Hereinspaziert

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Georg und Jochen Offermann setzen in ihrem EDEKA-Markt in Wipperfürth auf künstliche Intelligenz. Modernste Technik zählt automatisch die Kunden, checkt, ob sie eine Maske tragen und macht den Einkauf damit sicherer.

Der 11. März 2020: Viel zu tun, wie immer. Zwei Tage später: Alles anders. Und mehr zu tun denn je. Jochen Offermann erinnert sich, wie der Lockdown begann, wie die ersten Hamsterkäufe losgingen, wie er, sein Bruder Georg und die Marktleiter in den beiden Wipperfürther EDEKA-Märkten agieren mussten. Und wie wertvoll die Grundlagen in Pandemieplanung, die er selbst in seiner früheren Zeit bei OBI einmal vermittelt bekommen hatte, nun waren. „Wir haben direkt die Belegschaft getrennt, Nachtschichten eingeführt, und ich selbst habe die ersten vier Wochen nachts im Laden gestanden.“ Die Offermanns machten in ihren beiden Lebensmittelläden in Wipperfürth einiges anders als andere. Sie setzten von Beginn an darauf, nur eine bestimmte Anzahl Kunden zur selben Zeit im Laden zu haben. Rund einhundert dürfen es im EDEKA-Markt in der Innenstadt sein. Die hat anfangs ein Mitarbeiter einzeln gezählt, bis die Geschäftsleute künstliche Intelligenz einsetzten. Und was für eine: Das Lindlarer Unternehmen Lang AG hat ein kamerabasiertes System entwickelt,
das nicht nur völlig automatisiert die Kunden zählt. Es kann auch mittels
Gesichtserkennung unterschieden, ob sie die erforderliche Maske tragen.
Die Wipperfürther Experten von Furacom, die als Spezialisten für die Einrichtung digitaler Bürosysteme unter anderem das Pressezentrum von Borussia Dortmund mit modernster Medientechnik ausstatteten, haben das System konfiguriert und installiert. Es arbeitet so einfach wie genial: Im Eingangsbereich hängt seit Ende Mai ein großer Flachbildschirm, der jeden Kunden, der in den Laden darf, mit einem weißen Smiley auf grünem Hintergrund begrüßt. Rückt die Maximalanzahl an Kunden näher oder will ein Kunde ohne Maske den Laden betreten, wird ein zuständiger Mitarbeiter informiert und bittet den Kunden um einen Moment Geduld beziehungsweise reicht ihm eine Maske – denn die kann man ja auch mal vergessen haben. Und keine Sorge:
Der Datenschutz ist gewährleistet, persönliche Daten werden nicht erhoben.

Die Offermanns wollen die neue Technik langfristig einsetzen, auch für eine Zeit nach Maskenpflicht und Zugangsbeschränkung. Denn sie können die Kundenströme damit generell viel präziser erfassen, ihr Personal besser planen – und insbesondere auch das Angebot noch genauer auf die Kunden abstimmen und sie zum Beispiel tagesaktuell zu bestimmten Aktionen informieren. So hat ein Ausnahmezustand bei Offermann dazu geführt, neue Standards zu setzen.