Jetzt wird aber mal was getan!

Ich und mein Rücken. Mein Rücken und ich. Das ist echt so eine Geschichte. Vor vier Jahren schrieb sie ihr düsterstes Kapitel: Drei Wochen übelst flachgelegen, fast bewegungsunfähig vor Schmerz, und der Notdienstarzt fragte noch: „Und, was machen Sie beruflich?“ Und ich so: „Texter und Verleger. Sitzen, lesen, schreiben, sitzen.“ Und er: „Na prima.“ Bewegen kann ich mich wieder, obgleich mein Rücken ein fragiles Gebilde bleibt. Und mit diesem bin ich im Institut Frank Odenthal in Lindlar genau richtig. Warum? Weil es hier einfach nur um gesunde Bewegung geht. Weil ein Physiotherapiezentrum direkt integriert ist. Und weil der Rehasportler hier genau so gut aufgehoben ist wie der Leistungsathlet.

Bei Physiotherapeut Joshua bin ich direkt in guten Händen. Er löst nicht nur eine fiese Verspannung in meinem Nacken, sondern zeigt mir auch gleich ein paar effektive Übungen für zu Hause. Zum Beispiel jene, bei der ich meine Beine auf einen großen Ball lege und auf den Händen balanciere. Gar nicht so einfach. Frank Odenthal beobachtet das Ganze und sieht: Okay, der Mann braucht ein Training, das auf seinen Rücken zugeschnitten ist. Und zudem möglichst schonend beginnt.

Im ausführlichen Beratungsgespräch klärt er mögliche Risiken ab, außer meinem Rücken sind mir zum Glück keine bekannt. Ich werfe kurz einen Blick in den bestens ausgerüsteten Trainingsraum: Überall hochmoderne, individuell verstellbare Geräte und an den Geräten die unterschiedlichsten Menschen. Auf dem Ergometer macht sich ein Mann warm, den ich locker auf achtzig schätzen würde, auf dem Laufband setzt eine Frau mittleren Alters zum Zwischensprint an, und an den Hanteln arbeitet einer an seinem Bizeps, gegen den ich im Armdrücken unter Garantie keine Chance hätte.

Muss ich auch nicht, denn bei Frank Odenthal trainiert jeder genau nach seinen Möglichkeiten, und nicht um zu posen. Mein Trainingsplan umfasst zunächst acht Geräte, die den gesamten Körper trainieren. Beine, Rücken, Rumpf, Bauch, Arme, Schultern. Wenn ich mag, kann ich das beliebig ergänzen um Ausdauersport auf dem Laufband, Stepper oder einfach beim nächsten Hundespaziergang im Wald.

 

 

Meine Lieblingsübung ist schnell jene für den Rücken, die andere Kunden nicht so wirklich begeistert, wie mir Frank Odenthal verrät: Denn hier hängt man quasi kopfüber nach unten und bringt dann den Oberkörper in eine gerade Streckung. Verdammt anstrengend, aber auch verdammt wohltuend. Wenngleich die zweimal 15 Wiederholungen, die ich machen soll, kaum zu schaffen sind. An den anderen Geräten schon. Hier gilt vor allem eines: In der Ruhe liegt die Kraft. Mindestens 30 Sekunden Pause machen zwischen den Einheiten. Und, ganz wichtig: dehnen.

Frank Odenthal macht mir an jedem Gerät genau vor, wie ich dehnen muss und wie lange, zudem wird auf Bildern das korrekte Dehnen gezeigt. „Die Muskeln dürfen sich auf keinen Fall verkürzen“, stellt er klar. Kurzweilig indes ist mein erstes Training, und auch die weiteren vergehen jeweils wie im Flug.

Schon nach zwei Wochen spüre ich, wie sich der Rumpf stabilisiert und gerade bei den Bein- und Schulterübungen möchte ich am liebsten die Gewichte erhöhen. „Nein, das kommt erst später. Wir bauen das langsam auf“, ermahnt mich Frank Odenthal, der selbst einst Leistungssportler war. Recht hat er.Und nicht nur mein Rücken wird mir das gesundheitsbewusste Training in Lindlar danken.