seven echt gute Kinogründe

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Sieben Kinosäle bieten für jeden Filmfan etwas. Der kleinste hat
138 Plätze, der größte 306.

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Dolby Atmos in zwei Sälen wird die Zuschauer akustisch aus den Sitzen heben. Der Dolby 7.1-Klang in den anderen Sälen hat es ebenso in sich. 

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 Modernste Lasertechnik für ein gestochen scharfes hochauflösendes Bild in allen Kinos – so modern eingerichtet ist in Deutschland aktuell kaum ein zweites Kino. Getoppt wird das in zwei Sälen zusätzlich von den D-Box-
Kinosesseln, die sich passend zum
Geschehen auf der Leinwand bewegen. 

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Es gibt Saaleingänge im Erdgeschoss und Obergeschoss. VIP-Bereiche hat das Architekturbüro Hillnhütter, das beim Bau mit dem Bauunternehmen Verfuß zusammenarbeitete,
für jeden Saal geplant. Die Beinfreiheit ist in allen Sälen gigantisch groß
und komfortabel – perfekt für lange Filmabende.

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Erst Hollywood, dann Hunger stillen – oder umgekehrt: Das italienische Themen-
restaurant Tavola im SEVEN wird betrieben von alten Bekannten auf dem Steinmüllergelände: Messing Gastronomie ist auch für die Küche im 32Süd zuständig und wird künftig im neuen Multiplex im Kino unter anderem
Salate, Pizza und frische Pasta anbieten. 

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In den Sälen wiederum werden nicht nur die angesagtesten aktuellen Kinohits laufen. Sie sollen auch für Vorlesungen und Weiterbildungen an die Technische Hochschule vermietet werden – und an jeden, gerne auch Unternehmer, der sie für eigene Events, zum Beispiel für Kunden, nutzen möchte.
Die nächste Innovationspräsentation oder der große Kundenempfang
im Kino? Warum nicht?

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Zur Eröffnung dürfen sich die Kinofans direkt auf ein paar absolute Filmhighlights freuen. Von Beginn an läuft zum Beispiel der neue Spiderman-Film an, der nach den Ereignissen des Mega-Blockbusters „Avengers: Endgame“ spielt. Und im August kommen dann endlich alle Fans von Quentin Tarantino auf ihre Kosten: „Once upon a time in Hollywood“ mit Brad Pitt und Leonardo di Caprio. Oh du schöne neue Kinowelt! Und das mitten in Gummersbach. Wenn dann auch noch wie geplant das gute alte Burgtheater in ein Arthouse-Kino verwandelt wird, in dem jene kleinen, aber feinen Filme laufen, die es nicht ins SEVEN schaffen, aber gleichwohl sehenswert sind, bleiben in der oberbergischen Kinolandschaft keine Wünsche von Filmfans mehr offen.

Zurück ins Leben

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Freund von Ihnen erleidet auf offener Straße plötzlich einen Herzstillstand. Um ihn herum stehen viele Menschen und schauen – es hilft aber niemand. Immerhin setzt jemand den Notruf ab. Nach gut fünf Minuten ist der Rettungsdienst vor Ort, aber leider kommt diese Hilfe zu spät. Und das, obwohl jede Menge potenzielle Lebensretter daneben standen …

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bleiben dem Betroffenen rund drei bis fünf Minuten, bevor das Gehirn unwiederbringlichen Schaden nimmt – und die Überlebenswahrscheinlichkeit um 50 Prozent sinkt. Wenn man bedenkt, dass
bis zum Eintreffen professioneller Hilfe  rund zehn Minuten vergehen können, ist das eine erschreckende Zahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Ersthelfer reagieren und Maßnahmen einleiten, wie beispielsweise die Herzdruckmassage beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor kurzem sind neue Zahlen zur Ersthelferquote herausgekommen. Es gab einen Rückgang zu verzeichnen. Nur bei rund 39 Prozent der Fälle führen Ersthelfer eine Wiederbelebung durch. Aber woran liegt es, dass man nicht hilft oder an einem Unfall vorbeifährt? Zumal helfen so einfach ist!

Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Oft sind es ganz simple Denkmuster:
Ich hab´s eilig! Warum ich und nicht die anderen? Wenn keiner was macht, kann´s wohl nicht so schlimm sein! Aber natürlich liegen die Gründe auch in der Angst vor Fehlern oder Ekel. Gerade im nahen Umfeld spielt sicherlich auch Panik eine Rolle. Ganz wichtig ist aber: Sie können nichts falsch machen – außer Sie machen nichts!

Mein Tipp, auch wenn es banal klingt: Atmen Sie tief durch, sammeln Sie sich und legen Sie los. Am besten sprechen Sie andere Umstehende an und motivieren Sie diese zum Mitmachen. So überwinden Sie die Hürde und retten Leben! Denn Sie sind die wahren Lebensretter – nehmen Sie also das Herz im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand!

Ihr Markus Prinz,

Experte für Erste Hilfe und Notfalltraining

www.prinomed.de

Haar für Haar eine gute Geschichte

Sie schreibt auch. Mal Abgründiges, mal mitten aus dem Leben. Geschichten findet Petra Dehler genug. Und entwickelt sie dann als Mitglied der SchreibFedern Gummersbach. Sollte sie jemals ihre eigene Geschichte aufschreiben, dürften es spannende Seiten werden. Sie erzählen von einer leidenschaftlichen Unternehmerin. Die als gelernte Friseurmeisterin, Zweithaarspezialistin und Heilpraktikerin seit 22 Jahren ihr Haarkompetenz-Zentrum in Gummersbach führt. Die Menschen aus dem Oberbergischen und weit darüber hinaus, von Frankfurt bis zum Niederrhein, mit Haarersatz versorgt. Es sind vor allem Frauen. Sie haben Krebserkrankungen zu verkraften und in der Regel nach gut zwei Wochen Chemotherapie ihr Haar verloren. Oder ihnen fiel schon in jungen Jahren aufgrund einer Autoimmunerkrankung ihr gesamtes Körperhaar aus. Oder sie haben im Alter das Problem, dass ihr Haar vor allem auf dem Oberkopf immer dünner wird. Für sie alle nimmt sich Petra Dehler Zeit. Insbesondere für die Erstberatung: „Die dauert immer mindestens eine Stunde.“ Denn die Haarexpertin möchte die Menschen kennenlernen, mit denen sie unter Umständen über Jahre zusammenarbeiten wird. Als Heilpraktikerin hilft sie auch jenen, die nicht wissen, warum ihnen die Haare ausfallen. So kommen in ihre Haarsprechstunde nicht nur Menschen, die zu einem Haarersatz beraten werden möchten. Manche bringen auch die Laborberichte mit und Petra Dehler sucht mit ihnen nach Gründen für den Haarverlust.

Welche Erkrankung liegt vor? Soll es eine Synthetikperücke sein oder eine Echthaarperücke? Wo ist die Kundin versichert und was übernimmt die Krankenkasse? Diese und viele weitere Fragen klärt die Expertin. Sie weiß: „Bei Chemo-Patienten übernehmen verschiedene Krankenkassen alle sechs bis zwölf Monate die Kosten für einen Haarersatz.“ So lange hält dieser im Schnitt, wobei sich das nicht pauschalisieren lässt. Synthetik ist übrigens einfacher zu pflegen als Echthaar; dieses wiederum empfiehlt sich wegen der Optik und Tragbarkeit, wenn eine Kundin eine längere Perücke haben möchte. Manch anderem reicht vielleicht auch ein Haarteil, welches sich wiederum in Farbe und Look dem verbliebenen Haar perfekt angleichen muss. „Und das geht nur mit Echthaar“, rät die Expertin. Ihre Maxime: „Ein Haarersatz muss unsichtbar sein.“ Sprich, man darf ihn nicht als solche erkennen. Mit entscheidend ist hierfür der vordere Haaransatz. Dieser muss, möglichst von Hand, so fein gearbeitet sein, dass, auch wenn der Wind das Haar nach oben weht, darunter ein natürlicher Haarwuchs erscheint. Wichtig ebenfalls: Alle paar Wochen zur Intensivpflege und Perückenanpassung ins Haarkompetenz-Zentrum kommen, damit aus unsichtbar nicht sichtbar wird. Wie perfekt sich ein Haarteil ins vorhandene Haar integrieren lässt, hat Petra Dehler mit ihrem Team Anfang Juni im PORTAL by Volksbank demonstriert, beim diesjährigen Haarspende-Aktionstag. Aber Halt! Das ist ja schon der nächste Teil der Petra-Dehler-Geschichte.

Und der erzählt von der engagierten Ehrenamtlerin, die jedes Jahr zahlreiche Charity-Aktionen initiiert oder sich an ihnen beteiligt. Denn sie sammelt regelmäßig Echthaar von ihren Kundinnen, aus dem dann Perücken hergestellt werden können. Binnen zwölf Monaten kommen im Schnitt bis zu 30 Zöpfe zusammen. Pro Zopf spendet sie einen festen Betrag an die Klinikclowns der Kinderklinik am Kreiskrankenhaus Gummersbach. Die Zöpfe schickt sie zum Bundesverband der Zweithaarspezialisten. Dort wird bundesweit gesammelt und im Frühjahr des Folgejahres für einen Guten Zweck versteigert. Spenden kann sein Haar, wer mindestens 25 Zentimeter Haarlänge abgeben kann – und nur, wenn sie chemisch unbehandelt ist. Also keine Dauerwelle, Tönung und Farbe. „Nur dieses Haar kann für eine Perücke chemisch weiter bearbeitet werden“, erklärt Petra Dehler. 

Fester Bestandteil ihrer eigenen Charityaktionen ist der besagte der Haarspendeaktionstag im PORTAL by Volksbank, wo auch dieses Jahr wieder viele Frauen (und auch Männer) ihr Haar spendeten. Bei der Lesung am Abend unterstützten dann rund 60 Zuschauer die Aktion. Zu der gehört auch, das Thema Haarersatz offensiv zu thematisieren, weil es leider, gerade bei Frauen, noch viel zu oft ein Tabu ist. Eine von Petra Dehlers Kundinnen mit kreisrundem Haarausfall stellte sich für eine Vorführung zur Verfügung. Sprich: Sie ließ sich vor allen Zuschauern die Perücke abnehmen, zeigte ihre Glatze und stand dann als Model für eine Vielzahl von anderen Perücken zur Verfügung, die Petra Dehler ihr aufsetzen ließ. Jede wirkte anders, alle hatten eins gemeinsam: Sie sahen absolut natürlich aus. Ebenso wie besagter Haarersatz, den sie symbolisch dem PORTAL-Filialleiter Mario Schevardo verpasste. Er bekam einen „Metal-Zopf“, passend zum letzten Song des „The Höösch“-Gitarristen Christoph Rüßmann, der die Lesung auch in diesem Jahr wieder musikalisch begleitete – und als Zugabe Metallicas „Nothing else matters“ spielte. Charity und Aufklärung darf bei aller Ernsthaftigkeit des Thema durchaus mal mit Augenzwinkern daherkommen. Auch dafür steht Petra Dehler. Zuletzt sammelte sie übrigens Zöpfe beim Nick & Co. Cup zugunsten von Kindern mit Behinderungen, den Bettina Hühn von den Helfenden Händen Oberberg jährlich veranstaltet (mehr dazu in ENGELBERT Ausgabe 1/2019). Auch hier ging der Erlös an die Klinikclowns. Direkt im Anschluss blickte die Gummersbacherin begeistert auf das Fußballturnier zurück: „Ich glaube, die Leute haben die Welt an diesem Wochenende ein bisschen besser gemacht.“ 

Sie ist übrigens sicher: Es lassen sich noch viel mehr echte Haare gewinnen, aus denen dann Perücken hergestellt werden können für Menschen, die aus kosmetischen oder Krankheitsgründen einen Haarersatz brauchen. Dafür wird Petra Dehler auch in den nächsten Jahren voller Engagement aktiv sein – und schreibt damit Haar für Haar eine echt gute Geschichte.

Komm, da laufen wir mal mit!

Kurz hinter Kilometer 30 geht mir der Regen so richtig auf den Keks. Der zigste Schauer ergießt sich über uns, keine zehn Grad. Ein finsteres Aprilgrau verschluckt die Höhen um Hückeswagen. Der erste Schlechtwettertag seit Wochen fällt genau auf diesen Samstag. Und jedes Mal, wenn meine Jacke und meine Hose gerade getrocknet sind, meist nach einem längeren Waldstück mit mal sanften und mal steilen Anstiegen, erreichen wir wieder eine Ebene. Ohne Wald. Ohne Schutz. Und es schüttet. So geht das an diesem
27. April ständig. Aber wir wandern weiter. Und die Wanderlust kehrt zurück. An der Wupper-Vorsperre, als der Himmel aufreißt, für kurze Zeit einer warmen Sonne Platz macht und Kilometer 35 eher kommt als erwartet. Und ich denke: Zwei Drittel haben wir schon mal.

Wie ich auf die irre Idee gekommen bin, als reiner Freizeitwanderer, der mit seinen Hunden normalerweise zwar zügig, aber doch kaum mehr als zehn Kilometer am Stück unterwegs ist, ausgerechnet bei den Bergischen 50 mitzumachen? Also 50 Kilometer von Wipperfürth aus an einem einzigen Tag zu wandern? Am Stück? Keine Ahnung. Ich hörte halt davon. Fand den Event spontan gut. Auch, dass er fünf Jahre hintereinander von der Hansestadt aus starten soll. Als dann Frank Rütten, Landscape-Fotograf und Immobilienmakler aus Dohrgaul, spontan sagte: „Jo, da gehe ich mit“, kam ich aus der Nummer auch nicht mehr raus. Nein, im Ernst: Ich wollte es so. Was machen, was ich noch nie versucht hatte. Schauen, wie weit ich komme.

Also Wanderschuhe gekauft, eingelaufen, die Hunderunden morgens verdoppelt, bisschen Vorbereitung muss ja sein. Am Veranstaltungstag gegen sieben Uhr morgens kurz überlegt: Soll ich mir die Fersen mit Pflaster tapen? Soll ich besser nach den alten Laufsocken kramen? Antwort: Zweimal nein. Ein Fehler.

Kein Fehler war es dagegen, dass ich mir meine Anmeldeunterlagen schon am Vorabend geholt habe, denn am Wettkampftag ist auf dem Klosterplatz in Wipperfürth so viel los, dass der Marsch mit gut zehn Minuten Verspätung beginnt. Bis Frank, seine Frau Anke und ich auf die Strecke gehen, ist es schon exakt 8.18 Uhr. Es folgen ein ordentliches Getümmel in der Altstadt und der erste Engpass schon kurz darauf an der schmalen Wupperbrücke zur Alten Drahtzieherei. 1330 Wanderer auf einmal hat diese Stadt wohl auch noch nicht gesehen. Und die meisten kommen nicht mal von hier.

Als wir uns auf den Weg Richtung Egen machen, fallen die ersten Tropfen. Und Frank fällt alles aus dem Gesicht, als sein Handy klingelt. „Ja. Ja, verstehe. Sie probieren das erst mal so. Okay, melden Sie sich, wenn es nicht klappt.“ Er legt auf und wendet sich an seine Frau: „Da kommt jemand mit seinem Auto nicht weg, wo du geparkt hast.“ Anke fackelt nicht lange: „Alles klar, dann steige ich jetzt aus und laufe zurück.“ Wir sind gerade erst gut fünf Kilometer unterwegs. Anke und Frank sind total sicher, dass sie genügend Platz gelassen haben beim Parken. Haben sie auch. Drei Funklöcher und einige Kilometer später kommt der erlösende Anruf: Hat geklappt, Anke kann ihren Wagen stehen lassen. Und weiterwandern. Wir ziehen ein wenig das Tempo an, ich spüre meine Beine, sie werden ordentlich gefordert, aber ich komme klar. Wie ich das über 50 Kilometer durchhalten soll, daran denke ich lieber nicht. Besonders anstrengend: Nach einer kurzen Pinkelpause muss ich Anke und Frank bergauf einholen. Puh! Aber ich schaffe es. Und weil wir auf völlig überflüssige helle Weizenbrötchen an den ersten Verpflegungsständen verzichten und stattdessen auf Bananen und Äpfel setzen, kommen wir auch gut voran. 2:50 Stunden für die ersten 15 Kilometer – unser heimliches Ziel, in unter zehn Stunden anzukommen, wenn wir denn ankommen, scheint machbar. Aber wir backen, um im Bild zu bleiben, lieber kleine Brötchen, schauen von Etappe zu Etappe. Zumal der Regen nicht nur zunimmt, sondern auch horizontal fällt, als wir uns von Egen aus Richtung Rade aufmachen. Wir passieren Hochebenen, kleine Höfe, Waldstücke, Auen, die ich noch nie im Leben gesehen habe, obgleich sie doch Teil meiner Heimat sind. „Wenn ihr mich jetzt hier stehen lasst, hab ich keinen Plan, wo ich hin muss“, frotzele ich und nehme mir vor, die Hunderunden künftig mal zu variieren. Neue Routen zu entdecken. Zum Glück ist die Strecke vom Sponsor McTrek so idiotensicher ausgeschildert, dass sich niemand verlaufen kann.

Immer wieder lasse ich den Blick schweifen, auch zu den anderen Wanderern. Menschen jeden Alters, in jeder Art von Outfit, in den verschiedensten Schuhen. Echte Cracks, aber auch Freizeitwanderer. Was mir auffällt: Viele scheinen sich gar nicht groß umzuschauen. Stur nach vorne starrend machen sie Strecke. Wie bei einem Laufevent. Wandert man nicht, um die Gegend, die man da erkundet, auch zu betrachten? Machen Frank, Anke und ich zwischendurch zum Glück immer wieder. Wir stoppen kurz und halten schöne Ecken trotz Regen und Wolken im Foto fest. Natürlich auch alle Etappenziele.

Beim vierten ist Anke raus. Sie hatte sich ohnehin vorgenommen, maximal die Hälfte mitzugehen, bei Kilometer 20 verabschiedet sie sich. Schade, finde ich, sehe aber zu, dass ich mit Frank, der das Tempo etwas anzieht, mitkomme.
Wir reden über alles Mögliche, über unsere Jobs, über Reisen, tauschen Ideen aus – und halten uns nicht nur gegenseitig bei Laune, wenn der Regen mal wieder quer schießt. Wir puschen einander auch. Wie Berglöwen marschieren wir die Anstiege rauf, überholen dort immer wieder andere Wanderer.

Etwa bei Kilometer 23 spüre ich das erste Mal, wie der Schaft meiner an sich super bequemen Schuhe an den Achillesfersen scheuert. Wie war das mit den Pflastern? Ich hab welche dabei, aber jetzt, mitten im Wald, stehen bleiben? Und hätte ich mir vielleicht doch besser die hohen Wanderschuhe besorgt, die ich neulich im Schuhhaus Flossbach in Wipperfürth gesehen habe? Fürs nächste Mal!

Als ich mir endlich Zeit für ein Tapen der Füße nehme, beim ersten und einzigen warmen Essenssnack kurz vor Kilometer 30 auf einem Campingplatz an der Bever, hat sich die Haut schon leicht gelöst. Pflaster drauf, frische Socken an, hoffen. Vergeblich. Es scheuert munter weiter. Bei jedem Schritt. Frank weiß zwischendurch nicht, was ihn mehr nervt, die linke Fußsohle oder die Schulter, und so langsam meldet sich auch unsere Muskulatur.

Und doch: Es geht uns gut. Rein vom Kopf her. Wir stapeln weiter beide tief, denken von Schritt zu Schritt, sind einfach gut gelaunt. Als wir das Hückeswagener Schloss erreichen, die Sonne endlich mal länger scheint, ich einen unfassbar schlechten Kaffee getrunken habe und wir entlang der Wupper Richtung Wipperfürth marschieren, bin ich sicher: Wir schaffen das. Kurz darauf bestätigt uns das Kilometer-40-Schild, dass das kein Wunschtraum ist.

Um meine aufgescheuerten Füße zu ignorieren, frage ich Frank über Immobilien als Kapitalanlage aus, er erzählt davon so informativ, dass ich spontan mögliche Mieteinnahmen addiere und den nächsten Anstieg kaum merke. Als wir ein Stück Weide Richtung Bever-Staumauer hinauf laufen, mache ich den vielleicht einzigen Fehler. Als es wieder mal zwickt, ziehe ich die Hosenbeine nacheinander ein Stück hoch. Rechte Socke rot. Linke Socke rot. Au Backe.

Frank blutet zum Glück nicht, spürt aber langsam auch jeden Stein, auf den er tritt, im ganzen Körper. „Ich habe gerade ein Bild vor Augen, das einfach nicht kommt. Es ist das Kilometer-45-Schild“, unkt er. „Ich hab dafür eins vor Augen, das ich nicht wegschieben kann. Das meiner blutigen Socken“, antworte ich. Und er: „Das solltest du aber wegschieben.“ Recht hat er. Und es geht! Jetzt, da wir die ewig lange Bever-Staumauer fast überquert haben und ich es irgendwie schaffe, meine Füße so zu setzen, dass das Scheuern nur leicht zwiebelt und mich auch die inzwischen langsam wachsenden Blasen unter meinen Fußsohlen kaum nerven, wird mir klar: Wir werden nicht nur ankommen, wir sind auch echt schnell! „Das wird maximal halb sechs“, sage ich zu Frank, „wir schaffen das hier in gut neun Stunden!“ Und er wieder: „Noch sind wir nicht da.“

Doch kurz darauf wandern wir die Sanderhöhe hinunter. Frank, der hier aufgewachsen ist, entdeckt die Spielwiesen aus seiner Kindheit wieder. Im Tal erstreckt sich die Altstadt von Wipperfürth und der befürchtete letzte Schauer aus einem wieder mal bedrohlich schwarzen Himmel bleibt aus. Nur eine letzte Gemeinheit wartet auf uns: Zwei rote Ampeln auf der Westtangente. Nach 49,3 Kilometern eine Minute lang stehen bleiben zu müssen und dann nach wenigen Schritten noch mal, ist eine Zumutung. Aber wir kommen wieder in Gang, wandern durch die Altstadt, den Klosterberg hoch, marschieren Arm in Arm durchs Ziel. 9:01 Stunden zeigt die Zeitmessung am Ende an. Später werde ich erfahren, dass wir Platz 218 belegt haben unter den mehr als 1300 Startern.

Zeit fürs erste Bier des Tages. Zeit, um das, was wir da gerade geleistet haben, Revue passieren zu lassen. Zu genießen. Inzwischen ist dieser Trip, sind die Bergischen 50, zwei Monate her. Die Blasen sind längst verheilt, der böse Muskelkater vom Abend und Tag darauf war schnell wieder weg. Wir haben das einfach gemacht. Es war großartig. Und ich weiß jetzt schon: Wir machen das wieder. Im nächsten Jahr.

Den Komfort im Focus

Feierabendverkehr in Gummersbach. Stop-and-go. Mir ein bisschen egal. Ich habe längst die intelligente Geschwindigkeitsregelung zugeschaltet. Der Ford Focus Active bremst, fährt an, hält den zuvor gewählten Abstand. Ganz von allein. Als es kurz darauf ein Stück über Land Richtung Marienheide geht, mal Tempo 50, mal Tempo 70, übernimmt der Kombi auch hier das Bremsen und Beschleunigen, weil er die Verkehrsschilder gleich mit erkennt und die Geschwindigkeit anpasst. Ganz schön clever. Wie überhaupt so vieles in der neuesten Generation des Ford-Longsellers, den wir vom Autohaus Bergland in Wipperfürth-Hämmern aus einmal durch die gesamte Region steuern dürfen. 

Kurzer Shopping-Stop in Lindlar, schmale Parklücke – kein Problem dank der Ein- und Ausparkfunktion. Und weil hinten im Laderaum so immens viel Platz herrscht (kaum zu glauben, dass dieses Auto noch zur Kompaktklasse zählen soll), setzen wir unsere Einkaufstour im Forum Gummersbach einfach mal fort und stellen gleichsam fest, wie fantastisch sich der blaue Metalliclook vor der rostbraunen Fassade des Forums macht. 

Der Focus ist ein echter Hingucker, auch dank des Designs. Elegant. Zeitlos. Zugleich sportlich. Das setzt sich im Innenraum übrigens fort. Hochwertige Materialien, praktische Gimmicks wie das Head-up-Display, eine Top-Verarbeitung – man merkt einfach, dass Ford den Focus nicht erst seit gestern baut und ihn über die Jahre konsequent weiterentwickelt hat. In sechs Ausstattungslinien ist der Focus zu haben, schon die Grundversion bietet eine Menge Komfort, die Vignale-Ausstattung bringt puren Luxus in die Kompaktklasse.

Intuitiv bedienbar und mit feinster Auflösung thront das acht Zoll große Touch-Display in der Mitte des Armaturenbretts. Navi, Rückfahrkamera, Radio – alles wird hierüber gesteuert. Entweder mit dem Finger oder per Stimme.
Und da geht es nicht nur um die Wahl des Radiosenders. Auf Kommandos wie
„Ich habe Hunger“ oder „Ich suche einen Parkplatz“ reagiert der Focus auch.
Aber wo wir gerade beim Radio waren: Soundfreaks sind mit den Super-Lautsprechern von Bang und Olufsen bestens bedient, die es optional gibt.
675 Watt im Surroundsystem aus zehn Boxen, das hat schon was. 

So, schon so lange unterwegs und noch gar nichts zum Motor gesagt. Vielleicht, weil es nach diversen Auszeichnungen zum „engine of the year“ gar nicht groß was zu sagen gibt? Schon als 1,0 Liter EcoBoost mit 125 PS macht der Focus Spaß, mit 1,5 Litern und 182 PS noch einmal mehr, keine Frage. 

Ehe es zurück nach Hämmern geht, gönnen wir uns eine kurze Auszeit an der Brucher-Talsperre. Demnächst mal mit Freunden hierhin? Zu viert mit Schwimmsachen? Gebongt. Da wird schon die Fahrt zum puren Vegnügen. Aber nur, wenn der Focus mitkommt.

Lass ma den Meister ran!

Gekocht hat er schon immer gern. Aufwändig. Gegrillt auch. Aber vor seinem 40. Geburtstag eben noch … anders. Mit einem Gasgrill. So weit so schön. Und dann schenkt ihm seine Frau Bianca einen Kugelgrill von Weber. Sie erfüllt ihm damit einen Herzenswunsch. „Ich hatte schon immer Bock auf Kohle“, erzählt Stephan Berghaus und schmunzelt. Sagen wir‘s mal so: Das haben Tausende andere Hobbygriller sicher auch. Aber die wenigsten starten damit so durch wie der Wipperfürther. „Letztlich ist es so: Was du auf dem Herd oder im Ofen machst, geht auf dem Grill auch. Nur einfacher, mit einer sehr rudimentären Quelle. Genau das reizt mich.“ 

So sehr, dass er sich mit ein einigen Freunden vor ein paar Jahren gedacht hat: Beim Bergisch Barbecue in Odenthal, da gehen wir jetzt einfach mal hin und machen da mit. Berghaus erinnert sich noch gut, wie er sich dabei anfangs vorkam: „Mega verloren! Wir standen da mit unserem Steckpavillon und zwei Biertischen.“ 

Ein paar Stunden später, nachdem die oberbergischen Newcomer den Event gerockt und aus dem Stand Platz fünf erreicht hatten – da kamen sie sich dann zu Recht wie Gewinner vor. Und fielen plötzlich auf. „Direkt danach kam ein Hersteller von Grillkohle zu uns und fragte an, ob die uns sponsern dürften.“ Berghaus dachte, er habe sich verhört. Seitdem muss er sich jedenfalls um zu wenige Soßen für seine Grillsessions keine Sorgen machen. Wobei er am liebsten selber die Soßen, Gewürzmischungen und Rezepturen zusammenstellt. Inzwischen bekommt er auch vom Solinger Messerhersteller Wüsthof das passende Equipment. Und genau das – Messer, Kohle, Soßen und Gewürze – nimmt er auch mit, wenn er zu den angesagtesten Grillwettbewerben der Welt reist. Allein im vergangenen Jahr trat er bei 15 Events an, unter anderem in Amerika, Schottland, Belgien und in den Niederlanden. 

Denn nach dem Überraschungserfolg in Odenthal hatten er und sein Team, dazu gehört auch schon mal seine Frau Bianca, natürlich Blut geleckt. Berghaus schloss sich der German Barbecue Association an, die bei einem Wettbewerb immer drei Gänge zubereitet, und später dann der amerikanischen Kansas City Barbecue Society. Hier fühlt er sich wohler, denn: „Es geht den Amerikanern mehr um das ursprüngliche Grillen, sie sind da ein bisschen stringenter. Es gibt immer vier Kategorien von Fleisch: Schweineschulter, Spareribs, Chicken, Rind.“ Der Vorteil für die Grillfreaks: Sie wissen, was jeweils auf sie zukommt und können ihre Zeit und Energie in die Rezeptur stecken. Das kann zur Wissenschaft werden: „Ich muss genau wissen, bei welcher Zuckermenge in der Soße das Fleisch wie aussieht. Muss den perfekten Garpunkt finden. Das Fleisch muss nicht nur super schmecken, sondern auch aussehen wie gemalt. Rund. Mit Raute im richtigen Winkel.“ Dafür braucht Berghaus zum Glück kein Geodreieck am Grill, sondern kann auf seine Erfahrung und sein Können vertrauen. 

Er hat es bereits in der Kategorie „Brisket“ unter die besten elf Grillteams in Europa geschafft und sich unter anderem für die Steakweltmeisterschaft in den USA qualifiziert. 350 Teams aus aller Herren Länder, von China bis Mexiko, waren dabei. „Die Einladung kam als Golden Ticket, ein bisschen wie Willy Wonkas Eintrittskarte, nur ohne Schokolade“, erzählt Stephan Berghaus. Die Grills selbst werden bei internationalen Contests gestellt – und er besitzt mittlerweile dasselbe Modell, wie es meist auch in den USA eingesetzt wird. Dorthin fliegt er auch dieses Jahr wieder, in den Herbstferien zu den World Food Championchips. Mit einem sechsköpfigen Team. Und Sponsoren im Rücken. Die Grillprofis werden sich ein Haus mieten, vor dem eigentlichen Event tagelang grillen, würzen, verfeinern. Für das perfekte Barbecue. 

Aber Berghaus bleibt auch gerne in der oberbergischen Heimat. Zum Beispiel, um jeden zweiten Freitag im Monat in Vöpels Greenhouse in Hückeswagen mit anderen Grillfans sein Know-how zu teilen. Die Grillseminare, von denen auch ENGELBERT eines verlost (siehe übernächste Seite) sind sehr beliebt. 

Kaum zu glauben, dass Stephan Berghaus, der hauptberuflich beim Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises arbeitet, auch noch Zeit hat, Bücher zu schreiben. Macht er aber mit dem „Wild Kitchen Project“. Und berichtet darin zum Beispiel darüber, wie man Wild und Weiderind aus nachhaltiger Zucht gekonnt zubereitet. Und wie wichtig es ist, auf gutes Fleisch zu setzen statt auf jenes aus Massentierhaltung. 

In Sachen Grillen und Fleischzubereitung macht Stephan Berghaus so schnell keiner was vor. Hat er denn auch Grillschwächen? Oder eine Fleischsorte, die ihm nicht so
zusagt? „Also, meine Spareribs werden immer besser. Chicken ist nicht so meins, aber da bin ich bei einem der letzten Wettbewerbe endlich auch in die Punkte gekommen.“ Das soll auch so bleiben.
Die World-Championchips gewinnen? Warum nicht? So schnell, wie Berghaus in der Grillerszene durchgestartet ist. Gut, dass ihn seine Frau damals so sinnvoll beschenkt hat!

Das Gewinnspiel: Grillkurs, Buch,Gewürze und Soßen ergattern!

ENGELBERT verlost ein richtig fettes Grillpaket.
Ein Basis-Grillseminar mit Stephan Berghaus in Vöpels Greenhouse im Wert von
79 Euro, dazu sein aktuelles Grillbuch sowie drei
köstliche Soßen. 

Hier die Preisfrage:
Zu welchem Geburtstag hat Stephan Berghaus seinen ersten Kohlegrill geschenkt bekommen?

Mailen Sie die Antwort an
engelbert@juhrmade.de.
Einsendeschluss: 31.8.2019.

Teilnahmebedingungen: Mitarbeiter von
JUHRmade und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Umtausch, Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Barauszahlung nicht möglich. Datenschutzhinweis: Wir, JUHRmade, nutzen und speichern die von Ihnen im Rahmen der Teilnahme angegebenen Daten nur solange und soweit dies für die Durchführung des Gewinnspiels erforderlich ist. Weitere Infos zu unseren Datenschutzbestimmungen, auch zur Geltendmachung Ihrer Rechte auf Auskunft, Löschung und
Widerspruch, finden Sie auf
http://www.juhrmade.de/datenschutz

Born to be Wild

Mike´s Bikershop in Gummersbach zeigt Motorradbekleidung von: Held, Büse, Alpinestars, O´Neal, Grand Canyon, Axxus, Richa, Daytona, Kochmann Boots und TCX. Und Helme der Marken: Arai, Shoei, Schuberth, HJC, Scorpion, O´Neal, ROCC

Fotografin Tatiana Kauz inszenierte die Mode und Marken vor der idyllischen Kulisse der Agger-Talsperre.

www.mikes-bikershop.de

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Immer schön warm!

Im Winter schön Schlittschuhlaufen in der Eissporthalle, im Sommer herrlich im Freibad liegen und bei schlechtem Wetter rein ins Schwimmbad und ein paar Bahnen ziehen. Alles möglich in der Wiehler Wasser Welt. Und so vieles mehr. Aber wie funktioniert es eigentlich, dass das Schwimmbecken immer schön angenehm warm ist und die Eishalle so kalt? Wahnsinnige Stromkosten – oder nicht?

Die Geschichte des Freibades beginnt schon 1976. Das Energieunternehmen RWE hatte seinerzeit die Idee ein Freibad zu eröffnen, das nur durch Solarenergie beheizt werden konnte. Eigene Energie erzeugen (auch Solarthe

rmie genannt) war das Ziel. Gedacht, geplant, gemacht: Hierfür wurden 1200 Solarfelder auf das Dach geschraubt, die das Becken durch genügend Sonne beheizen konnten. Damit aber nicht genug. Wie wäre es denn, die Wärme aus dem Duschwasser ebenfalls wiederzuverwenden? Nein, zu aufwendig, wie Jürgen Eisbach (ja, der heißt wirklich so!), Haustechniker der Wiehler Wasser Welt, erklärt. Seife, Duschgel und Haarshampoo verklebten die Wärmetauscher und somit wurde die vielversprechende Idee erst einmal wieder auf Eis gelegt.

Apropos Eis. Die Eishalle kam ja mehr oder weniger durch Zufall noch mit auf das Gelände hinzu. Für RWE ein Glücksfall, denn das Unternehmen konnte anhand der Eisbahn seine Studien über Energierückgewinnung durchführen – und bescherte den Besuchern zudem viel Freude. Das Freibad sowie die Eishalle wurden schließlich für genau eine Deutsche Mark an die Stadt Wiehl verkauft. 

Vor einigen Jahren dann wurde das Hallenbad Bielstein geschlossen und in Wiehl ein zusätzliches Hallenbad gebaut. 25 Meter Sportbecken, ein Mehrzweckbecken mit variabler Höhe und eine Erlebniswelt für Kinder – all das gibt es seit dem Jahr 2016 in der Wiehler Wasser Welt. Das schöne warme Solebecken draußen hat übrigens das ganze Jahr über 34 Grad. 

Aber auf dem Gelände gibt es ja sogar zusätzlich noch ein Becken, mit dem die geniale Energierückgewinnung noch einmal optimiert wurde. Und dieses zu finden ist gar nicht mal so leicht. Es befindet sich nämlich verschlossen unter der Erde. Eingepackt in Dämmstoffe wird hier die komplette Wärme gespeichert. Welche? Na, die aus der Eishalle. Die Wärme, die durch die Eismaschinen dort entzogen wird, wird in Form von warmem Wasser genau in dieses Becken geleitet. Großartig: So können alle anderen Schwimmbecken vorgeheizt werden. So weit so gut, vor allem im Winter. 

Und im Sommer, wenn die Eissporthalle geschlossen hat? Das gesamte Schwimmbad mit seinen drei Becken und dem Freibad mit fossilen Energien beheizen? Von wegen. Zum Glück gibt es ja noch die alte RWE-Anlage auf dem Dach. 750 Solarfelder sind dort aktiv nutzbar – das reicht, um den unterirdischen Wärmespeicher immer schön zu füttern. Ganz schön ausgeklügelt!

Hier zu Haus

Herr Schmitz, lassen Sie uns ein kleines Jubiläums-Interview-Spiel spielen. Ich beginne einen Satz, Sie vollenden ihn. Also, los geht’s. Als Sie sich mit Ihrer Ehefrau vor 25 Jahren in der Immobilienbranche selbstständig gemacht haben …

… da hatte ich schon einen ziemlich abwechslungsreichen beruflichen Werdegang hinter mir. Gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann – aber in der Firma gefiel es mir nach der Ausbildung nicht. Dann zog es mich weiter ans Finanzamt, wo bereits meine Schwester und mein Vater tätig waren. Nach fünf Jahren merkte ich jedoch, dass ich einen Tapetenwechsel brauchte. Die nächsten 35 Jahre nur am Schreibtisch sitzen und Steuererklärungen bearbeiten war für mich keine Option. 

Ausgerechnet Ihr Engagement in der Jugendarbeit und der Kontakt zur katholischen Kirche war maßgeblich für ihre spätere Karriere, denn …

… die Kirche besaß und besitzt eine Menge an Liegenschaften: Grundstücke, Mietshäuser, Bauernhöfe und Wald.
Ich wechselte als Liegenschaftsverwalter zur Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus und hatte 16 Jahre einen interessanten und abwechslungsreichen Job. Irgendwann fragte mich dann mein Onkel, der Immobilienmakler Wegerhoff, ob ich denn dieselben Tätigkeiten, die ich bei der Kirche erledigte, nicht auch für ihn übernehmen könne. Damals begann ein Boom und immer mehr Menschen kauften sich Eigentumswohnungen und suchten einen Verwalter.

Das eine zu beginnen, ohne das andere komplett aufzugeben, ist ein sinnvoller Weg in die Selbstständigkeit, weil …

… man erst mal noch eine sichere Basis hat. Ich arbeitete zunächst im Nebengewerbe, ließ das meinen Chef aber wissen: Fünf Jahre später, im August 2000, habe ich dann den sicheren Job gegen die „Selbstständigkeit“ getauscht. Heute haben wir fünf feste Mitarbeiter, die bereits seit vielen Jahren Bestandteil unseres erfolgreichen Teams sind. Ich hatte durch den Kirchenjob natürlich den Vorteil, dass mich viele Wipperfürther kannten. Das ist in dem Job extrem wichtig. Der gute Draht zu den Menschen.

Heute bieten wir neben dem klassischen Makeln, Verkauf und Vermietung von Immobilien, die Verwaltung von Wohnungseigentums- und Miethausobjekten an. 

Diese Mischung aus dem Verkauf und der Vermietung von Immobilien auf der einen Seite und der Immobilienverwaltung auf der anderen ist deswegen sehr flexibel und zukunftssicher, weil …

… wir aufgrund unserer langjährigen Kontakte und Erfahrung den Eigentümern ein komplettes Paket rund um die Immobilie anbieten können. Die steigende Anzahl von uns betreuter Immobilien in Wipperfürth, Lindlar und Engelskirchen ist ein klarer Beleg dafür, dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind. Und: Erfolg macht erfolgreich! In der Immobilienvermarktung wurden wir in den Jahren 2013, 2014 und 2017 durch das FOCUS-Magazin zu den Deutschland-Top-1.000 Maklern bewertet. 

Selbstständigkeit in Vollzeit verläuft immer anders, als man es sich zunächst vorgestellt hat, zum Beispiel, weil …

… ich anfangs mal die Vorstellung hatte, dass ich die Kinder morgens in den Kindergarten bringe, dann in Ruhe ein paar Bahnen im Hallenbad ziehe und anschließend ins Büro fahre … ich war in diesen 25 Jahren weder morgens noch abends im Hallenbad und meist später zu Hause als geplant. Aber solch ein Unternehmen funktioniert eben nur mit Leidenschaft. Und ich freue mich immer, wenn sich unsere Kunden für diesen Einsatz in all den Jahren dann auch bedanken. Ebenfalls möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Frau und unserem tollen Mitarbeiterteam bedanken.
Einfach klasse!

In zwei bis fünf Jahren …

… werde ich mich aus der Geschäftsführung verabschieden und die Firma Schmitz-Immobilienservice an unseren Schwiegersohn Pierre Schildberg übergeben. Ich werde mich dann mehr meinen Hobbys widmen. Reisen, Radfahren und die Umgebung mit meinem 65 Jahre alten Traktor EICHER EKL 15 unsicher machen. Und ich kümmere mich weiter um die Geschäftsführung der Forstbetriebsgemeinschaften Wipperfürth und Klüppelberg, welche ich schon über zwei Jahrzehnte ausübe. Dort bin ich Ansprechpartner und zuständig für die Waldbesitzer und stehe in engem Kontakt mit den Förstern. Derzeit mache ich mir aber Sorgen: Denn nach dem trockenen Sommer im letzten Jahr ist der Borkenkäfer sehr aktiv und schadet massiv den Fichtenbeständen. 

Nur: Ohne die Fichten, und da schließt sich der Kreis zum Thema Immobilien, bauen Sie keinen vernünftigen Dachstuhl auf ein Haus. Daher hoffe ich, dass sich die heimischen Wälder erholen werden.

www.schmitz-immobilienservice.de

Uuund … Matchball!

 

Mark Lamsfuß steigt so hoch in die Luft, dass ich mich kurz frage, ob er mit seinem ausgestreckten Arm und dem Badminton-Schläger in seiner Hand gleich die Hallendecke berührt. Nein, er trifft nur eines: den Ball. Und wie. Den kriegt Jones Ralfy Jansen, der diesen Smash auf der anderen Seite des Netzes schon erwartet, doch niemals, denke ich. Doch, kriegt er. Blitzschnell taucht er ab und fischt den Ball aus der Ecke. So geht das ein paar Mal hin und her. Bis Mark, kaum außer Atem, den Ball so präzise in die Ecke schmettert, dass kein Mensch den bekommt, dann kurz innehält und sagt: „So, das war jetzt das Trainingstempo. Im Match sieht das noch ein bisschen anders aus.“

Nee, ist klar, denke ich und erinnere mich an meine letzten Badminton-Versuche vor ungefähr 20 Jahren. Zum Glück aber ist Lamsfuß, 24 Jahre alt und gebürtiger Wipperfelder, nicht nur einer der weltbesten Badminton-Spieler und auf dem besten Weg zu den nächsten Olympischen Spielen – sondern auch ein toller und geduldiger Trainer. In aller Ruhe erklärt er mir die richtige Griffhaltung, zeigt mir, wann ich den Ball am besten in der Luft treffe, dass allein die Beschleunigung aus dem Arm heraus dem Ball das immense Tempo mitgibt, und dass man dieses Tempo genauso gut rausnehmen kann, wenn man ihn als Drop nur ganz kurz hinter das Netz spielt. Dass es langsame, geschnittene, schnelle und gewischte Drops gibt, sparen wir uns in dieser kleinen ENGELBERT-Trainingsstunde erst einmal.

Ich bin jedenfalls nach einer knappen halben Stunde nassgeschwitzt, aber auch bester Dinge: Jo, das könnte ich mir öfter vorstellen. Zum Beispiel am nächsten Montagabend, wenn beim BC Wipperfeld die Freizeitsportler aktiv sind. Mark Lamsfuß und Jones Ralfy Jansen, gebürtiger Indonesier mit deutscher Staatsbürgerschaft, sind dann längst wieder im Leistungszentrum in Saarbrücken. Denn die beiden sind Profis. Zweimal am Tag jeweils zwei bis drei Stunden Training, Einzel- und Doppel-Turniere auf der ganzen Welt, Länderspiele fürs Deutsche Team, zwischendurch Sponsorentermine, die Instagramaccounts für die meist asiatischen Fans pflegen und alles tun für den großen Traum: Die Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen. Und natürlich: Ab der nächsten Bundesliga-Saison wieder alles geben für den 1. BC Wipperfeld. 

Spitzensport made in Wipperfürth – das ist vor allem ein Verdienst von Marks Vater Andreas Lamsfuß. Er erinnert sich gerne an die Anfänge vor über 26 Jahren, damals noch beim DJK Wipperfeld: „Ich wurde gebeten, die Badminton-Abteilung aufzubauen. Damals war die Turnhalle neben der Schule gerade neu gebaut worden. Ich hatte schnell viele Kinder und Jugendliche am Start. Wir trainierten einmal die Woche, auch mit den älteren Spielern, und begannen in der Kreisliga.“ 

Mit Akribie, Leidenschaft und Geduld baute Lamsfuß die Badminton-Abteilung Jahr für Jahr weiter aus, seine Söhne Jens und Mark wuchsen damit auf. Und bewiesen schnell ein großes Talent: Als die beiden Jungs elf und acht Jahre alt waren, spielten sie schon im Bundesleistungszentrum. Und Lamsfuß konnte bald eine komplette Seniorenmannschaft allein aus Jugendlichen zusammenstellen, die für Furore sorgte. Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg, lautete das Motto. Und Neuanfang: Im Jahr 2011 gründete Lamsfuß den 1. BC Wipperfeld als eigenständigen Verein, gewann immer mehr Sponsoren und damit auch immer mehr Top-Spieler. Heute lässt er unter anderem Profis aus Schottland und Polen für die Heimspiele in der Voss-Arena einfliegen. Er holt die Weltspitze ins Dorf. 

Gleichwohl legt er weiterhin großen Wert auf den Breitensportcharakter. „Weltweit spielen 250 Millionen Menschen Badminton. Nach Fußball die Sportart, die von den meisten Menschen aktiv ausgeübt wird“, sagt er. Geht es nach Lamsfuß, dürfen es in Wipperfürth gerne nicht nur mehr Spieler, sondern auch mehr Zuschauer werden. 1000 passen in die Halle, mindestens 500 möchte er in der kommenden Saison, die im September startet, locken. Pro Spieltag.

Dafür professionalisiert er das Marketing, spricht Sponsoren aus der ganzen Region an. Die Firma Bernd Richter aus Wipperfürth hat er auch in diesem Jahr wieder als Hauptsponsor gewinnen können. Attraktiv für Unternehmen sind unter anderem die Werbefelder rund ums Spielfeld, die Firmenpräsentationen während der Spieltage und der neue Businessclub. Spitzensport sehen, gut essen und trinken und netzwerken ist dabei angesagt. 

Lamsfuß will die Heimspieltage noch viel stärker zum Event mit Showcharakter ausbauen. Tänzer, Modenschauen, Musik – vieles ist denkbar. Er will Zuschauer begeistern und binden. „Wer einmal in der Halle ist, der kommt gerne wieder“, hat Lamsfuß festgestellt. „Weil hier drei Stunden lang Spitzensport geboten wird.“ Von einem Erstligisten. Und davon gibt es im Oberbergischen bekanntlich nicht mehr so viele.