Zurück ins Leben

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Freund von Ihnen erleidet auf offener Straße plötzlich einen Herzstillstand. Um ihn herum stehen viele Menschen und schauen – es hilft aber niemand. Immerhin setzt jemand den Notruf ab. Nach gut fünf Minuten ist der Rettungsdienst vor Ort, aber leider kommt diese Hilfe zu spät. Und das, obwohl jede Menge potenzielle Lebensretter daneben standen …

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bleiben dem Betroffenen rund drei bis fünf Minuten, bevor das Gehirn unwiederbringlichen Schaden nimmt – und die Überlebenswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt. Wenn man bedenkt, dass
bis zum Eintreffen professioneller Hilfe  rund zehn Minuten vergehen können, ist das eine erschreckende Zahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Ersthelfer reagieren und Maßnahmen einleiten, wie beispielsweise die Herzdruckmassage beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor kurzem sind neue Zahlen zur Ersthelferquote herausgekommen. Es gab einen Rückgang zu verzeichnen. Nur bei rund 39 Prozent der Fälle führen Ersthelfer eine Wiederbelebung durch. Aber woran liegt es, dass man nicht hilft oder an einem Unfall vorbeifährt? Zumal helfen so einfach ist!

Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Oft sind es ganz simple Denkmuster:
Ich hab´s eilig! Warum ich und nicht die anderen? Wenn keiner was macht, kann´s wohl nicht so schlimm sein! Aber natürlich liegen die Gründe auch in der Angst vor Fehlern oder Ekel. Gerade im nahen Umfeld spielt sicherlich auch Panik eine Rolle. Ganz wichtig ist aber: Sie können nichts falsch machen – außer Sie machen nichts!

Mein Tipp, auch wenn es banal klingt: Atmen Sie tief durch, sammeln Sie sich und legen Sie los. Am besten sprechen Sie andere Umstehende an und motivieren Sie diese zum Mitmachen. So überwinden Sie die Hürde und retten Leben! Denn Sie sind die wahren Lebensretter – nehmen Sie also das Herz im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand!

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

www.prinomed.de