Alle weg! Schock!

im notfall: prinz

Der Wipperfürther Experte für Notfalltraining und Erste Hilfe gibt Tipps und Hilfestellungen. Diesmal zum Thema Defibrillator.

In vielen öffentlichen Gebäuden und in einigen Firmen sind so genannte AEDs (Automatisierte Externe Defibrillatoren) verfügbar. Aber was ist Defibrillation? Und was Kammerflimmern? 

Ich beschreibe es in meinen Kursen gern so: Stellen Sie sich vor, Sie sind Lehrer in einer siebten Klasse. Sie stellen eine Frage und bekommen prompt eine Antwort. Ähnlich funktioniert das Herz (einfach gesagt) auch. Es ist selbsterregend. Ein Taktgeber (der Sinusknoten) sendet einen „elektrischen“ Impuls an die umgebenden Zellen. Der wird von Zelle zu Zelle geordnet weitergeleitet, bis sich das Herz zusammenzieht und „schlägt“. 

In vielen Klassen gibt es einen Klassenclown – nennen wir ihn Herzinfarkt –,
der mit Störungen ein Lachen auslöst. 

Der Lehrer kann nun fragen, wie er möchte, er bekommt von der lachenden Klasse keine Antwort mehr. Aufs Herz übertragen heißt das: Jede Zelle macht, was sie möchte, das Herz schlägt nicht mehr. Das EKG zeigt wilde Zacken. 

Nun kann der Lehrer das Klassenbuch aufs Pult schlagen und „RUHHEE!“ brüllen. Und folgende Ergebnisse erzielen:

1. Die Klasse erschrickt und macht gar nichts mehr. Das ist ein Anfang. Denn eine Klasse, die nicht lacht, wird nicht müde (ein Herz, das nicht flimmert, verbraucht keinen Sauerstoff) und durch gezieltes Fragen (Herz-Lungen-Wiederbelebung) kann ich die Klasse wieder zum Mitmachen animieren.

2. Die Klasse erschrickt kurz, merkt, dass der Unterricht weitergeht und macht wieder mit. Das ist natürlich der beste Fall! 

3. Die Klasse interessiert sich nicht dafür, was der Lehrer da vorne macht. Sie ermüdet, das Lachen wird leiser (das Kammerflimmern wird feiner), bis sie eingeschlafen ist (Nulllinie). 

Der Einsatz des AED lässt sich mit dem Schlagen des Klassenbuchs vergleichen. Je eher die Defibrillation durchgeführt wird, desto erfolgversprechender. Mit dem AED können Sie nichts falsch machen, das Gerät erklärt dem Laien, was er tun muss. Und gibt einen Schock nur frei, wenn es sicher ist, dass es sich um ein Kammerflimmern handelt. Während des Schocks sollte niemand den Patienten berühren. Und keine Angst, er fliegt nicht wie im Fernsehen in die Höhe. Wichtig: Die Defibrillation ersetzt NICHT die Herzdruckmassage. Die ist wichtiger! Lassen Sie bestenfalls von jemand anderem das Gerät holen und beginnen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. 

http://www.prinomed.de

The Art of Bart

beauty

In Engelskirchen betreibt Friseur Hagen einen
Barbershop. Der kommt an beim Mann: Die Kunden strömen aus der ganzen Region herbei. 

Ich gebe zu, mein Blick folgt dem blitzenden Rasiermesser schon einen Moment lang. Und der Hinweis meiner besseren Hälfte („Ja, und jetzt bitte am Hals ansetzen …“), beruhigt mich auch nicht gerade. Und als plötzlich ein Feuerzeug aufglimmt und sich meinem Ohr nähert, schlucke ich kurz. Alles unbegründet, wie ich eine halbe Stunde später weiß. Aber ich habe ja auch zum ersten Mal einen Barbershop besucht. Hans-Wilhelm Hagen betreibt ihn seit einiger Zeit in Engelskirchen. Der erfolgreiche Friseur-Unternehmer, der im Oberbergischen Kreis drei Läden betreibt, hat den Trend erkannt, der vor einigen Jahren nach Deutschland schwappte: Mann trägt nicht nur wieder verstärkt Bart.
Mann möchte auch, dass den ein Profi bearbeitet. Und den passenden Haarschnitt, gerne im Fifties-Rockabilly-Style, gleich mit macht. Bei Hagen bekommt er beides, weil die vier Friseurinnen und Friseure auch Barbiere sind – und umgekehrt. Auch mehrere syrische Barber gehören zum Team.

„Wir haben hier vor drei Jahren komplett umgebaut und in den Friseurladen einen Barbershop integriert. Wir waren die ersten. Und die Männer kamen vom ersten Tag an. Aus der halben Region und sogar aus Köln“, berichtet Hagen, der in der langen Zeit seiner Selbstständigkeit eines immer beherzigt hat: „Sie müssen Ihren Kunden ständig etwas Neues und anderes bieten.“

Zumal diese, gerade auch die Herren, immer anspruchsvoller werden. Und: Er selbst muss „am Kunden“ sein. Sprich: Regelmäßig arbeitet er in seinen Friseurläden und im Barbershop mit. Hat ein Gespür für Wünsche und Trends. Und ist für sein Team immer ansprechbar. Termine vergibt er im Barbershop nicht, wer kommt, der kommt. Und weil das Team, das Hagen eigens dafür hat fort- und weiterbilden lassen, groß genug ist, gibt es kaum lange Wartezeiten. 

Seinen Bart pflegen oder sich gepflegt rasieren zu lassen, das hat etwas Kontemplatives. Zurücklehnen, die Augen schließen, spüren, wie der Schaum ins Gesicht einmassiert und später mit dem Messer Millimeter für Millimeter rasiert wird. Ja, das dauert. Zum Glück! Eine Alltagspause ohne Handy, ohne alles, Mann hat einfach mal ein paar Minuten für sich. Und die Rasur ist so gründlich, das schafft wohl kaum jemand zu Hause. Was aber hat es jetzt mit dem Feuerzeug auf sich? Kleiner Barbertrick: Damit werden die feinen, aber oft störenden Härchen an den Ohren entfernt. Keine Sorge, niemand wird dabei angeflemmt, denn die Flamme brennt nur für Sekundenbruchteile, dafür zigmal, das kribbelt herrlich und ist effektiv.

Neuester Trend in Sachen Männerbeauty: „Die Haare in den Ohren mit Wachs entfernen. Das zwiebelt einmal kurz, dann hat man aber für Wochen Ruhe“, weiß Hans-Wilhelm Hagen. Ruhe hat Hagen weder im Damensalon, noch im Barbershop. Das Team wächst, zumal immer mehr Männer ein ganz neues Beautyempfinden entwickeln. Und immer mehr Jugendliche, denn auch wenn bei ihnen in Sachen Bart noch nicht viel läuft – die coole Retrofrisur mit über den Schläfen bis auf null Millimeter herunterrasierten Haaren gönnen sich auch immer mehr Teenager. Und wissen natürlich, wo sie später hingehen werden, wenn es an die erste Bartpflege geht …

http://www.friseur-hagen.de