Tasten Träume

Es war einst ein Geschenk. Es ist eines der bedeutendsten Events für klassische Musik in Oberberg geworden. Eines, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Ob Professor Falko Steinbach das geahnt hat, als er der Stadt Lindlar zu deren 900. Geburtstag ein Klavierfestival geschenkt hat? Und einen Meisterkurs für zehn lokale Talente? Dass daraus ein Festival werden würde, das junge Tastenvirtuosen aus der ganzen Welt für zwei Wochen in die Region lockt? Das Menschen über Kontinente hinweg verbindet, klassische Musik lebendig und kreativ feiert und den Namen Lindlar gleichsam in die ganze Welt transportiert? Und dass mehr als 15.000 Zuschauer zu den bis heute 180 Konzerten kommen würden?

All das ist gelungen. Weil hier Menschen zusammen arbeiten und zusammen wirken, die die Musik lieben. Und die auch das Klavierfestival 2018 vom 15. bis 27. Juli zu einem großartigen Kulturereignis werden lassen. Eines, das im Übrigen auch die Städte und Gemeinden der Region zusammenbringt. Denn einige der 20 für die Besucher meist kostenlosen Konzerte werden in Gummersbach, Kürten und erstmals auch Wipperfürth stattfinden. Andreas Jansen, Geschäftsführer der Lindlarer Agentur Sugarpool, die den gesamten Web- und Werbeauftritt des Festivals managt, weiß, welch harte Arbeit hinter den zwei Festival-Wochen steckt: „Ohne die vielen Ehrenamtler, die Gastfamilien, die Gemeinde und natürlich Professor Steinbach selbst ginge das alles gar nicht.“ Dieser wiederum arbeitet eigentlich als Professor für Klavier und Komposition an der University of New Mexico in Albuquerque. Er weiß, was er an dem Festival in seiner alten
Heimat hat: „Ich habe schon so viele internationale Klavierveranstaltungen und Meisterkurse kennengelernt, aber nirgendwo auf der Welt wurden wir so herzlich und offen empfangen wie in Lindlar”, schwärmt Steinbach, der die beiden Festivalwochen nicht nur zum Musizieren nutzt, sondern auch, um seine Familie zu besuchen.

Kern des Festivals sind neben den Konzerten, die Klavierkunst auf Weltniveau bieten, die Meisterkurse selbst. Für diese haben sich im Vorfeld junge Musiker in Wettbewerben qualifiziert. Zum Beispiel der 17-jährige Andreas Landstedt, der bei Steinbach in Albuquerque studiert. Und der erst elfjährige Luca Felix Rieger, der auch schon im letzten Jahr am Meisterkurs teilgenommen hat, sowie die gleichaltrige Amelie Westerkamp, die nicht nur Klavier, sondern auch Violine spielt und in den letzten vier Jahren bereits acht erste Preise bei Jugend musiziert gewonnen hat. Sie alle teilen eine Leidenschaft: „Die zur schönsten Kunst der Welt – der Musik“, wie es Professor Falko Steinbach zusammenfasst. Und sie  teilen sie auch mit den Organisatoren, den Gastfamilien, der ganzen Gemeinde. Und natürlich mit den Festivalbesuchern.

Für diese haben sich die Veranstalter des Klavierfestivals Lindlar in diesem Jahr ein ganz besonderes Schmankerl überlegt: Das Konzert in sieben Gängen am 22. Juli ab 19 Uhr. Kunst trifft Genuss, wenn im Alten Amtshaus in Lindlar ein Sieben-Gänge-Menü serviert wird, eingerahmt von insgesamt acht Klavierstücken, gespielt von sieben Pianisten. Wer das erleben möchte, kann bereits jetzt Karten für 120 Euro pro Person erwerben – und trägt damit zugleich aktiv dazu bei, die Finanzierung des Festivals zu sichern, das bei allem ehrenamtlichen Einsatz natürlich auch Kosten mit sich bringt. Denn die Erlöse aus den verkauften Eintrittskarten für das Konzertin sieben Gängen wandern in den Festival-Finanzierungstopf.

Damit Lindlar und Oberberg die einzigartigen Klavierkonzerte auch im nächsten Jahr erleben und herausragende Talente auch künftig mit den Meisterkursen gefördert werden können.