Jetzt erst recht

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Die Halle 32 geht neue Wege: In „Sonnenmarsch“, einer Koproduktion von Autor Martin Kuchejda, Komponist Jens Berens und Regisseur Georg Leschig, laufen junge Menschen um ihr Leben. Und die Kulturschaffenden selbst setzen erstmals auf Crowdfunding. Jeder kann das unterstützen.

Lockdown, Sommerpause, Lockdown light. Verschiebung, Absage, Absage, Verschiebung. So in etwa sah das Kulturjahr 2020 in der Halle 32 aus. Nein, da fehlt ein wichtiger Punkt: Neuausrichtung. Weitermachen. Denn das Kulturzentrum mit Halle und Studiobühne ist digitaler geworden, es geht neue Wege. So wie jetzt mit „Sonnenmarsch“. Eine Dark-Rock-Oper. Mit Schauspielern aus den verschiedensten Jahrgängen. Uraufführung? Mal schauen. April hoffentlich. Wie viele Zuschauer sind dann erlaubt? Jo, mal sehen …



Nur ein Ziel ist klar gesteckt: Denn Sonnenmarsch ist das erste Crowdfunding-Projekt in der Geschichte der Halle 32. 5.000 Euro lautet das erste Funding-Ziel auf Startnext, einer Plattform, die schon Beginn für viele erfolgreiche Crowdfunding-Projekte war – 10.000 Euro sollen in der zweiten Stufe gesammelt werden. Das Geld soll die Basis bilden zur Umsetzung eines wahrlich besonderen Projekts. Denn eine Dark-Rock-Oper, und eine solche wird „Sonnenmarsch“ sein, haben Texter Martin Kuchejda und Komponist Jens Berens auch noch nicht umgesetzt. Darin geht es um einen fiktiven, diktatorisch regierten Staat, in dem jedes Jahr Jugendliche beim Sonnenmarsch ihr Leben lassen, falls sie nicht durchhalten.
Nur einer oder eine bleibt am Ende übrig. Doch jemand will sich das nicht mehr gefallen lassen und plant ein Attentat auf den Diktator. Klingt ein bisschen nach den Tributen von Panem? Darf es auch, denn es ist eine finstere Dystopie.

Martin Kuchejda brennt für das neue Projekt. Und er geht es offen an: „Ganz ehrlich? Kein Mensch weiß, ob das erfolgreich wird. Aber es ist ein interessanter neuer Weg. Und wir haben hier alle große Lust, was Neues auf die Beine zu stellen. Die wenigen, einzelnen Events, die wir machen konnten, die haben so gut getan – Künstler auf der Bühne und Menschen davor. Allein diese Grundsituation, diese Kreativitätsexplosion, die ist einfach wunderschön. Und das wollen wir wieder erleben.“ Dafür wird auch Gregor Leschig sorgen, der mit dem Ensemble, zu dem unter anderen der erfahrene Theater- und Filmschauspieler Ulrich Bärenfänger als Diktator gehört, bereits probt.

Die Produktion richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene – bei den Akteuren wie auch beim Publikum. Darstellerinnen und Darsteller werden im Wesentlichen junge Menschen aus dem oberbergischen Raum sein, die dem Publikum eine bewegende, kraftvolle Show bieten wollen. Und: Es werden auch noch Rollen vergeben. Wichtig zu wissen: Die Dark-Rock-Oper mit Bezug zum Hier und Jetzt ist zu etwa vier Fünfteln durchkomponiert, mit einem
entsprechend hohen Anteil an Gesang und Musik. Deshalb ist auch ein Gesangscoach mit an Bord. 


„Eine Rockoper braucht relativ große Ressourcen, von einer ausgefeilten Bühnentechnik über passende Kostüme bis zur Bühnenbildgestaltung“, erläutert Martin Kuchejda. Gerade in Zeiten von Corona halten es die Macher für wichtig, ein bewegendes Live-Spektakel auf die Bühne zu bringen. Nach dem Motto „Let‘s roll“ soll in Gummersbach also etwas in Bewegung gebracht werden, gerade für und mit jungen Menschen.
Das Fundraising soll in der ersten Stufe vor allem dazu dienen, das Stück überzeugend auf die Bühne zu bringen. In einer zweiten Stufe geht es um die überregionale mediale Vermittlung, etwa per Livestream. Eine neue Richtung also auch hier für den Sonnenmarsch.

Und Grund genug, die Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. Die Bandbreite der möglichen Zuwendungen reicht von fünf bis 1000 Euro – und dafür gibt es Dankeschöns wie etwa Eintrittskarten oder signierte Programmhefte.
Je höher die Spende, desto attraktiver das Dankeschön. Mitmachen kann man bis zum 21. Dezember 2020. Und dazu beitragen, dass im nächsten April hoffentlich eine mitreißende düstere
Oper die Halle 32 rockt.