Zeit für Alice

Sie ist drin. In ihrem Wunderland. Durch den Kaninchenbau hierhin gelangt? Oder auf anderen Wegen? Wer weiß das schon? Und: Wer muss das wissen? Viel spannender ist doch, was Alice jetzt so alles passiert. Welche bekannten Gesichter sie trifft und welche nicht. Ob sie sich verliebt? Und was die fiese Herzkönigin wohl dazu sagt? Fragen über Fragen. Es wird Antworten geben! Wenn das Musical Projekt Oberberg am 15. und 16. und dann noch einmal am 22. und 23. März in der Halle 32 „Alice – das Rockmusical“ zeigt.  

Die beiden Autoren, die das Stück geschrieben und auf Basis der Charaktere aus den Lewis-Carrol-Romanen „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ eine ganz neue Geschichte erdacht haben, werden übrigens zur Premiere in Gummersbach erwartet. 

Seit über 25 Jahren bringt das Musical-Projekt, kurz MPO, nun schon Jahr für Jahr aufwendig inszenierte und produzierte Stücke auf die Bühne. Gesungen und gespielt werden sie von Amateuren, inszeniert von Profis. Bei Alice ist es ein Trio: Joachim Kottmann als musikalischer Leiter, Theaterpädagogin Sabrina Schultheis als Regisseurin und Hannah Ludemann, die in London an der Royal Dance Academy studiert hat, als Tanzpädagogin. 

Wir brechen die Dinge auch gerne mal auf.

 

Sabrina Schultheis hat die Regie beim MPO vor einigen Jahren von Martin Kuchejda übernommen, heute Leiter der Halle 32. Sie weiß, welcher Stress und welche Anspannung ihre Darsteller in den letzten zwei Wochen vor der Premiere verspüren. „Eigentlich proben wir einmal die Woche freitags, dazu einmal monatlich samstags. Aber kurz vor der Premiere dreht sich alles nur noch ums Stück. In dem Fall um Alice.“ Denn wohl gemerkt: Die insgesamt 30 Darsteller haben alle Hauptjobs, Familie, weitere Hobbys. Aber sie lieben eben auch das Theater, die Bühne. Und dafür geben sie alles. Nadine Rosenthal zum Beispiel gibt als Herzkönigin ihr Hauptrollendebüt. „Wir wussten, dass sie das gesanglich locker hinkriegt. Wichtig war das Darstellerische. Und da hat sie sich mit so viel Eifer und Engagement reingehängt, dass sie jetzt eine super Königin ist“, sagt Sabrina Schultheis und macht damit gleichsam deutlich, wie wichtig es für die Projektleiter ist, ihre Darsteller auch immer wieder von anderen Seiten kennen zu lernen – ganz gleich, ob sie seit kurzem oder schon lange dabei sind. 

Darum veranstalten sie für die Hauptrollen in den Musicals, egal, ob es selbst entwickelte oder gekaufte Stücke sind, auch immer ein Casting. Und dann gehen die Diskussionen los: „Das ist schon auch mal ein kleines Rumgepoker zwischen uns. Es geht ja darum, wer kann was am besten, ist wie engagiert und so weiter.“ Am Ende kommt es drauf an, als Team eine tolle Show auf die Beine zu stellen und die Zuschauer zu begeistern. Sie alle in die Halle 32 zu locken, ist in Zeiten der medialen und digitalen Dauerberieselung auch herausfordernd. 

Spannend auch, welche unterschiedlichen Menschen jeweils kommen: Klassische Stücke werden eher von älteren Zuschauern besucht. Als das MPO vor einigen Jahren Nick Hornbys Roman „High Fidelity“ inszenierte, kamen dagegen deutlich jüngere. Und jetzt? Nicht nur Sabrina Schultheis ist gespannt. Auch darauf, wie die Interpretation des Stückes ankommt. „Wir brechen auch bewusst mal Dinge auf und stellen einzelne Figuren anders dar, als man es vielleicht erwarten würde“, verrät sie. Ideen wie diese kommen ihr übrigens oft schon ganz zu Beginn, beim ersten Lesen des Stückes. Dann, wenn vor ihrem Auge die Szenen entstehen.

Pop-Oratotium Luther, Das Projekt der Tausend Stimmen / Darsteller: Carlo Schneeweis, Mike Weinerowski, Ramona Even, Peter Kröner, Paula Kottmann, Hans Ullrich Conrads, Angelina Lammerich, Uwe Kall / Ensemble: Silke Benninghaus, Hans Ullrich Conrads, Natalia Fino, Kathrin Glumm, Alyssa Heinrich, Ann Kathrin Horlitz, Uwe Kall, Margitta Knabe, Paula Kottmann, Sophie Krischik, Oliver Lazaj, Eileen Merkel, Inge Pohl, Nadine Rodenbeck, Maggy Ryß, Alisha Wlodarek, Ute Wichman, Kathleen Wohjan, Kammerchor der VHS Gummersbach / Backup Vocals: Helena Knie, Silke Rädel / Luther-Rockband: Joachim Kottmann, Elo von Knorre, Manuel Marcos, Rolf Fahlenbock, Peter Even / Musical-Projekt Oberberg Regie: Sabrina Schultheis; Choreographie: Hannah Ludemann; Vocal Coach: Joachim Kottmann; Kostümbild: Carlo Schneeweis; Dance Captain: Sophie Krischik / Luther-Projekt-Symphoniker Konzertmeister: Paul Lindenauer / Projektchor „Luther“ des Kirchenkreises an der Agger Leitung: Kantor Stefan Kammerer; Chor Canticum, Kammerchor der VHS Gummersbach, Gospelchor Bergneustadt, Projektchor der FCBG, Projektchor Wipperfürth, Projektchor Dieringhausen / Musikalische Gesamtleitung: Joachim „Joschi“ Kottmann / Technik: Tonmeisterei, Oliver Nohl

Die sollen bei den Zuschauern lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb überlässt das MPO-Team nichts dem Zufall. Die Kostüme hat einmal mehr Carlo Schneeweis entworfen, den ENGELBERT auch schon einmal porträtieren durfte. Für den guten Ton sorgt hinter der Bühne derselbe Experte, der auch dafür zuständig ist, dass eine gewisse Carolin Kebekus akustisch richtig rüberkommt. 

Und – gibt es schon Pläne fürs nächste Stück? Sabrina Schultheis wird zunächst ihr eigenes Buch inszenieren, im Juni soll Premiere sein. Mittelfristig sucht das MPO übrigens immer engagierten, künstlerisch begabten Nachwuchs, der einfach Bock auf Bühne hat. Im Musical Projekt selbst kann man ab 18 Jahren mitmachen, aber es gibt diverse Projekte in der Halle 32, die sich auch schon für Kinder und Teenager eignen. Aus gutem Grund: „Wir ziehen uns unsere Talente eben gerne selber ran.“ Und die dürfen dann später einmal mit. Ins Wunderland.

http://www.musical-projekt-oberberg.de