Alles Könner

Ein neues zweites Auto muss her. Das war uns Ende 2018 klar. Denn die ENGELBERT Echt Oberberg- Redaktion denkt und arbeitet gerne nachhaltig. Eigene Stromerzeugung dank Photovoltaik-Anlage auf dem Dach,
Ladesäule vor der Tür, bereits ein Elektroauto am Start. Also hatte der Verbrenner ausgedient. Nur: Wie sieht die Alternative aus? Ein E-Auto, das so groß ist, dass nicht nur viermal im Jahr viele tausend ENGELBERT-Ausgaben damit ausgeliefert, sondern mit dem privat auch mal die Hunde, das Hühnerfutter und alle Gepäckstücke für die kurze Urlaubsreise transportiert werden können? Und das bitte auch eine Reichweite hat, dank der man nicht alle halbe Stunde eine Ladestation aufsuchen muss … gibt es das?

 Ja, gibt es. Wir sind in Kierspe fündig geworden, beim Autohaus Bengelsträter. Und hatten etwas Glück. Denn eigentlich hätten wir auf unseren schneeweißen Nissan e-NV 200 Evalia gut sieben Monate warten müssen. Aber es war gerade ein neues Exemplar unterwegs, und so durften wir vollelektrisch ins Jahr 2019 durchstarten. Inzwischen hat unser Evalia schon über 10.000 Kilometer auf dem Buckel, diverse ENGELBERT-Auslieferungen und auch schon eine Urlaubsreise hinter sich. Und wir lieben dieses nach wie vor fast konkurrenzlose Auto, weil es praktischer kaum geht.

Denn … der Evalia hat, da er ja auf einem Lieferwagen basiert, über 600 Kilogramm Zuladung, ist zugleich außen kompakt und innen riesig. Auch, weil die Batterie, die 40 Kilowattstunden Strom speichern kann, komplett unter den Sitzen verbaut ist. Heißt: Viel Platz im Innenraum, sowie eine große und vor allem hohe Ladefläche. Zugleich ist der Evalia sehr schmal, und dank Schiebetüren auf beiden Seiten kommt man nicht nur in die schmalsten Parklücken, sondern dort auch elegant aus dem Auto. Apropos einparken: Mit Rückfahrkamera und hervorragender Übersicht ein Kinderspiel.

Denn … die „Evalia“-Ausstattung kostet zwar im Vergleich zum klassischen Lieferwagen einiges an Aufpreis, dafür wird der Nissan e-NV 200 aber nicht nur kräftig auf Familientauglichkeit getrimmt, er verfügt auch über allen technischen Komfort, den man braucht. Ja, er könnte mit etwas weniger Kunststoff an Türverkleidung und Armaturenbrett auskommen, aber die Technik macht das mehr als wett: Tempomat, Sitzheizung, Klimaautomatik, Navi, Handy-Konnektivität, besagte Rückfahrkamera und noch einiges mehr. Reicht völlig aus.

Denn … der Evalia ist dank seines neuen, größeren Akkus im Sommer wie im Winter absolut alltagstauglich. An kalten Tagen braucht er zwar deutlich mehr Strom als an warmen, da er nicht über eine Wärmepumpe verfügt. Sprich: Heizen bei minus acht Grad verringert die Reichweite um ein Drittel. Aber mal ehrlich: An wie vielen Tagen im Jahr ist es so kalt? Eben. Seit im März die Temperaturen nach oben gingen, sank der Verbrauch stetig. Der wird ja bei einem E-Auto in Kilowattstunden angegeben, daher hier eine kleine Rechnung aus unserem Alltag: Von April bis September hat unser Evalia, der meist im Stadtverkehr und auf der Landstraße und wenig auf Autobahnen im Einsatz ist, zwischen 14 und 16 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer Strecke verbraucht. Für ein Auto dieser Größe ein Witz. Das ergibt bei 40 Kilowattstunden Kapazität des Akkus eine Reichweite von 250 bis 280 Kilometern. Im Winter und auf der Autobahn geht der Verbrauch hoch, liegt dann zwischen 20 und 24 Kilowattstunden. Macht immer noch 170 bis 200 Kilometer. Klar: Wer beruflich jeden Tag nach Frankfurt muss, nimmt eher den Zug oder kauft sich einen Hybrid. Für uns sind diese Reichweiten vollkommen ausreichend. Ich hätte gerade mit dem extrem niedrigen Verbrauch im Sommer nicht gerechnet.

Denn … wir legen auch keinen großen Wert auf Raserei. Auch nicht mit unserem zweiten E-Auto übrigens. Elektrisch fahren entschleunigt. Mit seinen 109 PS ist der Evalia dank des hohen Drehmoments vollkommen ausreichend motorisiert. Er beschleunigt spritzig, liegt dank des tief eingebauten Akkus gut auf der Straße. Auf der Autobahn ist bei 120 km/h Schluss, wir fahren dort meist um die 100. Ja, die Fahrt ans Meer dauert dann mit einmal Zwischenladen knapp fünf statt gute drei Stunden. Aber da fährt man ja auch nicht jeden Tag hin. Meistens sind wir mit dem Evalia in der Region unterwegs. Leise, entspannt, emissionsfrei. Und mit einem Lächeln. Denn … nicht nur in Wipperfürth, sondern im gesamten Oberbergischen und Bergischen Land kann man an immer mehr Stellen laden – auch dank der Infrastruktur, die die Energieversorger BEW und Agger Energie geschaffen haben.
Das Laden geht beim Evalia am BEW-Schnelllader in Wipperfürth mit 50 Kilowatt pro Stunde, sodass das Auto in einer guten Dreiviertelstunde aufgeladen ist. Oder mit dem Typ2-Stecker sowie dem klassischen Haushaltsstecker. Klar, das dauert dann einige Stunden. Aber während diese Zeilen hier entstehen, tja, was macht mein Evalia da wohl gerade? Genau. Er steht. Und lädt. Den Solarstrom, den wir selber produzieren. Ein echt gutes Gefühl.