Groß in Mode

Es ist wie bei einem guten Essen: Wenn Sie mit hochwertigem Material starten, kann am Ende etwas Besonderes dabei herauskommen.“

Dr. Georg Konrad nimmt beispielhaft eine dunkelblaue Longjacke vom Bügel,streicht mit der Hand über den Stoff, zeigt, wie fein und präzise die Nähte verarbeitet sind, lächelt und ergänzt: „Bei uns hat die Mode eine Seele, ein Leben.“ Viel mehr als das. Dieses Leben beginnt Tag für Tag im Herzen des Oberbergischen Landes. Am Höher Berg in Wiehl. Nicht in Sonstwo. Mit feinsten Garnen, zum Beispiel einer speziell entwickelten Baumwoll-Acrylmischung, die in Europa gefertigt wird. Nicht in Sonstwo. Dieser Qualitätsanspruch, die Liebe zum Detail und vor allem anderen die Mission, Frauen nicht einzukleiden, sondern schön anzuziehen, machen die Einzigartigkeit der beiden Labels aus dem Oberbergischen aus. 

„Karin Glasmacher“ mit hochwertiger, zeitloser Mode in den Größen 38 bis 56. Sowie, seit einigen Jahren, „Fabelhaft“ mit jüngerer Mode. Beides wird im Oberbergischen gefertigt und im gesamten deutschsprachigen Raum verkauft – das gibt es kein zweites Mal mehr. Georg Konrad, gemeinsam mit seinen Söhnen Peter und Georg junior für das Familienunternehmen verantwortlich, sorgt dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Jeden ersten Freitag im Monat führt Georg Konrad übrigens Besucher durch die Fertigung, er nennt das gläserne Fabrik. Zu Recht. Er gewährt nicht nur spannende, tiefe Einblicke in den Produktionsprozess, er erklärt auch unterhaltsam und so voller Leidenschaft, dass der Funke sofort überspringt: Da spricht einer von einem Job, den er liebt. Von Produkten, von denen er hundertprozentig überzeugt ist. Nebenbei erfährt ENGELBERT bei einer

Führung Spannendes zu Beschaffenheit und Pflege der Mode. Zum Beispiel, warum Konrad ungern reine Baumwolle verwendet: „Sie hat viele Vorteile. Tolle Haptik, Wohlfühleffekt, gute Thermoeigenschaften. Aber: eben auch Negatives. Reine Baumwollteile leiern schnell aus, werden immer weiter, das Gestrick würde außerdem Knötchen bilden. Deshalb haben wir eine eigene Mischung aus Baumwolle und Acryl entwickelt – pillingfrei.“ 

Denn, so ergänzt Georg Konrad: Was sei denn besser als das beste Recycling?

„Ein langlebiges Produkt. Das auch nach vielen Wäschen noch so aussieht wie zu Beginn.“ Wer Mode in einer derart guten Qualität herstellt, kann sich auch den cleveren Modulstil erlauben, den die Marke Karin Glasmacher bietet. Eine Kundin, die sich zum Beispiel in der Saison eine schöne Jacke oder ein elegantes Oberteil kauft, kann davon ausgehen, dass sie dieses im nächsten Jahr um ein passendes Accessoire in der gleichen Farbe ergänzen und die eigenen Outfits ständig erweitern kann. Das geht auch deshalb so flexibel, weil im Haus zweimal im Jahr eine komplett neue Kollektion entsteht. „Dadurch müssen wir uns quasi immer wieder neu erfinden. Das ist super. Andere Industrieunternehmen müssen dafür ganze Innovationszirkel einführen. Wir geben unserem Design-Team Vorgaben, besprechen Standards wie den Saum und die Form des Halslochs und lassen ihnen ansonstenfreie Hand“, erklärt Georg Konrad. Aus der Vielzahl der Entwürfe entsteht dann die nächste Kollektion.

Konrads Pflegetipps:

> Textilien stets auf links
    waschen

> nicht von Hand waschen, sondern immer mit der
    Maschine. Die wäscht gleichmäßiger und vergisst auch nicht die Kleidung in der Lauge, wenn es an der Tür klingelt

> Den Feinwaschgang verwenden

> Mit niedriger Temperatur waschen

> Gutes Feinwaschmittel verwenden Davon wenig.
    Und keinen Weichspüler

> Wäsche an der Luft trocknen, am besten liegend

Es muss nicht immer Strick sein, auch Walk, Jerseys, Blusen und Leinen wird von den Kundinnen geschätzt. Ganz gleich, welches Material, eines ist und bleibt immer gleich: Design follows Function – das Design richtet sich nach der Funktion. Und bei dieser steht eine Eigenschaft ganz oben: Die Passform.„Schön auszusehen, ist überhaupt keine Frage der Konfektionsgröße“, stellt Konrad klar. Dazu ist es wichtig, besondere Sorgfalt auf Schnittverläufe und Passformen zu legen. Die Styles werden für jede Größe gewissenhaft angepasst. Steht die Form fest, geht es um die Designdetails. Eingesetzte oder überschnittene Ärmel? Oder Fledermausärmel, die nicht angenäht werden, sondern mit Vorder- und Rückseite des Modells aus einem Stück gestrickt werden? Uni oder mit Muster? Wenn Muster, dann mit 3D-Effekt, der zum Beispiel auch durch die Kombination verschiedener Materialien entstehen kann, weil sich eines leicht zusammenzieht und das andere nicht? Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Und die Qualität ist immer der Kristallisationspunkt. Sowohl für das Label Karin Glasmacher, als auch für Fabelhaft. „Dank beider Marken kann heute die gestandene Frau ebenso wie ihre Tochter bei uns kaufen. Und zwar ein komplettes Outfit mit Bluse, Jacke, Hose.“

 

Das beste Design nützt natürlich nichts, wenn bei der Produktion gespart wird. Macht Konrad nicht, sondern setzt auf die computergesteuerten Flachstrickmaschinen des deutschen Herstellers Stoll. Und auf versierte Programmierer im eigenen Unternehmen. Denn für jedes einzelne Modestück müssen diese einen eigenen hochpräzisen Computerquellcode schreiben. Die zigtausend kleinen Stricknadeln in den Maschinen führen diesen dann genau so aus. Wenn Georg Konrad seine Besucher durch die Produktion führt, ist er nicht mehr nur Modemacher, sondern auch ganz der Techniker, als der er auch schon außerhalb des Familienunternehmens tätig war. Ein Fan von Abläufen, Prozessen und Maschinen. „Familienunternehmen haben hohe Anziehungskräfte“, erklärt er lachend, warum er vor einigen Jahren wie sein Bruder zurückkehrte in die Firma des Vaters und Großvaters.

Die betreibt heute neben den Herstellerverkaufsläden in Drabenderhöhe und
Engelskirchen insgesamt 18 eigene Shops bundesweit, unter anderem auf Sylt, in Warnemünde und Konstanz. „Unsere Leuchttürme“, nennt Konrad sie.

Einzelhandelsgeschäfte im gesamten deutschprachigen Raum setzen seit Jahren ebenfalls auf die Marken Karin Glasmacher und Fabelhaft. Nicht nur wegen der herausragenden Qualität, die ihren Preis wert ist. Sondern auch, weil das Unternehmen so flexibel mit Kundenwünschen umgeht. „Wir haben natürlich unser festes Sortiment. Aber wir können auch on demand, just in time auf Anfragen reagieren“, stellt Georg Konrad klar.

Er ist stolz darauf, auf den Standort Oberberg zu setzen, der ihm so am Herzen liegt. Nicht irgendwo was bewegen, sondern hier, vor Ort. Mit Mode, die anzieht. Und bewegt.