Oh nein, nur noch 50 Sekunden!

erlebnis

Klettern und Bouldern im 2T in Lindlar – kennt man. Mag man. Aber knobeln? Genau. Im ersten Escape- Room der Region. Wir sind dem „Geheimnis der 2 Tiger“ auf die Spur gekommen. Naja. Fast.

Na toll, jetzt haben wir den Salat. Die Uhr läuft ab. Erbarmungslos. Keine Minute mehr Zeit. Nur noch ein letztes Rätsel, diese eine Aufgabe, die uns vom großen Schatz trennt. Aber wenn wir ehrlich sind: Wir sitzen hier und haben keine Ahnung, was wir machen sollen. „Ich kann es von hier aus sehen. Und ihr könnt das eigentlich auch“, ruft uns Marcel Besgen zu. Er ist nicht nur der Spielleiter des ersten oberbergischen Escape-Rooms, er hat diesen auch entwickelt. Und wenn wir ehrlich sind – er hat uns schon einige Male geholfen bei unserem sechzigminütigen Selbstversuch. Bisher hat sich das ENGELBERT-Quartett wacker durch die einzelnen Rätsel gekämpft, kombiniert, Schlösser geknackt … aber jetzt kommen wir ins Stocken. Die Uhr tickt weiter. Und wir blicken bange zu Marcel Besgen …

Wer schon den ein oder anderen
Escape-Room gespielt hat, für den mag das zunächst ungewohnt erscheinen – nicht alleine im Raum zu sein. Sondern mit Spielleiter. Meine erste Befürchtung: Oh Mann, wir stellen uns da gleich total dämlich an, und der sieht uns auch noch dabei zu. Aber diese Sorge legt sich. Zum einen, weil wir uns so schlecht gar nicht schlagen (wenngleich wir zu Anfang viel zu kompliziert denken, das Offensichtliche übersehen und die ersten 20 Minuten so schnell vergehen, dass ich es kaum glauben kann). Und zum anderen, weil Marcel Besgen angenehm im Hintergrund bleibt, aber immer mit dem Gespür für den Augenblick. Wenn er merkt, dass sich das Team verrennt, hilft er. Wer in sechzig Minuten mehrere Rätsel lösen soll, um aus dem Escape-Room zu entkommen, der soll dabei Spaß haben und nicht verzweifeln. 

Spaß haben wir, zumal die Geschichte stimmt. Ein Verdienst von Marcel Besgen und seinem Team. Der Leiter der
2T-Kletter- und Boulderhalle ist selbst großer Spiele- und Escape-Room-Fan – und war doch immer wieder enttäuscht, dass es in anderen Locations, wo er spielte, an der Geschichte haperte. Umso mehr Energie haben er und sein Bruder in „Das Geheimnis der 2 Tiger“ gesteckt, das es seit Herbst in Lindlar zu lüften gilt. Und weil Sie das mit Familie, Freunden oder Kollegen ja vielleicht bald selbst machen, wird jetzt hier auch nicht gespoilert, sprich: Wir verraten keine Details. 

Nur so viel: Es darf gerätselt, geknobelt, gerechnet, gelauscht und auch mal
geschnuppert werden. Am Anfang spricht eine düstere, vermummte Gestalt zu den Spielerinnen und Spielern, aber gruselig wird es zu keiner Zeit. Aus gutem Grund: „Wir wollten gerade beim ersten Escape-Room hier in der Region nicht mit einem komplett abgedunkelten Raum beginnen“, erklärt Marcel Besgen. 

Nicht nur das: Eigentlich war das gesamte Spiel als Outdoor-Event geplant, um die großen Freiflächen vor dem 2T gerade im Sommer noch besser nutzen zu können. „Dann aber mussten wir schon unseren Testspielern so oft wegen des Wetters absagen, dass wir lieber doch nach drinnen gegangen sind.“ Andererseits: Vielleicht wäre ja gerade ein Survival-Game, das man bei Wind und Wetter spielt, auch eine reizvolle Ergänzung? 

Wie auch immer: Der neue Escape-Room ist jedenfalls bei erfahreneren Spielern wie auch Debütanten schon so gut angekommen (vor allem natürlich vor Weihnachten), dass weitere Räume geplant sind. Die dann sicher noch einmal ganz anders gestaltet werden und das 2T als Freizeit-Ziel für einen ganzen Tag noch attraktiver machen werden. Zuerst Klettern, dann in den Escape-Room, dann Bouldern, dann in den nächsten Escape-Room, dann in Ruhe was essen und trinken. Passt. Und praktischerweise kann man via Onlinekalender auch gleich einen Wunschtermin hinterlegen und wird zwecks Anmeldung vom 2T-Team kontaktiert. So wie
ENGELBERT. Ach, stimmt, da war 

doch noch was …

… zehn, neun, acht … drei, zwei, eins … und Ende. Und: Nix is! Ja, wir geben zu, wir haben das letzte Rätsel nicht gelöst. Dabei war es wirklich nicht das Schwierigste von allen. Wir haben einfach nur … nicht richtig hingeschaut? Keine Ahnung. Ist aber auch nicht schlimm, weil die gefühlt kürzeste Stunde seit der Erfindung der Zeitmessung im Escape-Room des 2T ja trotzdem großen Spaß gemacht hat. Das Spiel funktioniert, die Geschichte auch, alles baut logisch aufeinander auf und überrascht mit Wendungen, die sicher nicht jeder auf dem Schirm haben dürfte. Weil es das so noch nicht gab. Viel Spaß bei der Alltagsflucht!

http://www.2t-klettern.de