Endlich Durchblick

Optik

Bei ENGELBERT-Textchef Daniel Juhr trifft
Kurzsichtigkeit auf Hornhautverkrümmung.
Zum Glück gibt es Experten wie Optiker Köhler.

Gefühlt habe ich sie alle durch. Die Filialisten großer Ketten. Die niedergelassenen Optiker vor Ort. Ergebnis bislang: Na ja. Denn mit Hornhautverkrümmung UND Kurzsichtigkeit ist das ja so eine Sache. Soll beides korrigiert werden, sieht man am Ende zwar scharf, aber das räumliche Sehen wird doch deutlich verändert. Und jeder Monitor, ja überhaupt jeder querformatige Gegenstand mutiert visuell zu einem Trapez. Gruselig. Dazu kommt, dass in einem Haushalt mit Kind und zwei Hunden eine Brille so einiges mitmachen muss.

Was ich da meinen Augen über Monate mit dem alten Modell zugemutet habe … egal. Ich bin also kein ganz einfacher Kunde, als ich bei Optiker und Akustiker Köhler in Gummersbach hereinspaziere. „Guten Tag, ich habe keine Lust mehr, jedes Rechteck als Trapez zu sehen und meine Brille muss robust sein ohne Ende. Schick wäre auch schön.“ So in etwa beginne ich. Und dann stellt mir Inhaberin Kerstin Köhler ihren Optikermeister Burkhard Cronenberg vor. Und ich darf auf wunderbare Weise erleben, warum es sich im Oberbergischen einfach immer wieder lohnt ein echtes Fachgeschäft aufzusuchen. In dem Menschen arbeiten, die absolute Experten auf ihrem Gebiet sind. Und die ihren Job mit Leidenschaft, Akribie und Spaß machen.

So wie Burkhard Cronenberg. Ich weiß heute, da ich meine neue Brille schon einige Wochen trage, nicht mehr, wie viele Augenmessungen und Sehtests er mit mir gemacht hat. Und wie er mit modernster Computertechnik exakt errechnet hat, wo mein Blickpunkt durch das Glas ist und wie es warum geschliffen werden muss. Augenoptik ist eine Wissenschaft für sich. Ein Präzisionshandwerk. Für das man vor allem eines braucht, neben all der Fachkenntnis: Zeit. Burkhard Cronenberg nimmt sie sich. Natürlich für den Sehtest. Und was macht er als bisher erster Optiker, der mich berät? Er ermuntert mich zu blinzeln! „Ist doch klar, durch das Zwinkern animieren Sie den Tränenfilm des Auges. Der schont das Auge und verhindert ein Brennen.“ Verstanden. Ich dachte nur immer, man müsste jetzt möglichst starr durch diesen Apparat gucken, um auch ganz viel zu erkennen. Blödsinn! 

Ich lerne auch, dass sich bei einer Hornhautverkrümmung die Achslage der Hornhaut verschiebt. Dadurch entsteht eine Asymmetrie, die das Gehirn natürlich korrigiert – zu Lasten der Schärfe. Burkhard Cronenberg nimmt sich daher besonders viel Zeit, um die perfekte Balance zu finden, damit die neuen Brillengläser die Kurzsichtigkeit und die Hornhautverkrümmung korrigieren – ohne die räumliche Wahrnehmung groß zu verzerren. Was ich ebenfalls nicht wusste: „Es gibt ein Führungsauge. Ganz gleich, von welcher Seite Sie einen Reiz wahrnehmen, es wird immer von einem Auge zuerst aufgenommen. Dann vom zweiten.“ Und: Obwohl beide Augen ja scheinbar parallel schauen, fixieren sie doch immer ein und denselben Punkt. All das steuert die Muskulatur im Auge. 

Ich könnte dem Experten noch eine Ewigkeit zuhören. Spannend auch, dass sich im Alter von 25 bis 40 Jahren wenig im Auge tut, ehe die Altersfehlsichtigkeit eintritt. Die Vierzig habe ich, aber eine Lesebrille brauche ich noch nicht. 

Bei den Gläsern mache ich keine Kompromisse. High-End bitte, schließlich trage ich das Ding jeden Tag, beim Autofahren, vor dem Bildschirm. Also sind die Gläser für beides optimiert. Sie werden bei Köhler im Haus geschliffen und eingepasst. Nur … in welches Gestell? Oh je, da eins zu finden, das dauert doch sicher … überhaupt nicht lange! Kerstin Köhler hat schnell raus, was mir gefallen könnte, und schon das dritte oder vierte Modell wird zum Favoriten. Ich hatte das vielleicht beim vierzigsten erwartet. Was beim ersten Aufsetzen zwangsläufig nicht direkt passen kann, macht Burkhard Cronenberg passend. Mit einem speziellen Aufsatz justiert er das Gestell so, dass ich später genau an der richtigen Stelle durch die Gläser schaue. Denn nur wenige Millimeter zu tief würden die Sehleistung schon wieder beeinträchtigen. Passiert nicht. Weil die Optiker bei Köhler in Gummersbach ganz genau hinschauen. 

Nach zehn Tagen hole ich die fertige Brille ab.
Betrachte ein Rechteck. Kein Trapez, schon mal gut. Ich schaue in den Spiegel. Und muss sagen: Gut sehen kann echt gut aussehen!