Ein Juwel

das besondere geschäft

Wenn Einkaufen zur Bescherung wird: Die Schmiedekunst in Wipperfürth begeistert mit tollen Dekoartikeln
und grandioser Atmosphäre.

Ganz ehrlich? Mit den Bildern und Geschichten von Schmiedekunst könnten wir eine komplette ENGELBERT-Sonderausgabe füllen.
Oder wussten Sie, dass der größte Showroom des traumhaft schönen Geschäfts in Grunewald 1 an der L 284 zwischen Wipperfürth und Lindlar einmal ein Stall war? Und dass dort einst der Vater von Inhaberin Annette Müllensieper-Kausemann als Schmied gearbeitet hat? Und sie selbst mit der Oma in genau jener Küche saß, die sie heute nicht nur für sich und ihr Team nutzt – sondern auch, gerade bei ihren zahlreichen Events, um Gäste und Kunden zu bewirten?

Und dass … nein, die vielen anderen Geschichten müssen Sie schon selbst entdecken bei einem Besuch in dem kleinen Juwel im Grünen, das sich jedes Jahr zur Adventszeit in eine faszinierende Weihnachtswelt verwandelt. Wir sagen‘s mal so: Machen Sie doch zu Hause einfach klar Schiff, räumen Sie alles raus und fahren Sie dann zur Schmiedekunst. Nehmen Sie ein großes Auto mit. Und Sie werden glücklich. Übrigens nicht nur mit den schönsten Dekorationsartikeln zur Weihnachtszeit. Sondern auch mit ungewöhnlichen Leuchten, Landhaus-
möbeln, Einzelstücken im Industriallook zeitlos schönen Accessoires, gemütlichen Kissen und genial gestylten Taschen. Alles liebevoll zusammengestellt von Annette Müllensieper-Kausemann, die oft auf Messen und Ausstellungen unterwegs ist, auch in Frankreich und oft in den Benelux-Ländern, um ihre
Favoriten zu finden.

Sie verkauft nur, was ihr selber gefällt. Dafür räumt sie je nach Saison gerne einen ganzen Raum leer, dekoriert ihn neu, streicht auch schon mal einen alten Holzbalken oder die Wände komplett um und inszeniert die Schmiedekunst immer wieder anders. Und natürlich: Geschmiedete Kunst bietet sie auch an. Wie die schicken Rosenbögen. Wie die Weltkugeln und Feuersäulen, die in der schönsten Patina leuchten …

Genug erzählt? Och, wir könnten noch weitermachen. Haben ja schließlich noch nichts über die köstliche Feinkost und die leckeren Liköre gesagt. Die stehen im großen Regal direkt hinter der Kasse und werden von Annette Müllensieper-Kausemann und ihrem Team auf Wunsch selbstverständlich als Geschenk verpackt. Was auch die vielen Firmenkunden zu schätzen wissen. So, Seite voll. Und immer noch nicht alles erzählt. Hilft nichts: Sie müssen selber hin!

Es gibt Eis!

reportage

Die Eissporthalle in Wiehl ist ein Magnet. ENGELBERT-
Reporterin Elena Broch hat sich auf die Fläche gewagt.
Und sich auch mal erzählen lassen, wie diese eigentlich
funktioniert.

Ich und Eislaufen? Äh … nicht wirklich. Meine ersten Versuche auf Kufen sind gefühlt zehn Jahre oder so her. Und die Eissporthalle Wiehl und vor allem die Bahn selbst ist echt riesig. Wie soll ich denn da bitte von A nach B kommen? Hilft alles nix, ich muss es versuchen. Also los. Erst mal finde ich es ja klasse, dass ich mir in der Eissporthalle ein Paar Schlittschuhe ausleihen kann. Die Auswahl riesig, meine Größe ist da, prima. Noch schnell die Jacke zumachen, acht Grad sind ja doch eher kühl. Und noch jemand ist da. Hat der eigentlich einen Namen? Pingu vielleicht? Ist auch egal, er ist ungefähr halb so groß wie ich, aber auf dem Eis wirft ihn nichts um. Er ist auch nicht allein, denn von den kleinen Eispinguinen für Schlittschuhanfänger wie mich gibt es hier zum Glück einige. So, jetzt gut festhalten und einfach Schritt für Schritt … ja, das kann was werden …

Und es ist ja gut zu wissen, dass letztlich die 200 Kinder und Erwachsenen, die bei den Wiehler Penguins Eishockey spielen, auch mal so angefangen haben wie ich. Wenngleich auch wahrscheinlich ein bisschen früher. Ebenso wie die 150 Mitglieder des TuS Wiehl, die im Eiskunstlauf ziemlich erfolgreich sind, wie ich bei meinem Besuch erfahre. Wundert mich auch nicht: Die 1800 Quadratmeter große Eisfläche bietet ihnen perfekte Trainingsmöglichkeiten. Und die ganze Halle mehr als 1.000 Zuschauerplätze, Wahnsinn. Beim großen Weihnachtsschaulaufen alle zwei Jahre reichen die übrigens gerade so aus. Zuschauen kann man in Wiehl außerdem beim Sledgehockey, einem Eissport für Menschen mit Behinderungen. Diese sitzen in speziellen kleinen Schlitten, die meisten Spielregeln entsprechen denen des Eishockeys.

Wie aber funktioniert das eigentlich mit dem Eis? Wie kriegen die das hier so kalt und so glatt? „Das Eis selbst hat nur eine Dicke von rund viereinhalb Zentimetern“, erklärt Jürgen Eisbach, Haustechniker in den Wiehler Wasserwelten und in der Eisporthalle. Dort ist Eisbach auch Eismeister. Offiziell nennt sich das „geprüfte Fachkraft für Kunsteisanlagen“. Unter dem Eis liegt eine dicke Betonpiste, in die mehr als 400 Rohre verlegt wurden. Und da drin: 14 Tonnen Glykol mit einer Temperatur von minus zehn Grad. Das reicht, um die 30 mal 60 Meter große Eisfläche auf minus 0,5 Grad Celsius zu halten – beste Bedingungen fürs Eislaufvergnügen. Das erleben an den Wochenenden auch mal mehr als 700 Gäste, wenn samstags die Eisdisco steigt. Dann steht DJ German Gentle alias Marcel Krämer am Mischpult, legt mal die Hits der 90er-Jahre auf, mal aktuelle Charthits – und auf dem Eis ist die Hölle los.

Aber Moment mal: Wenn ich jetzt hier (und von Mal zu Mal immer weniger wackelig, wie ich zufrieden feststelle) meine Bahnen laufe, ziehe ich ja schon kleine Furchen in das Eis. Was ist denn dann bei 700 Jugendlichen und Erwachsenen? Die ruinieren doch hier alles?! Natürlich nicht. Zum einen ist das Eis, das übrigens mit Kreidemehl, dem „Whiteman“, quasi lackiert wird, damit man den Beton nicht sieht, relativ stabil. Und zum anderen wird es bis zu 14-Mal am Tag bearbeitet. Sprich – erwärmt! Wie jetzt?! Dann taut das doch? Von wegen. „Wir tauen die Oberfläche leicht an, mit 35 Grad warmem Wasser, damit wir sie gut glätten können, und kühlen das Ganze dann wieder runter“, beschreibt Eisbach die Eispflege. Und ich denke nur, jetzt, da ich mir nach meinem Schlittschuh-Comeback seit Kindertagen die Kufenschuhe wieder ausziehe: Wow, was für ein Aufwand. Der lohnt sich, weil die Eissporthalle ein echter Magnet ist, nicht nur für Menschen in Wiehl, sondern in ganz Oberberg. Und das Energiekonzept ist auch noch absolut rund, weil ein permanenter Wärmetausch mit den direkt angrenzenden Wiehler Wasserwelten stattfindet. Da wird viel Wärme produziert, hier wird sie immer wieder gebraucht, prima, her damit.

Jetzt, im oberbergischen Winter, ist natürlich Hochsaison in der Wiehler Eissporthalle. Bis April. Dann wird das Eis abgetaut und im darauf folgenden Herbst wieder aufwendig Schicht für Schicht aufgetragen. Wenn in dieser wunderbaren Eiswelt die nächste Saison beginnt.

einfach mal raus

fahrspaß
Der Nissan Navara ist ein echtes Pick-up-Original.
Und macht dem Profi- Handwerker genauso viel Spaß wie der ganzen Familie.
Vor allem dann, wenn man in dem Riesen, den es jetzt im Autohaus Bengelsträter in Rönsahl gibt, auch mal abseits der Piste unterwegs ist

Hui. Fünf Meter und dreißig sind ein Statement. Eine Riesenladefläche ist es auch. Und eine Anhängelast von dreieinhalb Tonnen erst recht. Das Tolle ist: Nissan springt mit all diesen Attributen nicht auf einen Pick-up-Trend auf, sondern hat diesen in den letzten Jahrzehnten immer wieder selbst gesetzt. Oder wussten Sie, dass die Japaner den allerersten Pick-up schon 1935 auf die Straße gebracht und seitdem in 180 Ländern mehr als 14 Millionen Exemplare verkauft haben? Wer einmal im neuen Navara durchs Oberbergische getourt ist, versteht, warum. Und auch, weshalb immer mehr Nissan-Kunden in Deutschland auf den Pick-up setzen.

Vom Autohaus Bengelsträter in Rönsahl aus führt uns der Weg erst einmal Richtung Brucher Talsperre – und die 190 PS entfalten direkt sehr souverän ihre Kraft. Und sollte ich das eine oder andere Vorurteil gegen ein so großes Auto gehegt haben, purzelt es gerade in sich zusammen. Platz genommen, die hohe Sitzposition sofort lieben gelernt, sich kurz umgeschaut, wohlgefühlt. Kein Wunder: Denn innen macht der Kraftmeier auf geschmeidig. Er schaut aus und mutet an wie ein toll ausgestattetes Mittelklasseauto und hat alles an Assistenzsystemen an Bord, was man braucht (über die Rückfahrkamera samt Vogelperspektive freue ich mich ganz besonders). Superbequeme Sitze, klare Linien, großer Bildschirm in der Mitte für Navi, Entertainment und alles, was das Fahren angenehm macht. Und bestens vernetzt ist man dank des Nissan-connect-
Systems im Navara auch.

Der Viertürer bietet auch auf den Fondplätzen viel Raum, hinter denen sich direkt senkrecht die Heckscheibe erstreckt. Das Gepäck oder die Ladung ist komplett separiert. Wer seinen Navara mit einem Hardtop ausstattet, kann das ohnehin schon üppige Ladevolumen noch einmal vergrößern.

Auf zur nächsten Talsperre, diesmal zur Lingese, aber über Schleichwege und durch wunderschöne kleine Weiler rund um Marienheide. Ist das nicht hier und da ganz schön eng? Klar. Aber der Navara lässt sich so souverän auch durch schmalste Sträßchen lenken, dass es eine wahre Freude ist, auch dank der gut abgestimmten Sieben-Stufen-Automatik. Ebenso viel Spaß macht unser kleiner Abstecher in ein von Wurzeln und
Hügelchen durchzogenes Waldstück.
Per Knopfdruck den Allradantrieb zugeschaltet, und der Navara lässt aber mal gar nichts anbrennen.

So, kurze Pause im Grünen. Und schnell mal die Ladeklappe ausprobieren. Die ist ebenso wie die gesamte Ladefläche so stabil und robust, dass man am liebsten gleich mal ein paar Holzscheite hinten aufladen möchte.

Keine Frage: Ein solches Auto kaufen mit Vorliebe Handwerker, die ihr gesamtes Equipment problemlos hinten drauf bekommen (und dank einer Zuladung von 900 Kilogramm dabei auch nicht zimperlich sein müssen). Wenn der Handwerker dann im Winter mit der gesamten Familie in den Urlaub fahren möchte, braucht er dafür jedenfalls kein weiteres Auto. Sondern kann im Navara auch alles an Spiel-, Sport- und Spaßgeräten mitnehmen, was man sich vorstellen kann.
Und ohne Probleme auch einen größeren Wohnwagen ziehen. Oder den Pferdeanhänger. Oder … am besten selbst ausprobieren! Denn der Nissan Navara, dieser immer junge Pick-up-Bestseller, ist der perfekte Partner, wenn man einfach mal wieder raus will.

 

Landhaus Orbach

löffelweise
Alles selbst gemacht. Und von hier. Das ist für Küchenchef
Thomas Blotta selbstverständlich. Erst recht in der Wildsaison

Kurz vor sechs in der Küche des Landhauses Orbach. Gabi Ackermann hat den Spätzleteig gerade zubereitet. „Sämig und luftig muss er sein“, sagt sie und lächelt. Das Wasser kocht schon, die Spätzleform ist fixiert, ab in den Topf mit dem Teig. Für ein paar Minuten nur, dann in kaltem Wasser abschrecken. Küchenchef Thomas Blotta hat derweil die Serviettenknödel vorbereitet, die auch gleich in den Topf wandern.

Auch für die Knödel gilt das, was die Qualität und auch den Erfolg des Landhauses Orbach ausmacht: „Wir stellen alles selber her. Ohne Kompromisse.“ Natürliche Zutaten, wenn möglich aus der Region, verwenden – das ist hier selbstverständlich. Und gilt auch fürs Wild. Thomas Blotta schneidet jetzt den Wildschweinrücken zu, den ihm der Wipperfürther Jäger Denis Hahn heute vorbeigebracht hat: „Vor zwei Tagen geschossen, frischer geht es nicht“, sagt Blotta und schneidet das Filet heraus.

Wissen, wo Fleisch und auch Fisch herkommen – auch das ist dem Team des Landhauses Orbach ganz wichtig. Seit einiger Zeit ist zum Beispiel das irische Hochlandrind nicht mehr von der Karte wegzudenken, das Fleisch schmeckt so einzigartig anders, dass viele Gäste extra dafür ins Landhaus kommen.

ENGELBERT probiert an diesem Abend gleich beides, sowohl das Rumpsteak vom Hochlandrind als auch eine fantastische Wildpfanne, in welcher Wildschwein, Reh und Fasan einander im Geschmack übertreffen. Auch, weil Thomas Blotta die leckere Soße direkt aus dem Knochen zieht und Serviettenknödel und Spätzle einfach perfekt mit dem Wild harmonieren. Apropos Harmonie: Schön zu sehen, dass nicht nur das Team in der Küche, sondern auch im Service einfach Spaß daran hat, die Gäste kulinarisch und mit einer ganz persönlichen Atmosphäre zu verwöhnen. Kein Wunder,
dass sich davon die Location-Scouts
des ARD-Fernsehfilms „Meine Mutter
ist unmöglich“ haben vezaubern lassen. Der wurde im Landhaus Orbach gedreht. Ebenso wie die Fortsetzungen. Ein Glück: Es gibt sie noch, diese Landhäuser mit bester Küche, tollen Menschen und dem ganz besonderen Charme.

Maske auf, anvisieren, Treffer!

hobby
Paintball – der moderne Mannschaftssport aus den USA.
Unsere ENGELBERT-Reporterinnen Lea und Elena testeten
das Spiel voller Action, Aufregung und Spaß
zum ersten Mal in Wipperfürth aus.

 

Hier braucht man vor allem Taktik und Teamgeist!

 

„Fünf“ hallt es lautstark durch die Halle. Fünf Sekunden, die ich Zeit habe, um mich innerlich vorzubereiten, und für letzte Taktikbesprechungen. Meine innere Uhr zählt langsam runter, während ich merke, wie mein Adrenalinpegel gleichzeitig ansteigt. „Und los!“. Das ist mein Zeichen. Den Markierer fest an mich gepresst, renne ich zur nächstgelegenen Deckung und drücke mich mit dem Rücken an das Luftkissen. Dann höre ich erst mal nichts – bis auf meinen eigenen Atem. Plötzlich ein lautes Knallen. Eine Farbkugel fliegt ganz nah an meinem Kopf vorbei. Das war knapp. Jetzt heißt es aufgepasst. Das muss Elena gewesen sein. Das Problem: Ich kann sie nicht sehen. Jedes Mal, wenn ich es wage, über die Deckung zu spähen, sieht die Halle wie leergefegt aus. Aber ich weiß, da ist jemand. Sie. Und sie hat es auf mich abgesehen.

Da, da war was! Leas schwarzer Pulli ragt ein Stück am Hindernis heraus. Meine Chance. Markierer angelegt, anvisiert und abdrücken. Direkt ein paar Kugeln hintereinander abfeuern. Und, habe ich getroffen? Anscheinend nicht. Also heißt es abwarten. Zum Schutz verstecke auch ich mich weiterhin hinter dem großen Luftkissen. Erst mal durchatmen. Aber so viel Zeit bleibt nicht. Auch an mir fliegen die Paintballs nur so vorbei. Ich versuche, geduckt schnell zu einer weiteren Deckung zu rennen. Aaah, Mist! Ich wurde getroffen! Das war‘s für mich. Arme hoch und hinter meine Startbase. Hoffentlich schafft‘s mein Teampartner …

Liest sich wie das Drehbuch zu einem Actionfilm? Ist aber ein Spiel. Paintball. In dem taktischen Mannschaftssport, der in den 80er-Jahren in den USA erfunden wurde, treten zwei Teams, ausgerüstet mit Markierern und Farbkugeln, gegeneinander an. Das geht auch in Wipperfürth. In der Paintball Area NRW in der Nähe von Kreuzberg können die Spieler auf fünf Spielfeldern ihr taktisches Können testen und beweisen. Indoor sowie outdoor bietet die Paintball Area viele aufregende Themenwelten. Ziel des Spiels ist es, die gegnerische Basis zu erobern, und auf dem Weg dorthin möglich viele Gegenspieler mit Paintballs zu markieren. Und das versuchen wir auch. Denn wir spielen beide heute zum ersten Mal Paintball und haben zum Glück jeder einen erfahrenen Ligaspieler zur Seite gestellt bekommen.

Mittlerweile rinnt mir der Schweiß die Stirn hinab und mein Atem geht schwer unter der eng anliegenden Schutzmaske. Aus dem gegnerischen Team ist nur noch ein Spieler übrig, doch wo ist er? Ich stehe nach wie vor hinter derselben Deckung, doch diese ist so hoch, dass ich nur etwas sehe, wenn ich mich aus der schützenden Deckung hervorbewege. Meinen Partner habe ich schon lange aus den Augen verloren. Alles, was ich von ihm höre, ist das dumpfe Knallen seines Markierers, das von weiter weg an mein Ohr dringt. Dann der erlösende Satz: „Das Spiel ist zu Ende, wir haben gewonnen.“ Da ging die erste Runde wohl mal an uns. Jetzt ist dringend eine Pause fällig. Also ab zum Ausgang des Spielfeldes und durch den Netzvorhang in den Pausenbereich. Bevor ich das Spielfeld verlasse, nehme ich mir aus dem bereitstehenden Eimer die Laufsocke für meinen Markierer. Die muss über den Lauf gezogen werden, damit sichergestellt ist, dass nicht durch Zufall ein Paintball außerhalb des Spielfelds jemanden trifft.

Aus, aus, das Spiel ist aus! Leider haben wir verloren – aber das schreit doch nach einer Revanche. Nach Verlassen des Spielfeldes ziehe ich mir die Maske vom Kopf und atme erst mal tief durch. Auf dem gesamten Spielfeld herrscht strikte Maskenpflicht. Wäre sonst auch zu gefährlich. Schließlich fliegen die mit Lebensmittelfarbe gefüllten Kugeln mit rund 240 Stundenkilometern durch die Luft.

Schon krass, das Spiel hat gar nicht so lange gedauert, aber ich bin echt außer Atem. Dass Lea mich direkt getroffen hat, wurmt mich doch sehr. Aber ich habe ja gleich noch eine Chance. Doch zuerst füllen wir unsere Hopper auf.
Das sind die Behältnisse auf unseren Markierern, in denen Platz für rund
130 Kugeln ist.

Eine eigene Ausrüstung muss in der Paintball Area übrigens niemand mitbringen. Vor Ort kann man sich das gesamte Equipment ausleihen. Obwohl der Sport erst für Spieler ab 18 Jahren erlaubt ist, können in Wipperfürth auch schon Kinder ab 14 Jahren gegeneinander antreten. Für sie gibt es Paintball Light mit kleineren Kugeln und anderen Markierern, die mit Feder-, statt Luftdruck markiert werden. Ob bei einem spaßigen Abend unter Freunden, als teambildendes Event für Firmen oder als aufregender Junggesellenabschied, Paintball ist für jedermann.

Weiter geht’s. Neues Spielfeld, neues Glück. Diesmal treten wir auf einem Schrottplatzszenario gegeneinander an. Hier stehen nicht nur alte Reifentürme und Europaletten, sondern auch echte Autokarosserien. Maske auf, ab aufs Spielfeld, Laufsocke runter, auf Position. „Fünf“, ertönt es wieder lautstark. Und schon ist mein Adrenalinpegel auf Höchststufe geschnellt. Diesmal lasse ich mich nicht so einfach treffen. Ich renne zum nächsten Palettenstapel.
Entdecke eine Lücke. Und da ist sie. Rennt meine Kollegin doch tatsächlich durch zwei Hindernisse durch. Als hätte sie es drauf angelegt, getroffen zu
werden. Kann sie haben.

Das Startsignal ertönt, und ich sprinte zum nächstgelegenen Reifenstapel. Nervös luge ich über den Rand und halte nach dem gegnerischen Team Ausschau. Schnell habe ich meine Kollegin und Widersacherin in der Nähe hinter einem Palettenstapel ausgemacht. Doch meine Position ist schlecht, ich kann sie nicht treffen, ohne meine Deckung aufzugeben. Aber ein Stück weiter türmen sich ja noch mehr Paletten aufeinander. Der perfekte Platz. Doch wie dorthin gelangen, ohne getroffen zu werden? In meinem Kopf male ich mir schon aus, wie ich filmreif aus meiner Deckung springe, wild ein paar Kugeln auf den Gegner abfeuere und in der gleichen Zeit mit einer perfekt ausgeführten Rolle hinter der nächsten Deckung in Sicherheit gelange. Natürlich alles, während mir in Zeitlupe die Kugeln um die Ohren fliegen, ich aber immer um Haaresbreite verfehlt werde. Okay, der Plan steht. Jetzt nur noch den richtigen Zeitpunkt abwarten. Ich nehme all meinen Mut zusammen und springe, vom Adrenalin getrieben, hinter dem Reifenstapel hervor. Und dann das: Noch bevor ich zwei Schritte gemacht habe, klatscht mir eine Farbkugel direkt auf die Maske. Das war‘s dann wohl wieder mit meiner Karriere als Stuntfrau. Zum Zeichen für die anderen, dass ich getroffen wurde, hebe ich meinen Arm und gehe am Rand des Spielfelds zurück zu meiner Basis.

Ha, getroffen! Und kurz darauf trifft auch noch mein Partner unseren zweiten Gegenspieler. Ja, so schnell kann‘s gehen. Und diesmal sind wir die glücklichen Gewinner.

Was für ein Erlebnis. Mit viel Spaß und noch mehr Aufregung. Eins ist sicher, wir kommen wieder. Schließlich haben wir beide noch eine Revanche offen.

 

Im Ewigkeits Land

Zeitreisen gibt es nicht? Sie sind nichts anderes als eine Utopie? Was für ein Quatsch. Durch die Zeit reisen kann jeder. Und das Beste daran: Das geht direkt vor der eigenen Haustür. In Lindlar zum Beispiel. Wer dort einmal einen Ausflug in die Vergangenheit unternimmt, kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Stefan Blumberg reist ständig mit seinen Gästen durch viele Millionen Jahre Evolution. Er lebt und liebt den Steinbruch. 25 Jahre lang hat er bei einem der Unternehmen, die heute noch die steinernen Schätze Lindlars heben und zu hochwertigen Baustoffen verarbeiten, gearbeitet, vor seinem Ruhestand als Betriebsleiter.

Und jetzt? Unruhestand, ist doch klar. Im Auftrag der Lindlar
Touristik führt er regelmäßig Menschen aus nah und fern durch die Produktion der BGS Vitar und natürlich in die Tiefen und Höhen des Steinbruchs selbst. Dorthin, wo noch Millionen Jahre alte Versteinerungen von Muscheln und Algen zu finden sind. Dorthin, wo vor einigen Jahren Spuren des ältesten Waldes der Erde entdeckt wurden, was so manchen Archäologen aus aller Welt nach Lindlar lockte, denn schließlich war der Fund nichts weniger als eine Sensation. „Da war schon ordentlich was los hier, auch was die Medien anging“, erzählt Stefan Blumberg und lächelt. Locker zwei Stunden dauern seine Führungen, vor allem, wenn Kindergärten und Schulklassen mit dabei sind und die Mädchen und Jungen selber nach Fossilien suchen dürfen. Auch für ENGELBERT nimmt er sich viel Zeit, und er hat ja auch einiges zu zeigen und zu erklären.

Zum Beispiel zur alten Schmiede. Die steht schon seit Ewigkeiten auf dem BGS-Werksgelände. „Früher stellten die Schmiede hier Werkzeuge her“, erzählt Stefan Blumberg, während wir uns die Schutzhelme und Warnwesten anziehen, die heute dort gelagert werden und die jeder tragen muss, der auf Zeitreise gehen möchte. Blumberg zieht das Feld für uns von hinten auf: Bevor wir den Ursprüngen dieses bergischen Canyon auf die Spur kommen, erfahren wir erst einmal, was daraus alles gemacht wird. Denn der natürliche Rohstoff Stein wird bei BGS ebenso wie bei den beiden anderen Betrieben, die rund um den Steinbruch tätig sind, vielfältig verarbeitet. Sei es der riesige, tonnenschwere Findling, seien es die beschlagenen rechteckigen Natursteinrohlinge, sei es die spätere Küchenarbeitsplatte oder der Schotter für die Bahntrasse. Die Natursteinfliesen werden zum Beispiel in präziser Handarbeit einzeln beschlagen, pro Tag schafft ein Mitarbeiter bis zu vier Quadratmeter. Auch wir dürfen uns einmal daran versuchen und stellen fest: Gar nicht so einfach das Ganze. Aber wichtig, denn Stein ist nicht nur als Bau-
sondern auch als Gestaltungsmaterial beliebter denn je.

Es wird genutzt für Wände und Böden, für Häuser und Gärten, für die Küchenarbeitsplatte ebenso wie für den Schotter der Bahntrasse. Wer sich allein in oberbergischen Vorgärten umschaut, der stellt fest: Landschaftsgestaltungen mit Grauwacke, die mal silbern, mal rötlich, mal bronzefarben leuchtet, sind absolut in. Um die steinernen Giganten klein zu kriegen, ist immer wieder Muskelkraft gefragt, aber eben auch schweres Gerät. Riesige Maschinen schneiden, zum Teil komplett automatisiert und rund um die Uhr, die Gesteinsbrocken grob zu. Wenige Meter weiter das Kontrastprogramm: Hier trifft ein nur einen Millimeter dünner Wasserstrahl mit 5200 bar Druck auf den Stein und fräst eine zuvor programmierte Form heraus. Ein Kleeblatt zum Beispiel. Oder auch einen kleinen Hasen. Denn aus Lindlarer Gestein lässt sich alles Mögliche machen. Das beweist auch der Open-Air-Showroom bei BGS Vitar, in dem die schönsten Kunstwerke ausgestellt sind.

 

Wichtig beim Schneiden von Stein ist immer genügend Wasser. Dafür wird aber nicht etwa der Hahn aufgedreht. Im Steinbruch selbst entsteht bei Regen ein Stausee. Von diesem wird Wasser direkt in die Produktion geleitet, der dabei entstehende Schlamm wird wiederum in ein Becken geführt und dort herausgefiltert – und das dann frische Wasser wird der Produktion wieder zugeführt. Ein geniales, ressourcenschonendes System.

Apropos Ressourcen: Wie lange kann man hier eigentlich noch Gestein gewinnen? „Die nächsten 500 Jahre locker“, antwortet Stefan Blumberg, und nun, da wir mitten im Steinbruch stehen und den Blick schweifen lassen über meterhohe Felswände, Riesenbagger und Zuwege, werden mir die zeitlichen Dimensionen so richtig klar. Dies hier ist ein Ewigkeitsland, das gefühlt schon immer da war und auch immer da sein wird. Ich verstehe, wie all das Gestein vor 16.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, tief in die Erde gedrückt und wie es dann durch eine Explosion wieder auf 300 Meter über Meereshöhe nach oben katapultiert wurde. Wie aber kommen die Korallen und Muscheln im Gestein? Ganz einfach: „All das war vor über 390 Millionen Jahren einmal ein Meer. Vor der Kontinentalverschiebung“, erklärt Stefan Blumberg. Denn damals, für uns heute unvorstellbar, lag das Bergische Land da, wo sich heute der Kongo befindet.

Die Wanderung führt auf den Berg, von wo aus wir kilometerweit schauen können und wo einige steinerne Schätze liegen. Muscheln und andere Meeresbewohner lassen sich hier im Stein hervorragend erkennen. Je mehr die Felsbrocken an ihren Außenwänden verwittern, desto besser sichtbar werden die Versteinerungen. Apropos Witterung: Für den Winter werden bereits die ersten abgebauten Steine mit Abraum bedeckt, um sie vor dem Frost zu schützen. Denn auch Gestein enthält Wasser. Und wird unter Umständen brüchig. Auch deshalb werden Steine, die für spätere Bauarbeiten besonders stabil sein müssen, getrocknet, um Ihnen das Grundwasser zu entziehen.

„Und da hinten irgendwo“, beginnt Stefan Blumberg und zeigt in die andere Richtung gen Tal, „sind die Spuren des ältesten Waldes der Welt entdeckt worden.“ Was die Archäologen, die ohnehin regelmäßig in Lindlar zu Gast sind, noch einmal völlig verzückt hat. Wer weiß, welche Lindlarer Schätze sie in Zukunft noch begeistern werden. Dort, wo Stefan Blumberg den Menschen die Vergangenheit bei seinen Führungen so wunderbar nahebringt. Die kann man bei Lindlar-Touristik jederzeit buchen.

Wünsch dir was!

foto: copyright marco stepniak –

Mitte der 1980er Jahre. Im Postamt in Engelskirchen trudelt ein Brief ein. Dann noch einer. Und noch einer. Nichts Ungewöhnliches, schließlich gibt es dort ja ein Postamt, und doch: Etwas ist anders. Diese besonderen Briefe enthalten Wunschzettel, die Kinder ans Christkind geschrieben haben. Denn das wohnt ja sicher in Engelskirchen, wo denn bitte sonst. Und was machen die Postmitarbeiter? Na klar: Sie antworten den Kindern. Aber bei den wenigen Briefen bleibt es nicht. Es werden mehr. Viel mehr. Die Post braucht Unterstützung beim Briefe beantworten. Und sie bekommt sie. Zum Beispiel von Birgit Müller. „Mein Mann arbeitete damals in Engelskirchen bei der Post, und als ich davon erfuhr, machte ich sofort mit“, erzählt sie. Ob sie geahnt hat, wie viele lustige, ernste, wunderschön ausgeschmückte und aufwändig gestaltete Briefe ans Christkind sie in den kommenden 27 Jahren würde beantworten dürfen? Denn so lange arbeitet Birgit Müller nun schon im Christkindpostamt. Seit Anfang der 2000er Jahre gibt es dort richtig viel zu tun.

„Wir haben inzwischen 14 Helferinnen und noch zwei in petto“, sagt Britta Töllner, Pressesprecherin der Post, als ENGELBERT genau einen Tag vor der offiziellen Eröffnung des Christkindpostamtes zu Gast ist. Faszinierend, was hier Jahr für Jahr in den Räumen des LVR-Industriemuseums am Engels-Platz entsteht.
Mit allerlei Weihnachtsschmuck, dunkelroten Vorhängen und vor allem viel Liebe zum Detail verwandeln die Mitarbeiterinnen einen eigens abgetrennten Raum in eine himmlische Weihnachtswelt. Die soll, vor allem wenn an drei Adventssonntagen kleine wie große Gäste das Christkind besuchen dürfen, nicht nur wunderschön aussehen, sie muss auch funktionieren. Der logistische Aufwand ist groß. An mehreren Schreibtischen werden eigens Computer aufgestellt, auf denen die Antwortenbriefe an die Kinder geschrieben werden. Denn die Post verspricht: „Alle Wunschzettel, die bis drei Tage vor Heiligabend ankommen, werden auch noch beantwortet. Und kommen, wenn nach Deutschland verschickt wird, auch vor Heiligabend noch an.“ Das Briefpapier und die Umschläge lässt die Post jedes Jahr neu gestalten, eine Kinderbuchillustratorin malt hierfür die Motive. Die Antwortschreiben umfassen meist eine Seite, außerdem wird noch eine Bastelanleitung mit in den Umschlag gesteckt, bevor der Brief von Engelskirchen aus verschickt wird.

Die rund 140.00 Briefe, die inzwischen jedes Jahr vor Weihnachten in Engelskirchen ankommen, stammen von Kindern aus der ganzen Welt. Taiwan, Australien, Griechenland, Slowakei … und sie alle werden von den fleißigen Helferinnen im Christkindpostamt gelesen. „Wir finden eigentlich immer jemanden, der uns bei der Übersetzung hilft“, sagt Birgit Müller. Herausfordernd seien Briefe mit asiatischen Schriftzeichen, aber auch die werden beantwortet. Übrigens: Vom Christkindpostamt aus werden sogar Antwortschreiben in Blindenschrift verschickt.

Und was wünschen sich die Kinder? Und hat sich das in knapp drei Jahrzehnten geändert? „Ich finde schon“, antwortet Birgit Müller, „aber zum Guten. Am Anfang dachte ich: Hui, nur Pokemons und GameBoys. Klar wünschen sich auch heute manche Kinder eine Playstation, aber viele möchten auch gerne auch klassische Spielsachen haben. Oder sie äußern ganz andere Wünsche: Dass der Plastik aus den Meeren verschwindet. Dass keine Bäume mehr gefällt werden. Dass man Freunde findet. Dass es nirgendwo mehr Krieg gibt. Einmal hat sich ein Kind auch eine Hausaufgabenmaschine gewünscht.
Die Kinder bekommen schon einiges von der Welt mit.“ Im Übrigen schreiben nicht nur Kinder dem Christkind. Manchmal ist die Handschrift der Oma zu erkennen, und manchmal schreiben auch ältere Menschen, die Freunden und Bekannten mit einer Antwort des Christkinds eine Freude machen möchten. Oder eben den Kindern. „Einmal hat uns eine 99-jährige Frau, die regelmäßig Kindersöckchen strickt, ebensolche mitgegeben, mit der Bitte diese doch einem Kind zu schicken, das sie brauchen kann“, erinnert sich Birgit Müller.

Sie und Britta Töllner wissen: So richtig zur Sache geht es im Christkindpostamt nach Nikolaus, wenn zum Teil mehr als 12.000 Briefe am Tag am Engels-Platz ankommen – und ebenso viele Antworten von dort per Post oder Luftpost auf den Weg gebracht werden. Um Kindern auf der ganzen Welt eine Freude zu bereiten.