Kante zeigen!

Endlich. Endlich traut sich mal einer. Kante zeigen, wo andere vor lauter Rundungen ununterscheidbar werden. Mut beweisen, wo andere auf „bloß nicht übertreiben“ setzen. Toyota übertreibt es mit dem C-HR. Wie wunderbar.

Deshalb können wir im Toyota Autohaus Kutscher in Wipperfürth auch erst mal gar nicht einsteigen. Wir müssen Runden drehen. Ums Auto. Noch eine Runde. Und noch eine. Ob C-HR-Fahrer regelmäßig zu spät kommen, weil es ihnen jeden Tag so geht, und sie beim Bewundern ihres eigenen Autos die Zeit vergessen? Keine Ahnung. Ist auch egal. Dieser Hintern, mit Verlaub, verdient einen zweiten, dritten, vierten Blick. Und auch das Gesicht sagt: Ich bin anders, mein Freund.

Das Schöne ist, dass das Fahrerlebnis all diese äußeren Versprechen hält. ENGELBERT fährt den voll ausgestatteten Hybrid. Diese Kombi aus Benzin- und Elektromotor haben die Japaner ja vor über 20 Jahren selber erfunden und inzwischen so intelligent weiterentwickelt, dass etwas anderes kaum in Frage kommt. Beispiel Zündung: Der C-HR startet, bleibt aber stumm. Rangieren auf dem Parkplatz? Elektrisch. Ebenso wie die ersten Meter auf der Leiersmühle. Kommt er in Fahrt, mischt dann auch der Benzinmotor mit, aber so effizient, dass das SUV-Coupé auch bei sportlicher Fahrweise mit unter fünf Litern Benzin auskommt.

Unterwegs sein im C-HR, das ist für die Fondpassagiere ein völlig anderes Erlebnis als für Fahrer und Beifahrer. Denn die extreme Coupéform mit den seitlich oben in die Türen integrierten Griffen sorgt hinten, auch wegen der kleinen Fenster, für eine echte Loungeatmosphäre. Was, kleine Fenster? Oh Gott, die Übersicht! Völlig egal, Einparken ist easy. Weil Toyota dem C-HR natürlich einen Parkassistenten und eine Rückfahrkamera spendiert hat. Die ist wiederum in einen Bildschirm integriert, der das Cockpit dominiert. Groß, breit, hoch, zentral, dem Fahrer zugewandt. Auf den ersten Metern muss ich mich daran gewöhnen. Weil per Touch-Funktion hierüber aber alle wesentlichen Funktionen gesteuert werden, lernt man den großen Bildschirm schnell lieben. Auch, weil er so intuitiv bedienbar ist. Mal eben das iPhone gekoppelt, fertig, Lieblingsmusik an Bord. Dank der JBL-Soundanlage kommt die auch richtig gut.

Ebenso wie das Fahrgefühl. Super Sitzposition, kraftvoller Antritt und vor allem: Eine hervorragende Übersetzung des Automatikgetriebes. Es gibt ja immer noch Kandidaten, die erst extrem verzögert beschleunigen; nicht so der C-HR, der fast stufenlos nach vorne geht. Und die Systemleistung von 122 PS (ergibt sich aus 98 PS Benzinmotor und 72 PS Elektromotor) reicht völlig, um munter durch Oberberg zu cruisen. Über Ohl fahren wir bis zur Brucher und durch die Becke bis nach Gummersbach. Von dort zurück nach Agathaberg und zum Walter-Leo-Schmitz-Bad. Und ganz gleich, wie schmal die Straßen werden, der Toyota meistert dank der direkten und zugleich leichtgängigen Lenkung souverän jedes Terrain.

Ganz ehrlich – den hätten wir gern noch ein bisschen behalten. Das Trostpflaster nach dem Aussteigen: Wir dürfen noch eine Runde ums Heck drehen. Wie der mit seinem Perlmuttweiß in der Sonne glänzt … so schön kann anders sein.