angeschafft, die Kinder haben mit den einheimischen Kindern gespielt.“ Auch so kann ein Urlaub aussehen. Die Kaffeepflücker und ihre Familien unterstützen, faire Preise bezahlen, genau wissen, wie die Bedingungen im jeweiligen Herkunftsland rund um den Äquator sind, ganz gleich ob in Mittel- und Südamerika, Ostafrika oder Südostasien – all das ist für die Familie Rigano selbstverständlich. Das Siegel „Aktion Kinderpläne“ steht für nachhaltig, sozial und mit Liebe geröstet, wie Stephanie Rigano unterstreicht: „Wir möchten mit jedem Kaffee etwas an diejenigen zurückgeben, die unseren Kaffeegenuss erst möglich machen.“ Der Weg von der Ernte bis ins Bergische ist weit – es kann ein halbes Jahr dauern. Gepflückt wird der Kaffee übrigens in Form einer dunkelroten Kirsche von Hand. Die Bohne selbst ist der Kern dieser Kirsche und kann auf verschiedene Weisen getrocknet werden, was entweder in der Frucht passiert, die dann wie eine Rosine schrumpft. Oder, nachdem die Bohne aus der Kirsche genommen wurde, direkt an der Sonne. Das Ergebnis ist Geschmackssache. Stephanie Rigano mag selbst am liebsten den süd- und mittelamerikanischen Kaffee mit seinen sanften Schokoladen- und Nussnoten. Aus dem Mott, also dem Fruchtfleisch rund um die Bohne, lässt sich übrigens ein leckerer Tee zaubern. 

Der Anbau und die Herkunft ist das eine – die perfekte Röstung das andere. Und eine der Lieblingsbeschäftigungen von Stephanie Rigano, die mit ihrem Mann bisher 40 verschiedene Sorten hergestellt hat und immer wieder neue Bohnenkombinationen versucht. „Dafür haben wir ja den Babyröster“, sagt sie lachend und zeigt auf die mit Abstand kleinste der Röstmaschinen. Die größte ist computergesteuert. 

Am Babyröster testen die Remscheider Kaffeeexperten neue Sorten, Röstzeiten und vieles mehr. In der Zeit liegt das Geheimnis: Die Bohnen werden je nach Art und Sorte (zum Beispiel Kaffee Crema oder Espresso) mindestens 15 bis 20 Minuten geröstet, meist bei rund 200 Grad. Dabei verlieren sie an Flüssigkeit und somit an Gewicht: Von den anfangs fünf Kilogramm bleiben 4,2. Die dann, ganz wichtig, luftgetrocknet werden. 

Das Rösten dürfen die Teilnehmer des Barista-Seminars übrigens selbst ausprobieren und können anschließend gut nachvollziehen, warum die deutsche Röstergilde schon einige Sorten Rigano-

Kaffee mit der Goldmedaille ausgezeichnet hat. Darunter ist der Rico speciale, den Stephanie und Lorenzo Rigano nach ihrem Sohn benannt haben.

Wenn nach der Röstung Lorenzo Rigano vorführt, wie man mit den frischen Bohnen den perfekten Espresso Macchiato macht, bekommt man fast ein schlechtes Gewissen, wenn im Büro wieder nur der drittklassige Vollautomat läuft. Rigano ist offizieller Vertriebs- und Wartungspartner von Jura und auch Experte für jene italienischen, voll verchromten Maschinenmeisterwerke, wie man sie oft in guten Kaffeebars und, in kleinerer Form, manchmal auch bei guten Freunden zu Hause sieht. Was sie alle gemeinsam haben: Das Mahlwerk ist nicht integriert. Die Bohnen werden in einer separaten Kaffeemühle gemahlen, dann verdichtet und in die Maschine gegeben. 

Die Mahldauer, die Auslaufzeit des Kaffees (möglichst 25 Sekunden), das Aufschäumen (nicht zu lange oder zu heiß, damit die Milch keinesfalls verbrennt) – Lorenzo Rigano überlässt nichts dem Zufall und er schult auch gerne Gastronomen, die ihren Kunden ebenfalls die perfekte Kaffeekreation servieren möchten. Ein gelungener Espresso lässt sich nicht verrühren, ganz gleich, wie oft der Löffel in ihn eintaucht, die wunderbar braune Crema schließt sich immer wieder. 

Ein Barista-Seminar bei Rigano, das ist für einige Stunden und viele leckere Tassen ein mitreißendes, pures Kaffee-Erlebnis, das im Show- und Seminarraum zu Ende geht. Dort, wo die Auswahl der neuen Bohnen für daheim schwerfällt. Dort, wo es noch so vieles rund um den Kaffee gibt. Hocker aus Kaffeesäcken zum Beispiel, sehr coole T-Shirts, die die Riganos selber entworfen haben, und natürlich viele Infos über Stephanie Riganos Herzensprojekt „Kinderpläne“. Der Verein, den sie selbst gegründet hat, hilft Kindern und Jugendlichen auf direktem Wege. Viele der Events, die das Unternehmen übers Jahr hinweg veranstaltet, kommen dem Verein zu Gute. „Hier haben wir unsere Erfüllung gefunden“, sagen die Riganos. 

Alles auf Rot

spielspaß

Das eigene Wohnzimmer oder die Firmenkantine in ein Casino
verwandeln? Der Wipperfürther Daniel Weiss macht es mit Weiss-Event möglich. Perfekt für Weihnachtsfeier oder Geburtstag.

Die Kugel rollt. Sie dreht ihre Runden im Roulettetisch. Wo bleibt sie wohl liegen? Ich habe auf Rot gesetzt. Ich setze immer auf Rot. Die Kugel rollt und rollt und … sie wird langsamer. Bleibt endlich liegen. Ach, nein! Sie liegt in einem schwarzen Feld. Wo auch sonst? Nicht schlimm, auf ein Neues. Schließlich kommt es aufs Spielen an. Und aufs Gewinnen … na ja, nicht immer. Daniel Weiss aus Wipperfürth hat auch gerne mal Glück beim Pokern. Und weil er das mit Leidenschaft spielt, hat er sich 2007 damit selbstständig gemacht. Es begann damit, dass er als Croupier in der Poker-Bundesliga gearbeitet hat. Irgendwann hat er sein größtes Hobby zum Nebenberuf gemacht. Weiss-Event heißt heute sein Veranstaltungsservice aus Wipperfürth. Und der besitzt 20 Tische, auf denen man zehn verschiedene Spiele spielen kann. Sei es ganz klassisch Poker, Roulette oder Black Jack.

Fashionable young people having fun at the BlackJack table. This picture showing the (model released) dealer.
As far as I know off this is the first Casino shoot in Micro stock history. Finding a Casino that would let us take pictures of it’s interior was pretty hard.
Security was pretty tight and all trough the shoot we where watched by state officials from Denmark. We where granted a full property release by the CEO of the Casino but had to pay about $1000 for it.
Thanks to Anne Sofie Eike for Styling and make-up.
Thanks to Heidi Kristensen for assisting in all matters.
Thanks to Dhoxax for backup photography.

 

Auch in Wipperfürth. Wenn im Ströppchen abends die Rollos unten sind, dann ist nicht etwa Ruhetag. Nein. Dann ist es wieder soweit. Dann rauchen hinter den Mauern die Köpfe, welcher Zug jetzt wohl der sinnvollste wäre. Dann wird gezockt, gehofft, gezittert und geschwitzt. Dann sucht Daniel Weiss den besten Pokerspieler der Stadt. Gepokert wird die Variante „Texas Holdem“. Jeder ab 18 Jahren darf für 15 Euro Startgebühr um den Turniersieg mitspielen. Manche träumen dann vielleicht davon, mit 500 Euro abends nach Hause zu kommen. Aber nein, so ist das nicht. Nicht bei Weiss-Event. Da wird um gesponserte Sachpreise gespielt. Der Gewinner darf sich über eine Playstation, einen Fernseher oder über Handball- oder Fußballkarten freuen. 

Das ist immer unterschiedlich. Und es ist Ansporn genug. Solche Abende dauern dann auch mal vier, fünf Stunden, bis einer alle Chips erspielt hat. Klar muss man da auch mal bluffen. Und das nicht selten. Ob pfuschen eine Option ist? „Nein, der Wipperfürther ist ein ehrlicher Spieler“, findet Daniel Weiss.

Mit seinem mobilen Casino wird er nicht nur von Kunden in ganz Deutschland gebucht. Auch in Österreich, in den Niederlanden und in der Schweiz hat sich Weiss-Event einen Namen gemacht. Da Weiss von seinem Nebenjob nicht leben muss, kann er seinen Service verhältnismäßig günstig anbieten. Er macht es aus Leidenschaft. 

Egal, ob es sich um einen runden Geburtstag, eine Weihnachtsfeier oder einen Junggesellenabschied handelt.

Weiss baut mit seinem Team die Pokertische überall auf. Mal ist es eine gemütliche Runde aus fünf bis sechs Leuten im Wohnzimmer. Mal ist es ein großes Event mit fünfzig Spielern in einer Firmenhalle. Bei Bedarf kommt er auch schon einen Tag vorher und baut seine Tische auf, verwandelt die Räumlichkeiten in ein gemütliches Casino. Der Kunde braucht sich um nichts zu kümmern. Er darf spielen!

Am Anfang kriegt jeder Spieler ein Samtsäckchen mit Chips. Wer am Ende alle 

besitzt, hat gewonnen. Man kann dabei je nach Lust und Laune ganz frei von einem Tisch zum anderen wechseln. Seine Coupiers bildet Weiss übrigens persönlich aus. Meistens versucht er auch selber vor Ort zu sein. Sein Job? Die Gäste zu unterhalten, ist doch klar. Stilecht im schicken Anzug mit Fliege. Wenn schon, denn schon.

Daniel Weiss liebt es unterwegs zu sein, immer neue Leute kennenzulernen. Kein Abend ist so wie der vorherige. Ein abwechslungsreicher Job, denn er weiß nie, wer oder was ihn erwartet. Er ist auch schon mal auf einer „Der große-Gatsby“-
Party gewesen. Die Hälse der Frauen zierten Federboas. In den Mundwinkeln der Männer qualmten Zigarren. Auch die Gäste schlüpfen eben gerne mal für einen Abend in eine andere Rolle, tauchen in vergangene Zeitalter ein. Setzen sich mit bierernster Miene an den Pokertisch, als würden Sie um Haus und Hof spielen. Auch wenn es bei diesen Abenden nicht um Geld, sondern um kleine Sachpreise geht, sind die Spieler motiviert und ehrgeizig, um ihre Freunde, Kollegen auszutricksen. Denn vor allem geht es ja um den Spaß! Und wenn jemand noch nie gepokert hat? Kein Problem. Fast neun von zehn der Kunden von Daniel Weiss sind Anfänger. Zu Beginn wird ihnen deshalb einiges erklärt und es werden offene Beispielrunden gespielt. Danach geht es auch schon los. Und dann? „Dann wollen die meisten gar nicht mehr aufhören. Wer einmal gepokert hat, der weiß, wie viel Spaß, Nervenkitzel und Strategie hinter dem Spiel steckt“, erzählt Daniel Weiss.

Weiss-Event bietet seinen Kunden übrigens ebenfalls an, sich bei einer Feier um alles andere zu kümmern. Um das Catering, um den Getränkelieferanten, um Teller und Besteck oder um eine Kellnercrew. Daniel Weiss hat selber einige Jahre in der Gastronomie gearbeitet und kennt die richtigen Leute. Wenn er die Möglichkeit hätte, nur von seinem Veranstaltungsservice zu leben, würde er sie sofort ergreifen. Aber nur vom Pokern zu leben, ist schwierig. Da ist Daniel Weiss doch eher konservativ. Hat lieber alles in trockenen Tüchern. Beim Spielen ist es anders. Da riskiert er gerne mal was.
Mit Erfolg? „Meistens!“ 

Alles auf Anfang. Die Kugel rollt. Sie dreht ihre Runden im Roulettetisch. Wo bleibt sie wohl liegen? Die Kugel rollt und rollt und … sie wird langsamer. Bleibt endlich liegen. Im roten Feld. Und worauf hast du gesetzt? 

Saitenweise Leidenschaft

musik

Luciano Marziali ist ein Gitarrenvirtuose. In Gummersbach hat er die Konzertreihe „Zauber der Gitarre“ etabliert. Vor der Show am 13. Dezember in der Halle 32 blickt
er auf 40 Jahre Musikerleben zurück.

Wenn er am Freitag, den 13. Dezember, gemeinsam mit seinem Duettpartner Tobias Kassung bekannte Filmmelodien auf der Gitarre interpretiert, ist das für die Besucher der Halle 32 ein wahrer Glücksfall. Denn Luciano Marziali ist ein Virtuose. Einer, der für das Gitarrenspiel lebt. Einer von ganz wenigen Menschen, die schon sehr früh im Leben wissen, was sie später einmal machen werden. Dass diese eine Sache, komme, was wolle, immer zu ihrem Leben gehören wird. Das Wunderbare an der Konzertreihe „Zauber der Gitarre“, die der Italiener in Gummersbach ins Leben gerufen hat: Er teilt sich die Bühne mit anderen hervorragenden Künstlern. Im Dezember werden es neben Kassung mit Livio Gianola der sicherlich höchstgeschätzte Flamenco-Gitarrist Italiens sowie der schon seit den 70er Jahren weltweit angesehene deutsche Akustikgitarrist Peter Finger sein. Ein Abend und drei Konzertteile mit je 40 Minuten in einer musikalischen Qualität, wie man sie so in der Region sicher selten erlebt. 

Das Schöne an Konzerten ist ja, Menschen dabei zuschauen und zuhören zu dürfen, wie sie das tun, was sie lieben. Luciano Marziali entdeckte diese Liebe, da war er gerade mal drei Jahre alt. „Mein Vater spielte damals hobbymäßig eine Gitarre, und ich griff immer wieder zu dem Instrument. Dann bekam ich meine erste eigene Gitarre aus Plastik, um zu schauen, was passiert. Ich habe immer wieder daran herumgeklimpert. Mit sechs Jahren folgte dann eine richtige aus Holz. Und ich spielte. Und meine Eltern merkten, dass ich richtig Lust darauf hatte.“ Er spielte gut, so gut, dass sein erster Musiklehrer eingestand: Der Junge braucht eine besondere Förderung, er braucht andere Musiklehrer. Seine Eltern ermöglichten ihm das. Und noch mehr: Als Luciano Marziali elf Jahre alt war, erhielt er die Chance, sich fürs Musikkuratorium in seiner italienischen Heimat zu bewerben. Er wurde aufgenommen. Was das nun bedeuten würde, war ihm vollkommen klar: „Die nächsten zehn Jahre mehrmals die Woche nach der Schule noch einige Stunden Gitarre lernen.“ 

Hui. Und das soll einer durchziehen, der erst elf ist? Was ist mit der Teenagerzeit? Was mit den Klassenkameraden, die, nichts für ungut, nach der Schule eher in den Fußballverein gehen? „Ja, ich habe einige Male gedacht, das schaffe ich nicht. Aber das bezog sich auf die normale Schule“, antwortet Marziali und lacht. Er zog beides durch: Die Schule, das Kuratorium, und Zeit, um mit den Kumpels zu kicken, blieb auch noch. Mit den anderen Kuratoriumsschülern traf er sich sogar oft vor dem eigentlichen Unterricht, um gemeinsam zu musizieren. „Da wusste ich schon, dass die Gitarre immer Teil meines Lebens sein wird.“ In welcher Form, das war aber noch offen. Vielleicht sogar eine Karriere als Rockgitarrist? Immerhin besaß er auch mal eine E-Gitarre des Modells, mit dem schon Van Halen die Bühne rockte. 

Aber er blieb dann doch bei der Akustischen. Und nach dem Abitur und dem Beginn seines Musikstudiums war ihm auch klar: Ich werde Profimusiker. Nur nicht in Italien. Denn Luciano Marziali zog es weg von zu Hause. Er landete an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, das Diplom vom Musikkuratorium in Italien frisch in der Tasche. Luciano Marziali sprach anfangs kein Wort Deutsch, die Sprache der Musik ist zum Glück universell. Deutsch lernte der heute 43-Jährige nebenbei, spricht längst fließend mit einem sehr charmanten italienischen Akzent. 

Er hat es geschafft, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen. Hat als klassischer Gitarrist diverse musikalische Auszeichnungen erhalten, mehrere Alben aufgenommen, zuletzt eines mit besagten Filmmusiken, die er am 13. Dezember live spielen wird. Auch Flamenco spielte er eine ganze Zeit lang, gab das aber nach und nach auf. Aus einem ganz pragmatischen Grund: „Beim Flamenco spielt man vergleichsweise hart, dabei gehen die Fingernägel kaputt. Für die klassischen Stücke brauchst du aber Top-Fingernägel.“ Beides parallel ging nicht. Marziali entschied sich für die Klassik. Das Schöne dabei: „Wenn du die klassische Technik beherrschst, kannst du auch viele andere Stilrichtungen spielen.“Heute tritt er nicht nur leidenschaftlich gern auf, er gibt all sein Wissen aus 40 Jahren Musik auch weiter – als Gitarrenlehrer in Köln. Und wie kam Luciano Marziali nach Gummersbach, wo er schon seit einigen Jahren eng mit Martin Kuchejda, dem Leiter der Halle 32, zusammenarbeitet? „Ich habe einige Jahre in der Musikschule Engelskirchen unterrichtet. Eine Schülerin dort kannte Martin, damals noch zu Zeiten des Bruno-Goller-Hauses. Ich nahm Kontakt auf, spielte ein Konzert. Und ich hatte damals schon den Eindruck, dass die Leute Lust auf eine ganze Gitarren-Konzertreihe haben.“ Haben sie. Und sie dürfen sich auf einen weiteren Abend mit allen Facetten der Gitarre freuen:

Freitag, 13. Dezember, 19 Uhr: „Zauber der Gitarre“ mit Livio Gianola, Luciano Marziali und Tobias Kassung sowie
Peter Finger.

Gute Aussichten

wetter

Oliver Baldsiefen informiert mit seiner Wetterinfo Lindlar jeden Tag knapp 8.000 Abonnenten auf Facebook, ob morgen
Sonne, Regen oder Schnee zu erwarten ist. Der passionierte Ballonfahrer hat sich für sein Hobby viel Fachwissen angeeignet.

Er hatte halt noch nicht genug Hobbys. Und in erster Linie ist Oliver Baldsiefen seit einigen Jahren schon ein leidenschaftlicher Ballonfahrer. Mit zwölf stand er das erste Mal in
einem Korb. War damals schon dem
bergischen Wetter, den Winden, der
Witterung ausgeliefert. Genau so will er das, denn dieses Ausgeliefertsein, dieses Nicht-wissen-können, wo die nächste rund anderthalbstündige Ballonfahrt wohl endet, das macht den Reiz ja erst aus. Um so einen Ballon selber überhaupt fahren zu dürfen, musste der Lindlarer unter anderem eine flugmeteorologische Prüfung absolvieren. Rund zwanzigmal pro Jahr steigt Baldsiefen inzwischen im Wetter-Online-Ballon in die Luft, oft auch vom Neyeflugplatz in Wipperfürth aus. 

Und er liebt es, dass keine Fahrt wie die andere ist. Auch, wenn das schon mal herausfordernd sein kann: „Wenn du dann zweihundert Meter vor der Landewiese über einem Baum in der Luft stehst, weil kein Wind weht, dann stehst du. Steigst ein bisschen auf und wieder ab, hoffst, dass eine kleine Brise aufkommt, die dich weiterträgt.“ Zur Not dient auch schon mal eine Campingplatz-Wiese als Landeplatz. 

Mit den Jahren stellte Baldsiefen fest, wie sehr ihn dieses Wetter doch fasziniert, ganz unabhängig von der Ballonfahrt. Zumal ihn die Menschen mit und mit gefragt haben: „Hör mal, Oliver, du kennst dich doch damit aus – wie wird denn das Wetter morgen?“ Denn das Wetter ist ja bekanntlich immer ein Thema. Also gab Baldsiefen bald auf seiner privaten Facebookseite Auskunft.
Vor gut sechs Jahren war das. Und er traf im Oberbergischen einen Nerv.

Immer mehr Menschen wollten Baldsiefens lokale Wettervorhersage. Also ging er mit einer eigenen Wetterseite an den Start: Wetterinfo Lindlar. Die haben inzwischen fast 8.000 Menschen abonniert, fast 7.500 Fans hat Baldsiefen dort, zudem haben viele tausend seine App. Stresst ihn das? Nö. „Ich muss ja an den Tagen, an denen ich nicht mit dem Ballon in der Luft sein kann, auch was zu tun haben“, sagt Baldsiefen und lächelt. Hauptberuflich und mit ebenso großer Leidenschaft arbeitet er als Einkäufer in einem metallverarbeitenden Unternehmen. Und in der Tat: In den letzten sechs Jahren hat er nur an einem einzigen Tag keine Wettervorhersage gepostet – am Weihnachtsfeiertag 2018, da hat er die Vorhersage einen Tag im Voraus gemacht. Er hat schon aus dem Kanarenurlaub das bergische Wetter geschrieben, sogar aus dem Krankenhaus. Er 

bekommt dafür keinen Cent, es ist ein reines Hobby. 

Das macht ihm nicht nur deshalb so großen Spaß, weil er sich für das Wetter, gerade auch im Bergischen Land, so begeistern kann. Sondern auch, weil er von seinen Lesern so tolles Feedback bekommt. Aus aller Welt: „Ich habe Leser in China, in den USA … Menschen, die ausgewandert sind und sich immer noch fürs Wetter in der Heimat interessieren.“ Wo aber bekommt Baldsiefen eigentlich die aktuellen Wetterdaten her? Ganz einfach: Er fährt ja den von Wetter Online gesponserten Ballon und kann sich über den meteorologischen Dienst jeden Tag die aktuellen Wetterdaten besorgen. Im Grunde für die ganze Welt. Aber die Daten allein reichen ihm natürlich nicht.
„Ich bin von Hause aus sehr neugierig. Ich will immer wissen, wie alles funktioniert.“ Also hat er sich autodidaktisch ein fundiertes Wissen rund ums Wetter angeeignet. Und gibt es den Menschen im Oberbergischen in einfachen Worten wieder. So, dass sie es verstehen. So, dass sie wissen, was am nächsten Tag Sache ist. Was sich nicht immer ganz so einfach darstellt, allein schon wegen des europäischen und amerikanischen Modells der Großwetterlage. „Da gibt es immer zwei Sichtweisen.“ Für den nächsten Tag oder die kommende halbe Woche kann Baldsiefen ziemlich konkret das Wetter vorhersagen. Örtliche Unwetter kommen indes oft so plötzlich, dass auch er nicht so etwas prognostizieren kann wie: „Achtung, in Frielingsdorf ist morgen um 16 Uhr mit Hagel zu rechnen“. Und wer ernsthaft glaube, man könne jetzt schon einen milden oder strengen Winter für Januar oder Februar vorhersagen, dem kann Baldsiefen nur antworten: „Das ist einfach Quatsch.“

Und was macht Oliver Baldsiefen, wenn es, wie in den vergangenen beiden Sommern, wochenlang sonnig und heiß ist? „Das ist in der Tat schwierig, da immer wieder etwas Neues zu sagen. Dann umschreibt man das Ganze eben ein bisschen nett.“ Das geht auch prima im Herbst und Winter, zumal dann wettertechnisch sehr viel passiert. Das erzählt Baldsiefen dann zum Beispiel so wie am Samstag, den 9. November: „Liebe Wettergemeinde! 1,5 Liter können schon seeeehr nass werden, vor allem, wenn sie einem penetrant auf den Kopf tröpfeln. Die Tropfen waren dann heute doch präsenter, als es das europäische Modell berechnet hatte …“ 

Mit der Zeit hat Oliver Baldsiefen einen besonderen Blick für Wetter und Witterung entwickelt. Er kann anhand von bestimmten Wolkenarten und deren Höhe sagen, ob es Niederschläge geben wird. 

Hatte der Lindlarer nie Lust, sein Hobby mal zum Beruf zu machen? Nein. Zumal immer häufiger Computer das Wetter von morgen berechnen. Baldsiefen erzählt dieses Wetter. Wie, das kann er steuern. Den Inhalt weniger: „Und das ist es, was mich daran nach wie vor fasziniert. Das Wetter ist mit das Einzige, was der Mensch nicht beeinflussen kann. Und ich hoffe, dass es so bleibt. Denn wenn wir anfangen, uns darin auch noch einzumischen, dann ist es echt vorbei.“